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Brandenburg Ist das Rosenthaler Wolfsrudel zu stoppen?
Brandenburg Ist das Rosenthaler Wolfsrudel zu stoppen?
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19:19 28.10.2016
Das Rosenthaler Wolfsrudel hat gelernt, selbst hohe Hindernisse zu überwinden. Quelle: dpa (Symbolbild)
Rietschen

Sachsen hat einen echten Problemfall, und zwar in Form eines Wolfsrudels, das in Ralbitz-Rosenthal (Landkreis Bautzen) sein Unwesen treibt. Im Bereich des sogenannten Rosenthaler Wolfsrudels ist es 2016 bereits zu 10 gemeldeten Übegriffen gekommen. Dabei haben Wölfe unter anderem einen 90 Zentimeter hohen Elektrozaun sowie in sieben weiteren Fällen etwa 140 Zentimeter hohe Festkoppeln überwunden. Zuletzt hatten die Raubtiere Anfang Oktober eine Schafherde bei Cunnewitz attackiert und in zwei aufeinanderfolgenden Nächten mehr als 30 Schafe gerissen.

Landrat will Wolfsrudel töten lassen

Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) will das „Problemrudel“ loswerden. Nach erneuten Schafrissen hatte er am Mittwoch den Abschuss der wildernden Wölfe gefordert. Der Managementplan für den Wolf erlaubt die „Entnahme“ – also die Tötung – eines Rudels jedoch nur als letztes Mittel, wenn alle zumutbaren Schutzvorkehrungen ergriffen wurden. Das Umweltministerium sieht daher keine Handlungsmöglichkeiten und lehnt den Antrag ab.

Schafhalter sollten die höchstmöglichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Quelle: dpa

Das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz hat die Schaf- und Ziegenhalter in der Oberlausitz nun zu verstärkten Maßnahmen zum Schutz ihrer Herden aufgerufen. Sie sollten ihre Zäune regelmäßig prüfen, Schwachstellen beseitigen und die Zäune zusätzlich mit einem sogenannten Flatterband überspannen, teilte das Büro in Rietschen am Freitag mit. In einigen Fällen hatte es mithilfe dieser Sicherheitsmaßnahme keine Wolfsangriffe auf die Herden mehr gegeben.

Bauernbund Brandenburg fordert: Wölfe auf Jagdliste

In Brandenburg gibt es bereits seit längerem Bestrebungen, die Raubtiere in die Jagdliste aufzunehmen. “Wir brauchen nicht mehr Wölfe in Brandenburg und wir müssen dafür sorgen, dass die Tiere scheu bleiben – indem wir sie schießen, wo sie nicht hingehören“, erklärte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung im Juni seine Forderung. Wölfe sollten nur in Schutzgebieten von der Jagd ausgenommen sein – etwa in ehemaligen Tagebauen oder auf Truppenübungsplätzen. „Jeder Wolf, der auf 500 Meter an menschliche Siedlungen oder Tierherden herankommt, ist ein Problemwolf“.

Hintergrund der Forderung ist der unterschiedliche Umgang mit den Raubtieren in Europa. In Skandinavien etwa können Wölfe mit Sondererlaubnis geschossen werden. In Finnland sollen im Jahr 2016 46 Wölfe zum Abschuss freigegeben worden sein. Auch Schweden kontrolliert die Wolfspopulation – unter anderem zum Rentierschutz. Dort gibt es gut 400 Tiere. In Brandenburg leben schätzungsweise 80 bis 100 Wölfe.

Von MAZonline/dpa

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