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Brandenburg Insolvenz: Lila Bäcker schließt mindestens 70 Filialen
Brandenburg Insolvenz: Lila Bäcker schließt mindestens 70 Filialen
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08:02 18.04.2019
Lastwagen des Bäckereiunternehmens "Lila Bäcker" in Pasewalk. Quelle: dpa
Rostock

Neue Hiobsbotschaft von der insolventen Bäckereikette „Lila Bäcker“: Das Unternehmen plant, 70 bis 75 seiner insgesamt 400 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin mit rund 2700 Mitarbeitern dicht zu machen. Das bestätigt Matthias Glötzner, Sprecher des Unternehmens, gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG.

Er versichert: „Ziel ist es, alle Verkaufsmitarbeiter zu übernehmen.“ Offen bleibt dagegen, ob die Filialen verkauft oder geschlossen werden sollen. Auch über den Zeitpunkt der Aktion macht Glötzner keine Angaben.

Mitarbeiter klagen: 76 Filialen sollen geschlossen werden

Konkreter werden dagegen Mitarbeiter, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen: Insgesamt seien 76 Filialen betroffen, heißt es. 36 in MV, 40 in Brandenburg und Berlin. Seit vergangener Woche würden entsprechende Gespräche mit Kollegen geführt. Und: Auch der Produktionsstandort Dahlewitz in Brandenburg stehe vor dem Aus, heißt es. Hier sind derzeit rund 120 Mitarbeiter beschäftigt. Unternehmenssprecher Glötzner wollte sich dazu nicht äußern.

Betriebsrat: Prämiensystem soll abgeschafft werden

Außerdem in der Kritik der Mitarbeiter: die Abschaffung des bisherigen Prämiensystems. Künftig würden weder sogenannte Erfolgsprämien (bis zu 250 Euro pro Monat) noch Umsatzprämien (bis zu 300 Euro pro Monat) gezahlt, heißt es vom Betriebsrat. Stattdessen seien Prämien in Höhe von maximal 40 Euro pro Monat im Gespräch. Weil es jedoch keine Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung zu Prämien gebe, seien diese Teil des Lohns und könnten den Mitarbeitern nicht einfach entzogen werden.

Insolvenz im Januar

Hintergrund: „Lila Bäcker“, der auch als „Unser Heimatbäcker“ firmiert, hatte im Januar wegen Finanzproblemen Insolvenz angemeldet. Danach gab es drei Monate Insolvenzausfallgeld von den Arbeitsagenturen. Am 1. April hatte das Amtsgericht Neubrandenburg das Insolvenzverfahren für die Bäckereikette mit Sitz in Pasewalk und Dahlewitz offiziell eröffnet. Die Firma sei zahlungsunfähig, es sei aber genug Masse vorhanden, um alle Kosten des Insolvenzverfahrens zu begleichen, hieß es vom Amtsgericht. Der Betrieb lief seither weiter. Die Insolvenz wird „in Eigenregie“ geführt, also mit der bisherigen Geschäftsführung und einem Berliner Anwalt als „Sachwalter“. Mitarbeiter kritisieren dies als „Hinhaltetaktik“.

Drei Bieter im Gespräch

Bis zu einer Gläubigerversammlung am 13. Mai soll ein Modell zum Fortbestand der Backkette mit Produktionsstätten in Pasewalk, Neubrandenburg und Dahlewitz vorliegen. Dies könne mit Hilfe von Investoren geschehen. Derzeit lägen zwei Angebote unterschiedlicher Bieter vor, die vorsehen, den Betrieb „nach einer Restrukturierung im Wesentlichen vollumfänglich weiterzuführen.“ Die dritte Möglichkeit wäre der Weiterbetrieb über einen Insolvenzplan der jetzigen Betreiber.

Idee: Mehr Snacks anbieten

Fakt ist: Durch den Insolvenzfall sind die bestehenden Mietverträge für die Filialen nicht mehr bindend. Somit könnten unwirtschaftliche Filialen geschlossen oder verkauft werden. Die Betreiber hatten zudem angekündigt, künftig mehr Snacks anzubieten und so dem ruinösen Wettbewerb um Brot und Brötchen - in dem auch Discounter immer mehr mitmischen - zu entgehen.

Der „Lila Bäcker“ gilt nach Angaben des letzten Hauptgesellschafters – der Deutschen Beteiligungs AG (Frankfurt/Main) – als eine der größten deutschen Bäckereiketten mit einem umfassenden Filialnetz. Der Umsatz war zwischen 2016 und 2018 von 142 Millionen auf 129 Millionen Euro gesunken.

Thomas Luczak

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