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Innenministerium: „Wir sind am Limit“

Flüchtlingspolitik Innenministerium: „Wir sind am Limit“

Die Unterbringung von Flüchtlingen gestaltet zunehmend schwieriger für das Land Brandenburg. Seit Freitag sind in Eisenhüttenstadt mehr als 650 weitere Asylsuchende eingetroffen. Doch für das Innenministerium ist klar: „Wir sind am Limit“. Notplätze bieten lediglich ein provisorisches Obdach. Doch was, wenn weitere Sonderzüge eintreffen?

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Flüchtlingskinder warten auf ein Leben in Frieden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Brandenburg bereitet die Unterbringung von Flüchtlingen zunehmend Probleme. „Brandenburg ist nicht in der Lage, weitere Sonderzüge mit Flüchtlingen aufzunehmen“, sagt der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker. Die Plätze in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt seien nahezu ausgebucht. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sind am Limit.“

Seit Freitag sind nach den Angaben 671 neue Flüchtlinge in Brandenburg eingetroffen. Zuletzt wurden am Sonntagabend rund 300 Menschen in Bussen nach Eisenhüttenstadt gebracht. Sie gehörten zu etwa 650 Flüchtlingen, die mit einem ICE aus München am Regionalbahnhof am Flughafen Berlin-Schönefeld angekommen waren. Über die Hälfte von ihnen kam in Berlin unter.

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Ein für Montag angekündigter weiterer Zug für die Region mit etwa 600 Flüchtlingen aus München wurde wieder abgesagt. Gründe dafür seien nicht bekannt, sagte der Sprecher in Potsdam. Auch davon sollten etwa 300 Menschen nach Brandenburg gebracht werden.

Zusätzliche Kapazitäten gesucht

Intensiv wird derzeit nach Schlafstellen für Flüchtlinge gesucht. „Wir brauchen zusätzliche Kapazitäten“, betonte Decker. In diesem Jahr wird in Brandenburg mit rund 25 000 Flüchtlingen und Asylbewerbern gerechnet, möglicherweise könnten es sogar 30 000 werden. Im Vorjahr kamen etwa 5300. Bis Ende August reisten bereits etwa 9000 Menschen an.

Die Menschen kommen allerdings nicht nur über Ungarn, wie der jüngste Zuwachs an Asylsuchenden, sondern nach Aussagen Deckers auch über andere Wege. Erst nach der Aufnahme in Eisenhüttenstadt werden sie auf die Landkreise verteilt.

Notunterkünfte bieten provisorisch Obdach

In Eisenhüttenstadt sind derzeit laut Ministerium 3541 Personen erfasst. Die Kapazität liege bei 3600. Bereits jetzt müssten Notplätze in Anspruch genommen werden. Betten wurden in Eisenhüttenstadt in einer Turnhalle und der Landesfeuerwehrschule aufgestellt. Auch Zeltstädte wurden erreichtet, um Asylsuchenden vorübergehend und provisorisch ein Obdach bieten zu können. In der Außenstelle in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) etwa sind am Montag weitere 100 Flüchtlinge in Zelten untergekommen.

Auf Feldbetten nächtigen derzeit hunderte Flüchtlinge in Brandenburg

Auf Feldbetten nächtigen derzeit hunderte Flüchtlinge in Brandenburg.

Quelle: dpa-Zentralbild

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Derzeit wird geprüft, ob ehemalige Landesministerien für die Unterbringung der Flüchtlinge geeignet sind. Nach dem Umzug an einen neuen Standort wurden fünf Gebäude in Potsdam frei. Sie bieten Platz für etwa 500 Menschen, hieß es.

Berlin hat ebenfalls Platznot

Gleichzeitig hat auch die Bundeshauptstadt Berlin Probleme mit geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge. Der Flughafen Tempelhof soll künftig als Unterkunft fungieren. Allerdings dauern die Vorbereitungen im ehemaligen Flughafen noch an.

Wann ein Hangar im Hauptgebäude fertig sein werde, um dort Zelte oder Betten aufzustellen, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der Senatssozialverwaltung am Montag. Auch die Aufbauten eines Musikfestivals vom Wochenende seien noch nicht vollständig entfernt. Ein Teil der Toiletten soll stehenbleiben und dann von der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände übernommen.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte angekündigt, voraussichtlich in dieser Woche sollte einer der sieben Hangars auf dem stillgelegten Flughafen als Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden.

Von MAZonline und dpa

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