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Brandenburg Jan G. gesteht überraschend Details im Mordprozess
Brandenburg Jan G. gesteht überraschend Details im Mordprozess
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15:16 08.11.2017
Jan G. am Dienstag, 7. November, im Landgerichts in Frankfurt (Oder) mit seinem Anwalt Stefan Böhme Quelle: Bernd Settnik
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Frankfurt (Oder)

Wie die Märkische Oderzeitung (MOZ) und rbb24 berichten, hat Jan G. am Dienstag überraschend ein umfassendes Geständnis zum Mord an seiner Großmutter abgelegt. Selbst sein Anwalt Stefan Böhme soll überrascht reagiert haben, so die MOZ. Mehrere Stunden soll demnach seine Aussage gedauert haben, „ohne Punkt und Komma, manchmal detailliert und klar strukturiert, dann wieder hektisch und wirr“ und an entscheidenenden Stellen mit Gedächtnislücken. Dem 25-jährigen Brandenburger wird am Landgericht Frankfurt (Oder) derzeit der Prozess gemacht, weil er am 28. Februar dieses Jahres erst brutal seine Großmutter und dann auf der Flucht zwei Polizisten getötet haben soll.

In Müllrose (Oder-Spree) ereignet sich am 28. Februar 2017 ein schreckliches Verbrechen. Dort ersticht der 24-jährige Jan G. zunächst seine Großmutter. Dann flieht er und überfährt auf der Flucht zwei Polizisten an einer Straßensperre in Beeskow, Ortsteil Oegeln.

Weder Trauer noch Bedauern

Seinem Geständnis an diesem Dienstag soll ein Vortrag der Vorsitzenden Richterin Claudia Cottäus mit Aussagen von G.s Schwester vorausgegangen sein, wonach G. „zu Gewaltausbrüchen gegenüber Frauen aus dem Familien- und Freundeskreis neigte“. Laut MOZ sollen den Taten Probleme mit seiner Freundin vorausgegangen seien. Daraufhin habe er Drogen konsumiert. Jan G. wird dazu mit den Worten zitiert: „Ich wollte zu sein. Dabei hasse ich das Zeug. Man fühlt sich wie im dunklen Wald, in einer ständigen Bedrohungslage, ist aber auch glücklich. Eine Zwickmühle“, so der Angeklagte über seinen Konsum von täglich 3,5 Gramm des als Partydroge geltenden Amphetamins MDMA.

Am Tattag soll die Wirkung der Drogen nachgelassen haben, seine Stimmung in der Folge gereizt gewesen sein. Eine mit Objekten blockierte Badewanne habe ihn ausrasten lassen, seine Oma soll er anschließend malträtiert, geschlagen und schließlich mit einem Messer getötet haben. Es war ihr 79. Geburtstag.

Trauer oder Bedauern äußerte Jan G. den Prozessbeobachtern zufolge nicht. Stattdessen erhob er Vorwürfe gegen seine Mutter und verwies auf jahrelangen sexuellen Missbrauch durch einen Freund der Mutter, der sich ereignet haben soll, als G. zwischen zwei und fünf Jahren alt war. G.s Mutter tritt im Prozess als Nebenklägerin auf.

Hochgradig gestörtes Verhältnis zwischen Mutter und Sohn

Am zweiten Verhandlungstag wurde das hochgradig gestörte Mutter-Sohn-Verhältnis offenkundig. An diesem Prozesstag Mitte Oktober sprach von seiner Mutter als „Frau G.“. Enge Familienmitglieder schilderten Tyranneien, darunter Drohungen, verbale und physische Gewaltausbrüche wie beispielsweise das mutwillige Töten von Katzen. Dass weder seine Schwester noch seine Mutter persönlich im Gericht auftreten, soll Jan G. sehr ärgern.

Beim Prozessbeginn hatte der mutmaßliche Dreifachmörder Jan G. bereits die Tötung der zwei Polizisten eingeräumt und beteuert, er habe die Beamten nicht umbringen wollen.

Von MAZonline

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