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Brandenburg Jäger verurteilen illegale Wolfsabschüsse
Brandenburg Jäger verurteilen illegale Wolfsabschüsse
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12:30 02.08.2018
Dieser Wolf ist für Schafe keine Gefahr. Er lebt in einem Gehege. Quelle: Alexander Heinl/dpa
Potsdam

Brandenburgs Landesjagdverband hat den illegalen Abschuss von Wölfen scharf kritisiert. „Wir distanzieren uns von solchen Straftaten“, sagte Präsidiumsmitglied Robert Franck aus Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) zu den drei im Juli bekanntgewordenen Wolfsabschüssen bei Fürstenwalde, Müllrose und Zossen: „Selbstjustiz ausüben, das geht nicht.“ Die Jagdgesetze müssten eingehalten werden. Zugleich erteilte der Verband Forderungen nach „wolfsfreien Zonen“ eine Absage.

Die Forderung des märkischen Bauernbundes nach wolfsfreien Zonen sei mit einem demokratischen Gemeinwesen nicht vereinbar, betonte Franck, der im Landesjagdverband unter anderem für Wölfe und Naturschutz zuständig ist. Mögliche Probleme würden so nur von einer Region in die nächste verschoben. Der Bauernbund will in der kommenden Woche erneut für sein Programm wolfsfreier Zonen werben und gegen die Ausbreitung von Wölfen in Brandenburg protestieren.

Nachdem am vergangenen Wochenende bei Lenzen (Prignitz) eine Schafsherde mutmaßlich von Wölfen attackiert wurde, hatte der Bauernbund Schutzjagden nach skandinavischem Vorbild gefordert. Auch der Landesbauernverband forderte die Erlegung des Prignitzer Wolfsrudels.

„Das aktuelle Rissgeschehen ist der letzte Härtetest für die bestehende Wolfsverordnung mit ihren extrem restriktiven Kriterien für eine Wolfsentnahme. Sollte diese wieder nicht möglich sein, müssen wir das Verwaltungspapier als nutzlos und gänzlich gescheitert bewerten.“, erklärte Jens Schreinicke, Wolfsbeauftragter des Bauernverbands.

Gemeinden rufen „wolfsfreie Zonen“ aus

Am kommenden Montag will der Bauernbund gemeinsam mit Bürgermeistern über die Forderung nach sogenannten Wolfsfreien Zonen informieren. Der Verband wirft der Landesregierung vor, sie betreibe eine Ausbreitung des Raubtiers.

„Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland“, betonte Jäger Franck. Nutztierhalter müssten jedoch besser unterstützt werden. „Der Wolf ist ein Tier, das in Brandenburg dazugehört“, sagte der 53-jährige Tourismusmanager: „Wir brauchen aber keinen Wolf im Ort und auch nicht im Gewerbegebiet und abends auf der Pferdekoppel.“

Auch über eine Lockerung des strengen Schutzstatus des Wolfs müsse diskutiert werden, sagte Franck. Im EU-Recht müsse der Schutzstatus geändert werden, damit die Länder mehr Entscheidungsmöglichkeiten bekommen. Probleme mit Wölfen und anderen Raubtieren dürften nicht verharmlost werden, betonte Franck: „Der Wolf ist ein Top-Predator.“

Wolfsjagd nur in Ausnahmefällen erlaubt

In Brandenburg müsse der 2017 ausgelaufene Wolfsmanagementplan fortgeführt werden, forderte Franck: „Die Landesregierung muss diesen Managementplan weiterführen.“ Die märkische Wolfsverordnung, die in Ausnahmefällen auch die Tötung von Wölfen erlaubt, müsse zudem mit Leben gefüllt und entbürokratisiert werden, um in Problemfällen geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. „Die haben ja keine Zahlen, die Wölfe“, sagte Franck: „Man kann ja nicht sagen, das war die 42, die die Kuh getötet hat.“

Ob bei den Wolfsabschüssen vom Juli Jäger die Täter seien, sei völlig offen, sagte Franck: „Niemand kann sagen, wer das gewesen ist.“ Auch andere Menschen hätten die Möglichkeit, Schusswaffen zu benutzen. Die rund 10.000 Mitglieder des Verbandes würden über rechtliche Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten, der Verband beteilige sich als anerkannter Naturschutzverband auch am Wolfsmonitoring, betonte Franck: „Jäger sind keine schießwütigen Leute.“

Von Torsten Gellner und Yvonne Jennerjahn

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