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Jeder achte Rentner von Armut bedroht

Ostdeutsche sorgen zu wenig vor Jeder achte Rentner von Armut bedroht

Fünf Prozent mehr Rente für Brandenburgs Senioren – eine erfreuliche Nachricht. Doch selbst mit dem bisschen Mehr auf dem Konto, reicht es für die Menschen im Ruhestand immer häufiger nicht zum Leben. Das Problem: Altersarmut ist von Dauer. Die Möglichkeiten, das Einkommen aufzubessern, gering. Ein Ende der Armut ist nicht in Sicht – im Gegenteil.

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Viele Rentner in Brandenburg sind von Altersarmut bedroht.

Quelle: dpa

Potsdam. Die gute Nachricht, dass sich Brandenburgs Senioren auf eine Rentenerhöhung von fünf Prozent freuen können, wird getrübt: Immer mehr Senioren im Land droht die Altersarmut. Die Zahl der über 65-Jährigen, deren Rente nicht zum Leben reicht, steigt. 7715 Ältere mussten im Jahr 2014 zusätzlich Grundsicherung beziehen. 2013 gab es noch 7662 Renten-Aufstocker.

„Altersarmut entsteht nicht erst im Alter. Die Armut wird im Alter oft erst offensichtlich“, sagte Reiner Höft-Dzemski, Experte vom Verein für öffentliche und private Fürsorge. Sie sei die Folge von geringem Verdienst und Arbeitslosigkeit. Deswegen seien die Rentner in Ostdeutschland besonders gefährdet. „Nach der Wende waren viele Menschen arbeitslos. Sie können nicht mit hohen Renten rechnen“, sagt er. Viele Möglichkeiten, das Einkommen noch aufzubessern, gebe es nicht: „Wer mit 65 in Rente geht und altersarm ist, wird das bis zum Tod bleiben. Altersarmut ist von Dauer“, so Höft-Dzemskis Befund. Ein Blick auf die Statistik belegt eine deutliche Zunahme des Armutsrisikos der Generation 65plus. 2006 galten 9,2 Prozent der Brandenburger als gefährdet, 2013 waren es schon 12,3 Prozent, wie aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Armutsgefährdet sind Menschen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens beträgt. 2013 lag diese Schwelle bei 869 Euro für Alleinstehende und 1826 Euro für eine vierköpfige Familie.

Doch die Statistik verschleiert aus Sicht von Andreas Kaczynski, Sprecher der Landesarmutskonferenz, die tatsächlichen Verhältnisse. „Die derzeit noch guten Renten verzerren die Statistik nach oben“, sagt er. „Die durchschnittlichen Neurenten fallen deutlich geringer aus.“ Hinzu kommt: Die Ostdeutschen sorgen wegen der niedrigeren Einkommen auch weniger privat vor. „Es werden viel mehr Menschen betroffen sein, als wir es erwarten“, prophezeit deshalb Kaczynski. „Altersarmut wird exponentiell ansteigen.“ Er begrüßte den am Freitag von Sozialministerin Diana Golze (Linke) angekündigten Runden Tisch, mit dem Armut perspektivisch verhindert werden soll.

Von Torsten Gellner

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