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Brandenburg Jan G. (24) wollte vor Todesfahrt ins Heim
Brandenburg Jan G. (24) wollte vor Todesfahrt ins Heim
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09:34 14.03.2017
Eine Nelke steckt am 01.03.2017 im Briefkasten vor dem Haus in Müllrose, in dem Jan G. seine Großmutter getötet hat. Quelle: dpa
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Beeskow

Der 24-Jährige, der erst seine Oma und dann zwei Polizisten getötet haben soll, ist nach Aussage seines Betreuers zwischen diesen Taten zu einem Heim für psychisch Kranke gefahren. Jan G. habe sich kurz in der Einrichtung in Beeskow aufgehalten, sagte der gerichtlich bestellte Betreuer der „Märkischen Oderzeitung“ (MOZ).

Vollstationäre Unterbringung im Gespräch

Der Jurist aus Berlin sei eine Weile zuvor schon einmal mit dem 24-Jährigen in dem Heim gewesen. Es sei damals um die Möglichkeit gegangen, dort unterzukommen. Eine vollstationäre Unterbringung sei aber seinerzeit nicht möglich gewesen, so der gesetzliche Betreuer.

Nach Heim-Besuch zwei Polizisten überfahren

Nachdem der 24-Jährige am Tattag, dem 28. Februar, in dem Heim war, setzte er mit dem Wagen seiner Großmutter die Flucht fort. Bei Oegeln überfuhr und tötete er auf der Flucht zwei Polizisten an einer Straßensperre.

Brutalen Gewaltausbruch nicht für möglich gehalten

Derweil hat der gerichtlich bestellte Betreuer von Jan G. – eine Art Vormund – Vorwürfe zurückgewiesen, er habe angesichts der Aggressionen des jungen Mannes nicht genug unternommen. Einen brutalen Gewaltausbruch wie am 28. Februar habe er nicht für möglich gehalten, sagte der Jurist, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden möchte, der MOZ. Eine Zwangsunterbringung im Maßregelvollzug habe er nicht als notwendig erachtet. Ähnlich hatte das Landgericht Frankfurt (Oder) entschieden.

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In Müllrose (Oder-Spree) ereignet sich am 28. Februar 2017 ein schreckliches Verbrechen. Dort ersticht der 24-jährige Jan G. zunächst seine Großmutter. Dann flieht er und überfährt auf der Flucht zwei Polizisten an einer Straßensperre in Beeskow, Ortsteil Oegeln.

Jan G. verhielt sich lange kooperativ

Der gesetzliche Betreuer sagte der Zeitung, Jan G. habe sich im ersten Jahr der Betreuung (November 2015 bis Dezember 2016) kooperativ verhalten, mit SMS und Whatsapp-Botschaften – einem Nachrichtendienst fürs Handy – regelmäßig Kontakt gehalten. Das Betreuungsverhältnis habe erst gelitten, seit der 24-Jährige für längere Zeit nach Bayern zu seiner Freundin gereist sei.

Medikation nicht die Aufgabe des Betreuers

Die Mutter des laut Gutachter schizophrenen jungen Mannes hatte der Zeitung gesagt, ihre später vom Enkel ermordete Mutter sei „total alleingelassen worden“ – zum Beispiel bei der Überwachung der Medikamenteneinnahme von Jan G. Dafür sei die 79-Jährige „gar nicht verantwortlich gewesen“. Dagegen hatte der Betreuer der MOZ gesagt, die Medikamenteneingabe habe „rund ein Jahr gut geklappt. Seine Oma hat aufgepasst“. Die Überwachung der Medikation habe nicht zu seinen Aufgaben gehört, so der Betreuer. Er habe aber Jan G. „ins Gewissen geredet“, seine Spritzen zu nehmen, und die Familie auf die Bedeutung der regelmäßigen Einnahme hingewiesen.

Die Mutter sagte, „richtige Konsequenzen“ habe ihr Sohn vor Gericht nie spüren müssen. Die Strafen seien stets zur Bewährung ausgesetzt worden.

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Von Ulrich Wangemann

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