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Jäger warnen vor Wolfsboom in Brandenburg

Welpen werden gesäugt Jäger warnen vor Wolfsboom in Brandenburg

Brandenburger Jäger erwarten, dass die Zahl der Wölfe im Land in diesem Jahr um etwa ein Drittel steigen wird und befürchten deswegen weitere Angriffe auf Pferde und Kuhherden. Landnutzer werfen der Landesregierung vor, das Thema zu verharmlosen.

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Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburger Jäger erwarten, dass die Zahl der Wölfe im Land in diesem Jahr um etwa ein Drittel steigen wird und befürchten deswegen eine Zunahme von gerissenen Nutztieren. „Insbesondere Schafe und Nutztiere im Gatter sind eine leichte Beute für den Wolf, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind“, sagte Robert Franck, Wolfsbeauftragter des Landesjagdverbands. „Wenn Isegrim einmal Erfolg hatte, kommt er mit großer Wahrscheinlichkeit wieder. Dieses Erfahrungswissen wird von den Elterntieren an die Nachkommen weitergegeben.“

Derzeit würden die Wölfinnen ihre Jungen in Höhlen säugen – mit vier bis sechs Jungen pro Muttertier. „Wer eins und eins zusammenzählen kann, ahnt, dass Begegnungen mit Wölfen zunehmen werden“, erklärte Udo Appenzeller, Präsidiumsmitglied im Jagdverband.

Jäger zweifeln offizielle Wolfszahlen an

Offiziell wird die Zahl der Wölfe in Brandenburg auf bis zu 140 geschätzt. Der Jagdverband zweifelt diese Zahl jedoch an, geht von einer höheren Population aus.

Der Lobbyverein Forum Natur, in dem sich Landnutzer organisiert haben, wirft der Politik vor, Tierhalter, Waldbesitzer und Bauern mit einer „Unzahl ungeklärter Fragen“ alleine zu lassen. Entgegen früherer Beteuerungen zeigten die Erfahrungen der letzten Monate und Jahre, dass Wölfe auch Herden von Mutterkühen und Stuten mit Fohlen auf Koppeln angreifen.

„Dass der derzeit noch gültige Wolfsmanagementplan des Landes nicht einmal erwähnt, dass Rinder und Pferde ebenfalls potenzielle Beutetiere des Wolfes und damit gefährdet sind, verdeutlicht die vorherrschende Naivität im Umgang mit dem Wolf“, sagte der Vorsitzende des Forum Natur, Gernot Schmidt.

Weidetierhalter würden derzeit in Sachen Wolf als „Versuchskaninchen“ missbraucht. Mit dem weiteren Anwachsen der Wolfspopulationen würden aber auch zunehmend Rinder- und Pferdehalter Opfer von Wolfsangriffen.

Von Torsten Gellner

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