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Brandenburg Jeder zehnte Märker lebt auf Pump
Brandenburg Jeder zehnte Märker lebt auf Pump
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20:48 06.11.2013
Quelle: dpa
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Potsdam

Die Arbeitslosigkeit geht zurück, das Konjunkturklima ist prima, die Kaufkraft wächst. Trotz dieser guten Vorzeichen lebt weiterhin jeder zehnte Brandenburger weit über seine Verhältnisse: 9,95 Prozent aller Erwachsenen – rund 210.000 Menschen – sind überschuldet. Das geht aus dem Schuldneratlas hervor, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch vorstellte. „Dies ist sehr enttäuschend, man sollte annehmen, dass sich in wirtschaftlich guten Zeiten die Situation stärker verändert“, sagte Creditreform Helmut Rödl. Als überschuldet gilt, wer seine Kredite oder Ratenzahlungen auf absehbare Zeit nicht mehr bedienen kann.

Brandenburg liegt damit erneut leicht über dem Bundesschnitt: 9,81 Prozent oder 6,59 Millionen Deutsche steuern über kurz oder lang auf eine Privatinsolvenz zu. Die Zahl der märkischen Schuldner ist annähernd gleich geblieben. Gestiegen ist jedoch die Schuldnerquote, die 2012 noch bei 9,77 Prozent lag. Das liegt am Ergebnis der Volkszählung: Der Zensus hatte ergeben, dass in Deutschland weniger Menschen leben als angenommen. Die Bezugsgröße der Schuldenquote ist also leicht geschrumpft, was die Quote wiederum nach oben trieb.

In den kreisfreien Städten ist das Risiko, in eine Schuldenfalle zu geraten, am höchsten. Brandenburg an der Havel bleibt der negative Spitzenreiter des Privatschuldenrankings: 15,36 Prozent der Erwachsenen sind dort überschuldet. In Frankfurt (Oder) liegt die Quote bei 12,77 Prozent.

Unter den Kreisen ist Ostprignitz-Ruppin am stärksten betroffen, das mit 11,79 Prozent noch vor Cottbus (11,08 Prozent) liegt. Am besten schneidet der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit einer Schuldnerquote von 7,9 Prozent ab.

Im Vergleich zu den anderen deutschen Landeshauptstädten schlägt sich Potsdam recht gut: 9,24 Prozent der Einwohner über 18 Jahren sind überschuldet, weniger sind es nur in Dresden, Mainz und München (8,13 Prozent).

Hauptgründe für die drückende Schuldenlast sind Arbeitslosigkeit und Scheidung, aber auch Erkrankungen, Sucht und Unfälle sowie in steigendem Maße ein riskantes Konsumverhalten. „Damit zeigt sich in Zeiten volkswirtschaftlicher Stabilität die Kehrseite der Sicherheit: Verbraucher trauen sich die Finanzierung des Konsums eher zu“, heißt es in der Analyse.

Jeder dritte private Haushalt (33 Prozent) setzt inzwischen auf Ratenkredite, um sich Smartphone, Waschmaschine oder Fernseher zu kaufen. Vergangenes Jahr lag der Anteil der Ratenfinanzierer noch bei 29 Prozent.

Der Privatkonsum ist laut Credit reform auch der Grund, warum die Jüngeren immer stärker in die Risikozone rutschen: Mehr als ein Drittel der überschuldeten Privatpersonen war 2013 jünger als 30 Jahre – das sind 60 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Von Torsten Gellner

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