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Jeder 3. Grundschulklasse hat zu viele Kinder

Überfüllte Klassenzimmer Jeder 3. Grundschulklasse hat zu viele Kinder

Zum Schuljahresbeginn schlug der Landeselternrat Alarm: Vor allem KIassen, in denen Kinder und mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen, seien zu groß. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hat nun nachzählen lassen und beschwichtigt: Nur in Einzelfällen seien Klassen überfüllt, findet er.

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Bildungsminister Günter Baaske

Quelle: dpa

Potsdam. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) weist den Vorwurf zurück, Brandenburgs Schulklassen seien oft überfüllt. Von den insgesamt 5010 Grundschulklassen hätten 67 Prozent bis zu 23 Kinder und damit den Richtwert eingehalten. Es gebe nur 41 Grundschulklassen mit mehr als 28 Kindern. „Ich bedaure diese Einzelfälle“, so Baaske. Aber schulorganisatorisch sei das nicht anders zu machen gewesen. In diesen großen Klassen werde zusätzlicher Teilungsunterricht angeboten.

„Die Daten zeigen, dass das häufig gezeichnete öffentliche Bild, Brandenburgs Klassen seien überfüllt, schlicht falsch ist“, so Baaske. weiter. Auch an den öffentlichen Gymnasien sowie Ober- und Gesamtschulen gebe es deutlich mehr kleine als große Klassen.

In Großbeeren und Bad Liebenwerda gab es Elternproteste

Hintergrund der Ministeriumsdatenabfrage sind Vorwürfe des Landeselternrats und betroffener Schulen. Wie berichtet, war nach Angaben des Landeselternrates im vergangenen Schuljahr fast jede dritte Inklusionsklasse zu groß. 31 Prozent der Klassen, in denen Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam lernen, waren mit mehr als 23 Schülern überfüllt. Speziell für Inklusionsklassen hatte das Ministerium auf die Einhaltung der Richtfrequenz gedrängt. An mehreren Grundschulen gab es zum Schuljahresbeginn Proteste, weil weniger Klassen in einer Jahrgangsstufe vom Schulamt genehmigt wurden. In Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) zogen Eltern und Lehrer in einem Protestzug durch die Stadt, um das Schulamt umzustimmen. Vergebens: Die Schule musste zwei fünfte Klassen mit 28 bzw. 29 Schülern einrichten, obwohl mehrere Schüler mit Förderbedarf angemeldet waren. In Großbeeren (Teltow-Fläming) durfte an einer Pilotschule für Inklusion keine vierte erste Klasse eingerichtet werden.

Der Koalitionspartner übte Kritik

Nicht nur Eltern und Opposition, auch der Koalitionspartner kritisierten Baaske scharf. Die Zahlen seien „inakzeptabel“, hatte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Kathrin Dannenberg, erklärt. Sie erwarte vom Bildungsministerium zügig Maßnahmen, um die Einhaltung der Richtlinie zu gewährleisten.

Das Ministerium sieht aber offenbar keinen Handlungsbedarf. Er schließe nicht aus, dass in Einzelfällen zusätzliche Klassen gebildet werden, wenn dies durch zusätzliche Schüler erforderlich werden sollte, erklärt Baaske nun.

Von Marion Kaufmann

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