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Jeder 2. Arbeitsplatz entsteht in der Industrie

Investitionen in Brandenburg Jeder 2. Arbeitsplatz entsteht in der Industrie

Die landeseigene Fördergesellschaft, die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), hat die Boom-Regionen in Brandenburg ermittelt: Es sind Potsdam und Potsdam-Mittelmark. Ein Drittel aller Ansiedlungen und Innovationen landesweit gab es 2015 dort. Zunehmendes Interesse an Investitionen in Brandenburg gibt es von polnischer Seite.

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Der Potsdamer Medizintechnik-Unternehmer Christoph Miethke zieht demnächst mit der Firma in diese Reiterhalle – unterstützt von der Zukunftsagentur Brandenburg.

Quelle: FOTO: dpa

Potsdam. Die Landeshauptstadt Potsdam und der Landkreis Potsdam-Mittelmark sind bei neuen Investitionen die Boom-Regionen in Brandenburg. Sie allein verzeichnen ein Drittel aller rund 350 Ansiedlungen, Innovationsprojekte und Existenzgründungen in Brandenburg im vorigen Jahr. Das geht aus der Bilanz der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) hervor, der landeseigenen Fördergesellschaft. 83 Projekte dieser Art gab es in Potsdam, 43 in Potsdam-Mittelmark. Es folgen Teltow-Fläming und Oberhavel (je 26) sowie Oberspreewald-Lausitz (22). Schlusslicht ist Frankfurt/Oder (4).

ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt zog insgesamt eine positive Bilanz der Wirtschaftsförderung. Im vergangenen Jahr konnten durch Beratung der Fördergesellschaft 3075 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Das seien 43 mehr als ein Jahr zuvor. Damit verbunden waren Investitionen in Höhe von 259 Millionen Euro. Diese Zahl ist wegen des Auslaufens der EU-Förderperiode niedriger als 2014 (824 Millionen Euro). Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sagte, der Kurs Brandenburgs, in erster Linie die ansässigen Unternehmen zu unterstützen, zahle sich aus. Als erfreulich bezeichnete er den hohen Anteil der Industrie am Investitionsvolumen von über 70 Prozent. ZAB-Chef Kammradt sagte, die Industrie sei im Land auf Wachstumskurs. Jeder zweite Arbeitsplatz sei ein Industriearbeitsplatz. „Das ist auch ein Hebel für andere Arbeitsplätze.“ Aus der Industrie entstehe Bedarf für Logistik und Dienstleistungen.

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Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg

Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg: Steffen Kammradt

Quelle: STÄHLE

Investoren kommen inzwischen nicht mehr nur aus Deutschland oder Westeuropa. Die Nummer eins bei den Investitionen sei die USA. Dann folgte Europa mit Ländern wie Schweiz, Österreich, Niederlande und Großbritannien. Kammradt sieht verstärkt ein Interesse Polens, in Brandenburg zu investieren. Als Beispiele wurden der neue Betreiber des Terminals für den Kombinierten Ladungsverkehr am Güterverkehrszentrums in Frankfurt (Oder) genannt, die polnische Firma PCC Intermodal sowie der polnische Automobil-Zulieferer Boryszew genannt. Der hatte kürzlich angekündigt, sein im April 2015 abgebranntes Galvanik-Werk in Prenzlau (Uckermark) wieder aufzubauen. Das Land beteiligt sich an der 21-Millionen-Investition mit einem Fünftel der Kosten. „Da wachsen wir mit unserem Nachbarn wirtschaftlich immer enger zusammen.“

Von den Neuansiedlungen im vergangenen Jahr hob Kammradt drei heraus. In Schwedt/Oder investierte die Firma A&W Apparate und Wärmeaustauscherbau. „Dort entstanden aus dem Stand 48 Arbeitsplätze.“ Der Schweizer IT-Dienstleister Enersis Suisse, der sich auf Projekte der Energiewende spezialisiert hat, sitzt in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). Damit verbunden sei eine Investition von sieben Millionen Euro und 139 Arbeitsplätze. In Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) siedelte sich die spanische Automobil-Zulieferfirma Gonvarri Steel an. Dort entstanden 25 Arbeitsplätze (Investitionssumme 8,5 Millionen Euro).

Die Zukunftsagentur wirbt besonders für ihr Fachkräfte-Portal, eine Art Anlaufstelle für Neu-Brandenburger und Rückkehrer. Mit knapp 150 000 Besuchern sei ein Rekordwert erreicht worden. „Das ist doppelt so viel wie vor drei Jahren“, sagte ZAB-Chef Kammradt. „Das Interesse an Brandenburg steigt.“

Potsdamer High-Tech Firma zieht in Reitstall

7,85 Millionen Euro investiert der Potsdamer Medizintechnik-Unternehmer Christoph Miethke in sein Projekt: eine frühere Reithalle in der Roten Kaserne im Bornstedter Feld. Dort soll demnächst eine neue Produktionsstätte eingeweiht werden. Noch allerdings wird überall in der Halle gewerkelt, überall liegt weißer Bauschutt. „Ich bin nicht nervös“, versicherte Miethke, der die Halle zur Präsentation der ZAB-Bilanz zur Verfügung stellte. 1,66 Millionen Fördergelder stecken in dem Projekt. Die Halle ist in zwei Teile getrennt, in der Mitte steht eine Mauer aus rotem Ziegelstein. Die Firma ist weltweit tätig, produziert Ventilsysteme für Hydrocephalus-Patienten – gemeinhin als Wasserkopf bezeichnet.

Von Igor Göldner

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