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In diesen Wahlkreisen wird es besonders spannend

Bundestagswahl 2017 In diesen Wahlkreisen wird es besonders spannend

Der 24. September wirft seine Schatten voraus: In Brandenburg werden zehn Direktmandate für den Bundestag vergeben. Ist die CDU noch zu stoppen? Besondere Spannung herrscht in zwei Wahlkreisen: in Potsdam und in Brandenburg an der Havel.

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Wahlplakate in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Foto: Rüdiger Böhme

Potsdam. Die Überraschung war groß, als die CDU vor vier Jahren in Brandenburg fast alles gewann, was es zu gewinnen gab. Sie wurde bei der Bundestagswahl mit über zehn Prozentpunkten Vorsprung stärkste Partei und holte neun der zehn Wahlkreise (über die Erststimme) direkt. Plötzlich saßen CDU-Bewerber, bis dato weitgehend unbekannt, im Bundestag. Ein solcher Durchmarsch, hieß es damals in den Parteien, war einmalig und nur mit dem „Merkel-Hoch“ erklärbar.

Nun kann sich das Ganze in Brandenburg am 24. September wiederholen. In Umfragen liegt die CDU rund 15 Prozentpunkte vor der SPD, in Brandenburg sind es rund 10. Bei einem so klaren Zweitstimmen-Vorsprung sind die CDU-Direktkandidaten wieder klar im Vorteil. Ein SPD- oder Linken-Bewerber müsste, um den Wahlkreise zu gewinnen, mit der Erststimme über zehn Prozentpunkte mehr holen als die eigene Partei per Zweitstimme. Schwer vorstellbar, heißt es aktuell in den Wahlkampfzentralen von CDU, SPD und Linke.

Aber ist die Wahl wirklich schon gelaufen? Noch sind es gut vier Wochen bis zum Wahltag. Da könne noch viel passieren, macht sich die SPD Mut und verweist auf die vielen unentschlossenen Wähler. Je geringer der Abstand zur CDU, um so größer ist ihre Chance, in Brandenburg wieder Direktmandate zu holen. Zwei Wahlkreise gelten als besonders umkämpft – es sind zwei SPD-Prestige-Wahlkreise:

Wahlkreis 60

In der Hochburg der SPD ist die CDU auf Revanche aus.

Vor vier Jahren war dieser Wahlkreis der einzige rote auf der schwarz-gefärbten Wahlkreis-Karte. Frank-Walter Steinmeier, inzwischen Bundespräsident, rettete im Wahlkreis, zu dem Brandenburg/Havel sowie Teile vom Havelland, von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming gehören, der SPD das Mandat. Es ging äußerst knapp zu. Steinmeier lag nur 0,3 Prozentpunkte vor der CDU-Kandidatin Andrea Voßhoff, die später Bundesdatenschutzbeauftragte wurde.

Der Wahlkreis gilt bei Bundestagswahlen seit 1990 als „SPD-Hochburg“. Als klar war, dass Steinmeier nicht erneut antreten würde, fand die SPD mit Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg (64) einen prominenten Nachfolger. Der Sozialdemokrat tritt zum ersten Mal bei einer solchen Wahl an, allerdings mit einem schweren Handicap. Rautenberg kann wegen einer Krebserkrankung nur beschränkt Wahlkampf machen.

Die CDU will der SPD diesen Wahlkreis diesmal unbedingt streitig machen. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (61) bewirbt sich und hofft auf ihren Heimvorteil als Stadtoberhaupt. Punkten will sie als Chef-Kritikerin der Kreisreform. Brandenburg/Havel soll die Kreisfreiheit verlieren und mit dem Havelland fusionieren. Die CDU will das Vorhaben per Volksbegehren stoppen. Das startet offiziell am Dienstag. Die CDU hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen. Der Startschuss erfolgt beim Wahlkampfauftritt von CDU-Kanzlerin Merkel in Brandenburg/Havel. Für die Linke tritt die Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg an. Da die Partei laut Umfragen bei nur 15 Prozent liegt, werden ihr wenig Chancen auf Direktmandate eingeräumt.

Wahlplakate in Potsdam

Wahlplakate in Potsdam.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Wahlkreis 61

Potsdam will die SPD diesmal der CDU nicht den Vortritt lassen.

Die Konkurrenten von 2013 sind nicht mehr dabei: Andrea Wicklein (SPD), die damals knapp Katherina Reiche (CDU) unterlag, tritt nicht erneut an. Reiche, die 2013 überraschend den Wahlkreis Potsdam/Potsdam-Mittelmark gewann, ist jetzt Chefin des Verbandes der Kommunalen Unternehmen. In ihre Fußstapfen will die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig (CDU, 49) treten, die mit viel Aufwand ihren Wahlkampf betreibt. Die zum rechtskonservativen Flügel zählende Politikerin ist in ihrer eigenen Partei wegen ihrer Nähe zur AfD heftig umstritten. Im Wahlkampf aber verzichtet sie weitgehend auf polarisierende Äußerungen. Die SPD schickt die Potsdamerin Manja Schüle ins Rennen, um der CDU das Mandat abzujagen. Schüle (41) gilt als Nachwuchshoffnung der SPD. Ihr Spezialgebiet ist die Bildungspolitik. Mit im Rennen sind auch die Bundestagsabgeordneten Norbert Müller (Linke) und Annalena Baerbock (Grüne) sowie Linda Teuteberg (FDP).

Von Igor Göldner

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