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Investoren verzweifeln an Verwaltungshürden

Schloss Hubertushöhe Investoren verzweifeln an Verwaltungshürden

Voller Enthusiasmus waren die Brüder Opolka angetreten, um aus dem einst elitären Schlosshotel Hubertushöhe ein offenes Haus zu machen, einen Kunst- und Literaturpark. Stattdessen lernten sie die Hürden der Bürokratie kennen. Noch aber gibt es Hoffnung, denn die Worte des neuen Landrates in Oder-Spree sind deutlich.

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Die Brüder Rainer (l.) und Harald Opolka vor ihrem Schloss Hubertushöhe in Storkow (Brandenburg). Sie verzweifeln an Verwaltungshürden.

Quelle: dpa

Storkow. Nachdenklich blickt Rainer Opolka aus einem Fenster des früheren Jagdschlosses Hubertushöhe. Malerisch erstreckt sich von dort ein gepflegter Park bis an das Ufer des Storkower Sees. Eigentlich sollte das 150 000 Quadratmeter große Gebiet schon längst ganz anders aussehen: Aphorismen, Gedichte und philosophische Zitate führen auf rund 250 Tafeln Besucher durch den Park, ein Künstlerdorf gewährt einen Blick über die Schulter von Malern und Bildhauern. Weitere Projekte: ein Aussichtsturm, ein Kunstlabyrinth sowie ein Restaurant am See. Noch ist von alledem nichts zu sehen.

Unter dem Motto „Kultur ist für alle da“ planen die Brüder Opolka bei Storkow (Oder-Spree) einen Kunst- und Literaturpark für die Allgemeinheit, bei kostenlosem Eintritt. Der kleine Hafen würde zum Veranstaltungsort für Lesungen und Filmvorführungen, eine Kunsthalle ist für wechselnde Ausstellungen gedacht.

30 Behörden müssen mitspielen

„Wir wollen Menschen berühren und durch die Begegnung mit großen Geistern wie Goethe oder Voltaire kleine Gedankengewitter bei ihnen anregen“, erklärt Opolka. Er habe bereits eine Liste mit rund 150 interessierten Künstlern, die an dem Projekt mitwirken wollten. Das Schloss mit seinen verspielten Türmchen und Torbögen soll weiter für Hochzeiten, Tagungen und als Filmkulisse genutzt werden. „Einen echten Hotelbetrieb planen wir jedoch nicht.“

Das ehemalige Jagdschlosses Hubertushöhe

Das ehemalige Jagdschlosses Hubertushöhe.

Quelle: dpa

Schon vor einem Jahr hatten Rainer Opolka und sein Zwillingsbruder Harald - beide mit LED-Taschenlampen reich geworden - eröffnen wollen. Statt jedoch 12 bis 15 Millionen Euro in das ehrgeizige Projekt zu investieren, sind für die Self-Made-Millionäre aus dem Ruhrgebiet seit vier Jahren Geduld und Warten angesagt. „Wir haben es mit etwa 30 Behörden der zuständigen Kreisverwaltung Oder-Spree zu tun. Und das macht das Genehmigungsverfahren für den Bebauungsplan so extrem schwierig“, stellt Opolka fest.

Storkower unterstützen das Kunst- und Literaturhaus

Behördenmitarbeiter hätten Gesetzestexte falsch ausgelegt, eine Abwägung von Interessen und Belangen sei nicht erfolgt. „Solche Erfahrungen erzeugen beim Bürger Staatsverdrossenheit - etwas, wogegen wir eigentlich kämpfen“, bemerkt der gebürtige Bottroper (Nordrhein-Westfalen).

Immerhin hat er eine Mehrheit der Storkower hinter sich, wie Tourismusmanager Andreas Gordalla versichert. „Das betrifft sowohl die Verwaltung als auch die Bevölkerung. Soweit es uns möglich ist, unterstützen wir die Bemühungen der Opolkas, denn das Projekt könnte Storkow überregional bekannt machen.“ Aufgeben gilt für die Schlossherren nicht, auch wenn es ab und zu „Momente der Ohnmacht“ gebe.

Beide hatten das im Jagdstil erbaute Schloss inklusive Park 2012 gekauft, um mit ihrer Vision eines offenen Hauses Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht mit Literatur, Philosophie oder Kunst befassen. Unabhängig von ihrem Geldbeutel soll ihnen der Zugang hierzu ermöglicht werden. Die eigens dafür gegründete Zweibrüder Kunst- & Kultur GmbH beschäftigt 17 Mitarbeiter; 40 bis 50 könnten es mit der Umsetzung des Projektes werden.

Hoffen auf die Initiative des neuen Landrats

Große Hoffnungen setzen die verhinderten Investoren jetzt in den neuen Landrat von Oder-Spree, Rolf Lindemann (SPD). „Der ist sehr engagiert, ermöglicht Dinge, anstatt sie zu verhindern“, sagt Rainer Opolka. Der Wahl-Brandenburger hofft, den Bebauungsplan bis zum Herbst genehmigt zu bekommen, um im kommenden Frühjahr mit der Umgestaltung des Parks beginnen zu können.

Jede private Initiative und Investition, gerade mit „Gemeinwohlbezug“ sei willkommen, versichert Landrat Lindemann. „Dennoch müssen wir uns an geltende rechtliche Rahmenbedingungen halten.“ Noch offene Bauordnungs- und naturschutzrechtliche Punkte sollen jetzt zügig abgearbeitet werden. „Und wo es Konflikte gibt, müssen beide Seiten Kompromisse eingehen.“

Unterdessen war Opolka nicht untätig, schließlich ist der 61-Jährige selbst Künstler. Unter dem Motto „Die Wölfe sind zurück“ schuf er rund 80 große, aggressiv wirkende Metall-Skulpturen, die Hass, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus symbolisieren sollen und bereits vor dem Landtag in Potsdam, der Dresdener Frauenkirche oder auch dem Berliner Hauptbahnhof standen. Aktuell tourt Opolka noch mit seinen „Wolfsmenschen“ durch Deutschland, doch schon bald sollen auch sie den neuen Kunst- und Literaturpark in Storkow bevölkern.

Von Jeanette Bederke

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