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Brandenburg Jedes fünfte Auto fällt durch TÜV-Hauptuntersuchung
Brandenburg Jedes fünfte Auto fällt durch TÜV-Hauptuntersuchung
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18:33 07.11.2018
Geht in Brandenburg nicht immer gut aus: Die Hauptuntersuchung. Quelle: DEKRA
Berlin

Fast jedes fünfte Fahrzeug fällt bei der Hauptuntersuchung des TÜV durch. Das ist die schlechte Nachricht des neuen Reports, den der Technische Überwachungsverein gestern in Berlin vorstellte. In der Region Berlin-Brandenburg ist der Zustand der Zwei- und Vierräder laut dem TÜV-Rheinland noch etwas schlechter als im Bundesdurchschnitt. 20,5 Prozent der von Juli 2017 bis Juni 2018 geprüften Fahrzeuge haben die Hauptuntersuchung hier nicht auf Anhieb geschafft. Deutschlandweit fielen nur 20,2 Prozent aller Fahrzeuge beim ersten Termin durch.

Hohes Fahrzeugalter spielt eine Rolle

Ein Hauptgrund für die brandenburgische Mängelquote ist das hohe Durchschnittsalter der Fahrzeuge. Es liegt laut Kraftfahrzeugbundesamt derzeit bei 9,9 Jahren und damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Ältere Fahrzeuge haben ein deutlich höheres Risiko, bei der Hauptuntersuchung durchzufallen als jüngere. „Bei den zehn bis elf Jahre alten Fahrzeugen lag die Durchfallquote bei 28 Prozent“, sagt TÜV-Gesamtverbandssprecher Maurice Shahd. Deshalb müssten gerade Fahrer älterer Fahrzeuge ihr Auto regelmäßig warten lassen. Moniert werden von der TÜV-Prüfern am häufigsten Mängel bei der Beleuchtung, Ölverlust, schlechte Bremsen, der Auspuff sowie Achsen.

Auffallend ist, dass sich die Mängelquote bei den einzelnen Fahrzeugtypen stark unterscheidet. Edelmarken wie Porsche, Mercedes und Audi hatten bundesweit die geringste Rate bei erheblichen Mängeln. Nur 2,5 Prozent der zwei bis drei Jahre alten Porsche 911 fielen bei der Prüfung zuletzt durch. Ex-trem schlecht schneidet dagegen der Dacia Logan ab – der Rumäne ist in der Anschaffung eines der günstigsten Fahrzeuge auf dem Markt. Bei vier- bis fünfjährigen Autos teilt sich der Logan mit dem Chevrolet Spark den vorletzten Platz – Mängelquote: 21,8 Prozent. Schlechter schneidet nur der Peugeot 206 mit 28 Prozent Fehlerquote ab.

Premiummodelle ziemlich robust

„Es ist schon auffällig, dass so viele Premiummodelle auf den vorderen Plätzen liegen“, sagt Verbandssprecher Shahd. Die Investition in ein teures Fahrzeug sei somit auch eine Investition in die Sicherheit. Allerdings zeigt der TÜV-Report auch, dass Mittelklassewagen wie der Golf Sports Van oder der Huyndai i20 gut abscheiden können und umgekehrt manchmal viele BMW-Modelle durchfallen.

Alarmierend sei die Situation in Berlin und Brandenburg nicht, sagt der Sprecher des TÜV-Rheinland, Wolfram Stahl. „Da die Durchfallquote nur minimal über dem Bundesdurchschnitt liegt, ist die Situation hier nicht besorgniserregender als sonst im Bundesgebiet.“ Man müsse sagen, dass das Fahren insgesamt sehr sicher sei. Das belege auch die ständig sinkende Zahl der Verkehrstoten. „Die Mobilität hat in Deutschland durchaus an Qualität gewonnen.“

Zumindest was die Modellwahl anbelangt scheinen die Brandenburger ein glückliches Händchen zu haben. Die vom TÜV monierten Dacias bilden laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes nur einen geringen Teil des Fahrzeugbestandes. 2017 wurden 20 605 Dacias gezählt. Dagegen fuhren fast 101 000 Daimler auf den märkischen Straßen.

Einen Lichtblick für Berlin und Brandenburg gibt es: Die Mängelquote bei den Hauptuntersuchungen ist gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte gesunken.

Der TÜV-Report kann ab morgen an den Prüfstellen erworben werden

Von Rüdiger Braun

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