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Brandenburg Influencerin meets Mark Brandenburg
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00:33 30.05.2018
Alexa von Heyden und Florian Mickan mit Tochter Pauline haben jetzt ein 1000-Quadratmeter-Grundstück zu pflegen. Quelle: Fotos: ulian Stähle
Wusterwitz

„Als die Leute erfahren haben, was ich beruflich mache, dachten sie: Jetzt kommt so eine Tussi hier her.“ Alexa von Heyden ist Modejournalistin. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit Beiträgen über Sonnenbrillen, Abnehmtricks und die neuesten Trends in Magazinen mit hunderttausenden Lesern. Auf Instagram folgen ihr fast 15 000 Menschen. Sie hat ein Schmuck-Label gegründet und einen Bestseller („Hinter dem Blau“) geschrieben.

Seit Weihnachten lebt die 40-Jährige in Wusterwitz (Potsdam-Mittelmark). Auf ihrem Blog „Alexa Peng“ geht es jetzt um Baustellen-Updates, Waschmaschinen und Heuschnupfen. 3000 Menschen wohnen in dem Dorf zwischen Brandenburg an der Havel und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Die größte Sehenswürdigkeit in Wusterwitz ist der gleichnamige See.

Zum Glück ein Wusterwitzer

Wahrscheinlich würde Alexa von Heyden heute nicht auf einem der lediglich 30 Grundstücke am Wasser leben, käme ihr Ehemann nicht aus Wusterwitz . „Vier Mal waren wir hier zum Casting“, erinnert sie sich. Zwei Schwestern wollten ihr Elternhaus in gute Hände geben, nachdem der Vater mit über 90 Jahren gestorben war. An Berliner dachten sie dabei nicht. Eigentlich bleiben die attraktiven Grundstücke über Generationen im Besitz der Familie. „Vertrauen haben sie nur gefasst, weil die Eltern meines Mannes Wusterwitzer sind und er hier aufgewachsen ist“, sagt Alexa von Heyden.

Florian Mickan hat sie in Berlin kennengelernt. Der 30-Jährige ist Koch, er leitet das Restaurant „Factory Kitchen“ auf Europas größtem Start-Up-Campus in Berlin-Mitte. Seit Januar pendelt er. Der Zug fährt einmal pro Stunde und braucht 62 Minuten bis zum Hauptbahnhof.

Von Berlin aufs Brandenburger Land: Modebloggerin Alexa von Heyden machte sich mehr Sorgen über die neuen Nachbarn als über den perfekten Look

Ende 2016 traf das Paar die Entscheidung: „Ich war schwanger“, erzählt Alexa von Heyden, „da haben wir angefangen, Berlin infrage zu stellen.“ Immer wollten sie raus in die Natur, nie wussten sie, wohin genau. Aber sie wussten: Die Wohnung ist zu klein, mehr Platz quasi unbezahlbar und der Park voller fremder Menschen und Einweggrills war nicht das, was sie unter Natur verstanden. „In der Stadt gehst du ohne einen Ausgleich kaputt“, sagt Florian Mickan.

Das Haus in der Wusterwitzer Hauptstraße war ein Zufallstreffer. Die Eltern entdeckten es beim Spazierengehen. Zur ersten Besichtigung kam das Paar mit einem Elektroauto mit Berliner Kennzeichen. „Wahrscheinlich der erste Tesla in Wusterwitz“, sagt Florian Mickan, „die Leute haben geguckt.“

Mit allen Opas per Du

Seitdem hat sich viel verändert. Vor dem Haus steht jetzt ein Ford Fiesta. Die braun-gelben DDR-Fliesen im Bad erstrahlen in Weiß. Die Modebloggerin kann schleifen, malern und Holz lackieren – und sie fühlt sich als Brandenburgerin. „Als wir hergezogen sind, hatte ich Sorgen, dass die Leute negativ reagieren oder ich mit dem Freundeskreis von Flori hier nicht klar komme“, erzählt sie. Nichts davon hat sich bewahrheitet. „Inzwischen bin ich mit allen Opas per Du“, sagt von Heyden.

Mit viel Sinn für Dekoratives gestaltet die Bloggerin ihr Anwesen Quelle: Julian Stähle

Für die Modebloggerin aus Berlin hat sich gezeigt: Sie selbst hatte am meisten Angst, und zwar vor den Vorurteilen der Wusterwitzer. Dabei gab es die gar nicht. „Wenn man nicht wüsste, dass sie aus Berlin kommen, würde man das gar nicht denken“, sagt Stefanie Stahlberg, die Nachbarin der jungen Familie.

Dass Florian Mickan in Wusterwitz aufgewachsen ist, macht vieles einfacher. „Als jemand, der komplett von außen kommt, hätte man es wahrscheinlich schwerer“, sagt Alexa von Heyden. Viele ehemalige Schulkameraden von Florian ziehen ebenfalls gerade zurück nach Wusterwitz. Der Hortleiter ist ein alter Bekannter.

Ein Haus als Altersvorsorge

Die Zeiten, in denen neue Dorfbewohner aus Berlin in Brandenburg argwöhnisch beäugt wurden, sind vielerorts vorbei. Florian Mickan will einem Verein in Wusterwitz beitreten. Er ist Angler und Fußballer. Mutter Alexa und die einjährige Pauline gehen regelmäßig ins Familienzentrum. Im September kommt sie in die Kita im Ort, irgendwann auch in die 1100 Meter entfernte Grundschule.

Das junge Paar ist nicht blauäugig. Die Beiden wissen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ihre Tochter nach der Schule weg will aus Wusterwitz. Und dann? „Das Haus ist meine Altersvorsorge“, sagt Alexa von Heyden. „Ich konnte meiner Tochter doch nicht nur Schuhe und Handtaschen hinterlassen“.“ 250 000 Euro haben die 1000 Quadratmeter mit Seeblick gekostet – plus mehrere 10 000 Euro für die Sanierung im Inneren. Trotzdem will das Paar die Tochter bestärken, wenn sie ausziehen möchte. „Unser Kind soll beide Seiten gesehen haben: Stadt- und Landleben“, sagt Florian Mickan, „sonst weiß sie nie, was sie hier hat.“

Von Victoria Barnack

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