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Brandenburg Jauch klagt vor EU-Gericht für Privatsphäre
Brandenburg Jauch klagt vor EU-Gericht für Privatsphäre
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17:33 15.06.2016
Der beliebte TV-Moderator und Potsdamer Günther Jauch verklagt die „Bunte“ auf Schadenersatz. Quelle: dpa
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Potsdam/Brüssel

In Deutschland sind der Fernsehmoderator Günther Jauch und seine Frau Dorothea Sihler-Jauch vergeblich fast vier Jahre lang durch alle Instanzen gezogen, um für eine Reportage mit Fotos von ihrer Hochzeit Schadenersatz zu bekommen. Nun geht der Rechtsstreit in eine neue Runde: Am Donnerstag entscheidet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) über eine Beschwerde des Paars gegen Deutschland.

Die „Bunte“ veröffentlichte Bilder von der Hochzeit

Der 59 Jahre alte Talkmaster und seine zwei Jahre jüngere Frau hatten im Juli 2006 in Potsdam geheiratet. Zu der Feier waren rund 180 Menschen eingeladen, darunter der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD). Der Anwalt der Kläger hatte vorab der Presse mitgeteilt, das Paar wünsche keine Reportage mit Details über seine Hochzeit.

Dennoch veröffentlichte das Magazin „Bunte“ einen Artikel, der mit mehreren Fotos illustriert war. Sihler-Jauch zog gegen den Verlag vor Gericht. Sie machte Anspruch auf Schadenersatz wegen des unerwünschten Abdrucks der Fotos in Höhe von 250.000 Euro geltend. Außerdem forderte sie Schmerzensgeld in Höhe von 75.000 Euro.

Gericht gab Jauch Recht – wies Schadenersatzforderung ab

Im Januar 2008 gab ihr das Landgericht Hamburg teilweise Recht: Es stellte eine Verletzung der Privatsphäre fest und ordnete eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 25.000 Euro an. Die Schadenersatzforderung von 250.000 Euro wies das Gericht hingegen ab.

Dieses Urteil wurde im Oktober 2008 vom Hamburger Appellationsgericht aufgehoben. Jauch sei ein bekannter und einflussreicher Fernsehmoderator von politischen Sendungen, argumentierten die Richter. Daher sei das Interesse der Öffentlichkeit an seiner Hochzeit legitim gewesen.

Jauch sieht sein Recht auf Schutz des Privatlebens nicht geschützt

Das Bundesverfassungsgericht nahm eine Beschwerde Sihler-Jauchs im Mai 2010 nicht an. In einem eigenen Verfahren forderte auch Ehemann Jauch Schadenersatz - ebenfalls vergeblich.

Vor dem EGMR macht das Paar geltend, die deutsche Justiz habe sein Recht auf Schutz des Privatlebens nicht ausreichend geschützt. Außerdem sehen die Kläger ihr Grundrecht auf Schutz des Eigentums verletzt, weil ihnen kein Schadenersatz wegen des unerwünschten Abdrucks der Fotos zugestanden wurde.

Von dpa

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