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Brandenburg Wie wurde Potsdam zum Sehnsuchtsort, Herr Jakobs?
Brandenburg Wie wurde Potsdam zum Sehnsuchtsort, Herr Jakobs?
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01:17 24.11.2018
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nimmt Abschied. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Die Umzugskisten stehen bereits neben dem Schreibtisch, erste Abschiedsgeschenke daneben auf dem Schrank: Das Büro des Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) im Rathaus in Potsdam ist ungewohnt leer. Viele Unterlagen hat er bereits geschreddert, vieles weggeworfen, erzählt er. „So ordentlich war mein Büro noch nie“, sagt der scheidende OB scherzend. Am Donnerstag wird er verabschiedet – kommende Woche tritt Mike Schubert (SPD) die Nachfolge an. Es ist auch das Ende einer Ära für Potsdam.

Mehr als 5800 Tage sind Sie Oberbürgermeister der Stadt Potsdam. Welcher dieser Tage ist Ihnen dabei besonders in Erinnerung?

Jann Jakobs: Sicherlich der erste Arbeitstag – und auch die Wahl 2002. Es war ja eine denkbar knappe Stichwahl zwischen Hans-Jürgen Scharfenberg von den Linken und mir. Da ist mir richtig der Schreck in die Glieder gefahren, als Scharfenberg vor Auszählung der Briefwahl führte. Da dachte ich: „Das war’s jetzt“. Und ich überlegte bereits: „Was sagst du denn?“. Und dann meinte Matthias Platzeck, der ja so ein Grundoptimist ist: „Warte doch ab. Lass doch erstmal die Briefwahl auszählen“. Scharfenberg war auch perplex, der hatte damit ja auch nicht gerechnet. Ich hatte dann sogar das Gefühl, dass er ganz froh war, dass er es nicht machen musste. Aber es gibt noch so viel mehr Tage, die prägend waren: Der Besuch der Queen 2004, das Außenministertreffen vor zwei Jahren hier in Potsdam. Aber es gehören natürlich auch weniger schöne Tage dazu: Krisen, die man zu meistern hat, wie der Stadtwerke-Skandal 2011.

Kein abrupter Übergang

Zieht das noch einmal alles vor Ihrem inneren Auge vorbei - jetzt, wo Sie die Kisten packen?

Ja, das findet so bruchstückartig statt, wenn man Unterlagen ausmustert. Aber es ist nicht so, dass ich mir von morgens bis abends meine Amtszeit vor Augen führe. Diese Räume hier sind schon voller Erlebnisse, Freudentränen, dramatischer Ereignisse. Ich bin derzeit eher so gepolt, alles noch abzuarbeiten. Und dann kommt der Abschied am morgigen Freitag. Und dann komme ich am Montag noch mal und gebe meine Schlüssel ab. Und dann war’s das.

Jann Jakobs

Jann Jakobs wurde am 22. Dezember 1953 in Eilsum (Ostfriesland) geboren.

Er absolvierte eine Ausbildung zum Erzieher. Studien in Hildesheim und Berlin schloss er 1985 als Diplomsoziologe ab.

Jakobs arbeitete als Sozialarbeiter in Berlin-Spandau, 1993 übernahm er die Leitung des Jugendamtes in Potsdam.

Seit 1997 war Jakobs Sozialbeigeordneter in Potsdam.

2002 wurde er erstmals zum Oberbürgermeister gewählt. 2010 zum zweiten Mal.

Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Wie übergibt man denn eigentlich eine ganze Stadt?

Ich habe mir vorgenommen, eine ganz normale Übergabe zu machen. Das hat ja hier nicht unbedingt Tradition. Als Horst Gramlich abgewählt wurde, hat er das Haus am selben Abend verlassen. Bei Matthias Platzeck war es auch abrupt: Er wurde zum Ministerpräsidenten gewählt, hat noch eine Abschiedsfete gegeben, das war’s. Das war aber unproblematisch, weil ich ja bereits sein Stellvertreter war. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, nun wirklich einen ganz normalen Übergang zu gestalten, habe mit meinem Nachfolger Mike Schubert sechs, sieben längere Gespräche geführt. Da sind wir alle möglichen Themen durchgegangen – von den Unternehmensbeteiligungen der Landeshauptstadt, da gibt es ja inzwischen 49, über die Arbeit in Verbänden und Vereinen, der Sparkasse und dem Städte- und Gemeindebund bis hin zu den Themen Stadtentwicklung, Verkehr oder Infrastruktur.

Gibt es einen väterlichen Rat, den Sie ihm mitgegeben haben?

Ich würde das nicht als väterlichen Rat bezeichnen. Es geht um die Vermittlung von Erfahrungen. Was ich gelernt habe: Das Wesen der Politik besteht auch im Wiederholen. Dadurch erzielt man Wirkung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, zu überzeugen – auch wenn einem selbst die Themen aus den Ohren herauskommen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Jann Jakobs (SPD), im Treppenhaus des Rathauses. Quelle: Friedrich Bungert

Was hatten Sie sich persönlich vorgenommen, als Sie 2002 ins Amt kamen? Hatten Sie einen Potsdam-Masterplan?

Einen Masterplan nicht, doch mir war schon klar, wo die Baustellen sind. Die größte damals: die Potsdamer Mitte. Es ist viel diskutiert worden, aber es gab überhaupt keine belastbaren Grundlagen, um die Mitte zu entwickeln. Es gab ja auch entsprechende Beschlüsse der Potsdamer Stadtverordneten…

… die Sie geerbt haben…

… ja. Aber mir war immer klar, wenn es dir nicht gelingt, die Potsdamer Mitte zu entwickeln, wirst du immer ein gescheiterter Oberbürgermeister sein. Das größte Problem war damals die Kreuzung, die sich ja auf großen Teilen des ursprünglichen Grundstücks vom Stadtschloss befand. Es musste geklärt werden, wie die Verkehrsverhältnisse künftig geordnet werden. Und wir haben ja immer hunderttausend Experten in der Stadt. Das hat mindestens anderthalb, wenn nicht zwei Jahre gedauert, um da Klarheit zu bekommen.

Jann Jakobs wirft einen letzten Blick aus dem Fenster seines Arbeitszimmers. Quelle: Friedrich Bungert

„Irgendwann ist genug diskutiert, dann muss auch entschieden werden“

Potsdam ist auch eine Stadt, in der sich viele Menschen einbringen und mitdiskutieren. Und immer wieder wurden auch politische Entscheidungen nach langen Prozessen wieder in Frage öffentlich gestellt.

Es ist durchaus zu beobachten, dass die klassische Politik zunehmend Konkurrenz bekommt. Es werden immer mehr Beteiligungsformen und Mitsprachemöglichkeiten organisiert, die drohen die klassischen Formen der Politik nicht nur zu ergänzen, sondern zu ersetzen. Das halte ich für brandgefährlich. Warum soll man sich in die ehrenamtliche Stadtverordnetenversammlung wählen lassen, wenn die eigenen Entscheidungen ständig in Frage gestellt werden? Man muss immer deutlich sagen: Beteiligung und Mitsprache ist wichtig, um alle Ideen, Meinungen und Vorschläge zu einem Problem auf dem Tisch zu haben. Die Entscheidungen fallen aber in der Stadtverordnetenversammlung. Dafür sind die Stadtverordneten in Wahlen demokratisch gewählt.

Gab es Momente, wo sie hinschmeißen wollten? Schließlich stand die Neugestaltung der Mitte immer wieder auf der Kippe. Beispielsweise, als das Fortuna-Portal stand, Ministerpräsident Matthias Platzeck bei der Einweihung im Oktober 2002 jedoch plötzlich sagte, mit dem Schloss werde es aber nichts mehr.

Das war nicht gerade eine gelungene Wahlkampfhilfe für mich. Das war genau in der Endphase der Stichwahl und die Nummer kam ohne Vorwarnung. Da war ich nicht gerade amüsiert.

Die Mitte ist immer ein Streitthema, zuletzt ging es ja beim Abriss der alten Fachhochschule hoch her. Es wirkte zuweilen so, als würde sie das nach all den Jahren allmählich nerven?

Na klar denkst du das. Du hast ja alle Themen durch, und dann fängst du noch mal von vorne an. Irgendwann ist genug diskutiert, dann muss auch entschieden werden. Und dann muss man das auch durchsetzen. In fünf, sechs Jahren werden die Leute zufrieden sein. Dann wird kein Hahn mehr nach der Fachhochschule krähen. Alle werden überwältig sein, von dem, was jetzt entsteht: Lebendige Quartiere.

Haben Sie diese Überzeugung beim „Minsk“ auch?

Was das „Minsk“ angeht, ärgere ich mich darüber, die nötigen Entscheidungen nicht schon viel früher herbeigeführt zu haben. Das hätte man gleich in der 90er-Jahren machen sollen. So holt es dich immer wieder ein. Genau wie die Diskussion um das alte Schwimmbad.

Man hat den Eindruck, so sehr in der Mitte um jede Fassade gerungen wird, so sehr wird am Brauhausberg Städtebau aufgegeben. Was da kommen soll, wird eine beliebige Stadtvillen-Architektur. Guckt man da nicht mehr hin, auf die andere Seite der Havel?

Wir werden es sehen: Auch die Speicherstadt wird eine sehr ansprechende Architektur bekommen. Und ich weiß auch nicht, warum das Hotel, das dort gebaut wird, so schlecht geredet wird. Aber ich gebe Ihnen in einem Punkt recht: Wenn man das Areal hätte städtebaulich aufwerten wollen, dann hätte man da kein Schwimmbad hin bauen dürfen. Es wäre besser gewesen, wenn wir es ins Bornstedter Feld gebaut hätten. Denn dann hätte man den Brauhausberg ganz anders gestalten können.

„Es war klar, dass Potsdam Potenzial hat – man musste es eben in praktische Politik umsetzen“

Kommen wir noch einmal auf die Frage nach Ihren wichtigsten Vorhaben bei Amtsantritt zurück. Welche Schwerpunkte wollten Sie neben der Mitte noch setzen?

Ich komme ja aus dem sozialen Bereich und es ging mir auch immer darum, die Plattenbauviertel nicht aus den Augen zu verlieren und dafür Sorge zu tragen, dass wir da Schritt halten, dass sie nicht abgehängt werden. Und es war auch 2002 nicht ausgemacht, wohin die Bevölkerungsentwicklung hingeht. Es gab ja damals die Frage, reißen wir ab, oder nicht? Die Entwicklung der Gartenstadt Drewitz zeigt, wie es gehen kann. Drittes Thema, was für mich mindestens genauso wichtig war, war die Potenziale, die Potsdam als Wissenschaftsstadt hat, zu befördern.

Der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam Jann Jakobs (SPD) im Gespräch mit den Redakteuren Hannah Suppa, Volkmar Klein (l.) und Jens Trommer. Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam war ja mal die „Meckerhauptstadt des Ostens“. Inzwischen ist sie Sehnsuchtsort und Boom-Stadt. Wie viel schreiben Sie sich selbst an dieser Veränderung zu?

Da müssen schon viele Dinge zusammenkommen. Was ich bewirkt habe ist, in Potsdam eine Offenheit für diese Entwicklung zu befördern. Und dafür Sorge zu tragen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Du kannst nicht nur sagen, wir wollen uns positiv entwickeln. Du musst dafür auch etwas tun. Dass Potsdam Potenziale hat, wurde immer gesagt. Das musst du aber auch in praktische Politik umsetzen, beispielsweise Flächen für Bauvorhaben ausweisen. Es ist ein Unterschied, ob du eine Verwaltung auf Konsolidierung ausrichtest, wie wir es jahrelang gemacht haben, oder ob du sagst: „Leute, wir müssen was tun, wir müssen Schulen bauen, Straßen bauen, Entwicklungskonzepte schreiben…“. Du musst als Oberbürgermeister auch neue Leute gewinnen, die in der Lage sind, diesen Kurs umzusetzen.

Das klingt so, als hätten Sie die Verwaltung einmal umkrempeln müssen.

Das war schon ein Mentalitätswandel. Dasselbe gilt für die städtischen Unternehmen. Bei der Pro Potsdam sind erstmal hundert Leute gekündigt worden, es gab keine Neubauabteilung mehr, keine Juristen. Und dann zu sagen, ihr sollt jetzt 1000 Wohnungen bauen, war schwierig. Als ich dann nach zwei Jahren gefragt habe, „wie viele Wohnungen habt ihr denn gebaut?“, kam als Antwort: 30. Da habe ich gesagt: „Wenn das so weitergeht, ist das ja ein Jahrhundertprogramm.“ Das heißt, es dauert schon mal drei oder vier Jahre, bis ein Unternehmen wieder auf Expansion ausgerichtet ist. Ich glaube, dass ich da einige wichtige Akzente gesetzt und an den richtigen Stellschrauben gedreht habe, damit das am Ende funktioniert.

Kurzum: Sind Sie stolz?

Ja, ich bin schon stolz.

Einweihung des Fortuna-Portals im März 2007: Jann Jakobs im Gespräch mit TV-Moderator und Portal-Spender Günther Jauch. Quelle: Christel Köster

Potsdam ist die Stadt der „Reichen und Schönen“, wie man ja auch gerne sagt. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass Sie eben mit diesen in den vergangenen Jahren viel zu tun hatten. Wie ist das so, wenn man immer darauf Rücksicht nehmen muss, wie es Günther Jauch geht oder was Hasso Plattner vorhat?

Ich glaube nicht, dass das meine Aufgabe gewesen ist. Es ist wichtig zu erkennen, dass sich diese Menschen in der Stadt engagieren wollen, denn das ist ein ganz großes Geschenk. Und das muss man nutzen. Aber man darf auch nicht den Eindruck aufkommen lassen, dass dadurch diese Menschen bestimmen, was in dieser Stadt passiert. Jeder trägt auf seine Art und Weise dazu bei, dass diese Stadt interessant wird und ist.

„Man braucht Menschen, die einem nicht nur nach dem Munde reden“

Nehmen wir Günther Jauch. Er hat enorm viel für diese Stadt getan. Und er war mit der Stadtverwaltung und den Denkmalpflegern nicht immer zufrieden, fühlte sich bei der Sanierung seiner Häuser gegängelt und übervorteilt.

Das haben wir ja auch ernst genommen, untersucht, Unzulänglichkeiten in der Denkmalpflege zu Tage gefördert und abgestellt. Aber es wäre falsch zu sagen, das haben wir nur gemacht, weil Günther Jauch sich beschwert hat. Es ging ja auch um die Steuerbescheinigungen für Sanierungen. Da haben wir dafür gesorgt, den Berg von Anträgen vieler Potsdamer zügig abzuarbeiten.

Und wenn Lieschen Müller anruft?

Dann schauen wir uns das natürlich auch stets an – es rufen hier ja nicht nur die wohlhabenden Menschen an.

Sie waren auch der Präsident des Städte- und Gemeindebundes in Brandenburg. Haben Sie da oft zu hören bekommen: „Die Potsdamer Probleme hätten wir gern?“

Ja, die Interessen gingen teilweise auseinander. Aber die hohe Kunst bestand darin, diese auszutarieren.

16 Jahre lang, von Oktober 2002 bis heute, hat Jann Jakobs (SPD) als Oberbürgermeister die Geschicke der Landeshauptstadt gelenkt. Am 23. November 2018 wird er offiziell verabschiedet. Ein Rückblick.

Potsdam hat innerhalb von Brandenburg stets eine Sonderstellung gehabt. So recht passt die Landeshauptstadt nicht zum Land, dem sie vorsteht.

Gerade die Arbeit im Städte- und Gemeindebund hat mir geholfen, mich zu erden. Weil es einen ganz anderen Blick noch einmal darauf gibt, welche Probleme die Menschen in der Fläche haben – außerhalb der Landeshauptstadt. Das hat meine Arbeit durchaus konkret bereichert.

Wie muss man sich die Entscheidungsfindung eines Jann Jakobs vorstellen?

Man benötigt eine Menge an Fakten, um Sachverhalte umfänglich beurteilen zu können. Man braucht Menschen, die einem nicht nur nach dem Munde reden. Da hatte ich immer ein ganz gutes Umfeld, das mich immer kritisch begleitet hat, mit dem ich mich auch mal gefetzt habe.

Wer gehörte zu ihren wichtigsten Einflüsterern?

In jedem Fall alle Büroleiter – von Wieland Eschenburg über Wolfgang Hadlich, Dieter Jetschmanegg bis Harald Kümmel. Pressesprecher Stefan Schulz ebenfalls. Und natürlich die Chefs der kommunalen Unternehmen. Horst Müller-Zinsius muss ich da nennen. Zu ihm hatte ich immer großes Vertrauen. Was nicht heißt, dass er ein einfacher Mensch ist. Da hat es schon manchmal Zoff gegeben. Und zwar richtig. Aber das muss einfach so sein, denn aus dieser Reibung entsteht auch Neues. Dann brauchst du auch Beigeordnete wie Burkhard Exner, mit denen du das kannst. Ich finde, man tut ihm häufig Unrecht. Was er geleistet hat, ist einfach unglaublich. Solide Finanzen zu haben, auf deren Basis man Investitionen vornehmen kann. Was man nicht gebrauchen kann, sind Leute, die einem nach dem Munde reden, das führt ins eigene Verderben. Und je älter und erfahrener man wird, muss man sich auch auf sein Bauchgefühl verlassen.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (r.) und Stadtkämmerer Burkard Exner (beide SPD) 2016 bei der Saisoneröffnung der Fahrradfahrer auf dem Luisenplatz in Potsdam. Quelle: Friedrich Bungert

Hat Sie dieses Bauchgefühl auch mal getäuscht?

Ja, bei mancher Personalentscheidung.

„Ich wünsche mir ein tolerantes Potsdam"

Und bei Sachentscheidungen?

Nicht bei größeren. Nicht mal beim Hotel Mercure, würde ich das sagen.

Wobei Sie da manche Pirouette gedreht haben.

Ja, irgendwann musste ich erkennen, du verbeißt dich gerade. Das Thema ist jetzt nicht entscheidungsreif, das kommt später. Das gehört zur Weisheit. Aber es kommt!

Aber Sie sehen da zukünftig schon eine Fläche ohne Hotel?

Ja, klar.

Wenn Sie drei Wünsche für die Stadt Potsdam freihätten. Was würden Sie sich wünschen?

Erstens, dass die Stadt, was ihre Weiterentwicklung betrifft, auf stabilem Kurs gehalten wird. Zweiter wichtiger Punkt wäre, dass sich die Stadt weiterhin für Toleranz und gegen Rechtsradikalismus positioniert. Da will ich bei „Potsdam bekennt Farbe“ gerne meinen Beitrag leisten und weiter mitmischen. Das ist ein ganz wichtiges Gut, das wir haben. Und das gibt den Menschen auch Orientierung hier. Es ist keiner davor gefeit, Leuten auf den Leim zu gehen, die die einfachen Antworten haben. Beim dritten Punkt bin ich wieder bei der Potsdamer Mitte. Dass es zügig vorangeht, so dass die Menschen bald wieder diese Perle erleben können. Und ich finde es eine glückliche Fügung, dass jetzt noch die Synagoge gebaut wird.

Oberbürgermeister Jann Jakobs und sein Nachfolger Mike Schubert (beide SPD). Quelle: Martin Müller

Wie wollen Sie sich künftig in der Stadt einbringen? Sie haben ja bereits gesagt, als Politiker wird man Sie nicht mehr erleben. Übernehmen Sie ein Ehrenamt?

Ich habe zwei konkrete Vorhaben: Mike Schubert hat mich gebeten, den Vorsitz beim Verein pro Wissen erstmal für ein halbes Jahr zu behalten, da würde ich gern weiter mitmachen. Und ich habe ja schon gesagt, dass mir das Thema Wissenschaft und Stadtentwicklung am Herzen liegt, ich werde Mitglied der Universitätsgesellschaft.

Werden Sie sich weiter für die Garnisonkirche einsetzen?

Natürlich.

Sie hatten Ihrer Frau einen Afrika-Urlaub versprochen nach der Amtszeit. Wann geht es los?

Anfang 2019, fünfeinhalb Wochen nach Kenia und Tansania. Ich freue mich sehr darauf.

Von Hannah Suppa, Jens Trommer und Volkmar Klein

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