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Brandenburg Italienische Napoli-Bande bringt Blüten in Umlauf
Brandenburg Italienische Napoli-Bande bringt Blüten in Umlauf
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00:34 02.08.2015
Gefälscht oder echt? Quelle: dpa
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Potsdam

In Brandenburg sind deutlich mehr Euro-„Blüten“ im Umlauf. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ermittelte die Polizei bereits in 724 Falschgeld-Fällen. Von Januar bis Juni 2014 waren es nur 425, wie das Landeskriminalamt (LKA) auf MAZ-Anfrage mitteilte. In beiden Halbjahren wurden jeweils mehr als 900 Scheine sichergestellt.

Dass der vermeintlich sichere Euro verstärkt Ziel von Fälschern ist zeigt auch ein spezielles LKA-Lagebild: Danach waren im gesamten Jahr 2013 in 547 Fällen 600 „Blüten“ in den Zahlungsverkehr gebracht worden, ein Jahr später waren es schon 1004 Ermittlungsfälle mit 1567 falschen Banknoten.

Die am meisten verbreiteten Fälschungen kommen aus Italien

Bei Fälschern am beliebtesten sind nach wie vor der Zwanzig- und der Fünfzig-Euro-Schein. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Brandenburg 400 falsche Fünfziger sichergestellt (Vergleichszeitraum 2014: 312). Beim Zwanziger waren es bis Ende Juni 413 – 100 weniger als vor einem Jahr. „Beide Nennwerte machen 90 Prozent aller Falschnoten aus, wie bundesweite Fallzahlen belegen“, so LKA-Sprecherin Karina Schulter. „Darunter fallen hauptsächlich die europaweit verbreiteten Fälschungen der italienischen Napoli-Gruppe.“

Blüten haben oft eine hohe Qualität

„Napoli Group“ – so werden die berühmtesten Geldfälscher Europas genannt. Nach Schätzungen wird die Hälfte aller Euro-Blüten in der Gegend um die süditalienische Metropole hergestellt – zumeist von hoher Qualität. Beim Fälschen von Euro-Münzen haben chinesische Banden in Arbeitsteilung mit italienischen Perfektion erlangt. Damit werden vor allem Automaten gefüttert. In der Mark wurden in diesem Jahr 144 Zwei- und 28 Ein-Euro-Münzen sichergestellt. Scheine im Nennwert von 500 Euro werden von Fälschern eher gemieden, weil sie sich nur schwer in Umlauf bringen lassen. Hier wurden auch in Brandenburg seit Januar erst fünf Fälschungen sichergestellt. Auch bei Nennwerten von fünf oder zehn Euro ist die Zahl der nachgemachten Scheine gering. Der 100-Euro-Schein – im Zahlungsverkehr üblich, aber nicht so stark verbreitet wie der Fünfziger – bewegt sich laut LKA-Statistik auf konstantem Niveau von etwas mehr als 50 aufgefundenen „Blüten“. Geschäftsleute schulen ihre Mitarbeiter, um Fälschungen zu erkennen, heißt es beim Handelsverband Berlin-Brandenburg. So wurde im März ein Tankwart stutzig, als drei Italiener versuchten, an der Autobahntankstelle Mühlenfließ (Potsdam-Mittelmark) die Rechnung mit einem falschen Zwanziger zu begleichen. Drei Tage später wurden in einem Gully an derselben Tankstelle 66 falsche 20-Euro-Noten entdeckt. Vermutlich sind sie von den Italienern versteckt worden.

Bereits im Februar 2014 hatte ein Mann aus dem Kreis Teltow-Fläming seinen Audi an einen 36-Jährigen aus Sachsen-Anhalt verkauft. Im Bargeldbetrag von 17.000 Euro steckten auch 440 nachgemachte Zwanziger. Im Frühjahr 2014 hatten vier Polen versucht, im Raum Frankfurt (Oder) 31 falsche Fünfziger in den Verkehr zu bringen. Die Ermittlungen laufen.

Von Volkmar Krause

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