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Brandenburg Jedes fünfte Kind im Land von Armut bedroht
Brandenburg Jedes fünfte Kind im Land von Armut bedroht
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18:30 28.02.2018
Von Armut sind besonders Alleinerziehende mit Kindern betroffen. Quelle: dpa
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Potsdam

In Brandenburg ist statistisch gesehen fast jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Dagegen geht es den Rentnern im Land mit einer Quote, die nur halb so hoch ist (8,9 Prozent), vergleichsweise gut. Das geht es aus dem Regionalen Sozialbericht 2017 hervor, den das Landesamt für Statistik am Mittwoch präsentierte. Insgesamt ist in Brandenburg mehr als jeder achte Einwohner von Armut bedroht. Die statistische Quote lag im vergangenen Jahr bei 13,4 Prozent und damit ähnlich hoch wie in den beiden Jahren davor. In Berlin ist sogar jeder Sechste von Armut bedroht.

Besonders alarmierend in dem Bericht ist das hohe Armutsrisiko für Alleinerziehende mit Kindern, das bei 40,9 Prozent liegt. Dabei sind mit 78,6 Prozent besonders viele Mütter mit kleinen Kindern erwerbstätig. Dagegen ist in Haushalten mit drei und mehr Kindern das Risiko mit 21,1 Prozent nur halb so groß. Als armutsgefährdet gilt in Brandenburg, wer monatlich weniger als 922 Euro verdient – und als arm bei einem Monatseinkommen unter 769 Euro.

Am höchsten armutsgefährdet sind der Studie zufolge Bewohner der beiden kreisfreien Städte Brandenburg/Havel mit 18,3 Prozent und Cottbus mit 17,9 Prozent. Auf Platz drei liegt der Landkreis Spree-Neiße (17,6). Am Geringsten ist das Armutsrisiko danach im Havelland (8,4 Prozent), in Potsdam-Mittelmark (8.6) und in Märkisch-Oderland (10,5). Potsdam liegt mit einer Gefährdungsquote von 14,7 Prozent über dem Durchschnitt der Kreise und kreisfreien Städte, der bei 13,4 Prozent liegt.

Die 18- bis 25-Jährigen im Ausbildungsalter sind von allen anderen Altersgruppen am stärksten von Altersarmut gefährdet – mit 26,1 Prozent. Auch Arbeitslosigkeit bedeutet oft drohende Armut: Fast dreiviertel (72,9 Prozent) der Langzeitarbeitslosen leben mit diesem Risiko. Für diese Gruppe hat sich das Risiko, arm zu werden, seit 1996 mehr als verdoppelt. Das Fazit der Statistiker ist bitter: An der allgemeinen Einkommensentwicklung in den neuen Bundesländer hätten die Langzeiterwerbslosen nicht teilhaben können.

Und selbst unter den erwerbstätigen Brandenburgern liegen trotz des Mindestlohns 7 Prozent unterhalb des Monatseinkommens von 922 Euro. Bei den Teilzeitbeschäftigten sind es sogar fast 18 Prozent. Das höchste Risiko haben Personen mit niedrigem Bildungsabschluss. Da liegt die Quote bei 40 Prozent.

Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) sagte, Alleinerziehende und kinderreiche Familien hätten nach wie vor ein höheres Armutsrisiko. Die Landesregierung kümmere sich intensiv darum, dass Langzeitarbeitslose und Erwerbslose mit Kindern einen Weg aus der Armutsfalle fänden. „Kinderarmut hängt vor allem von der Einkommenssituation der Eltern ab“, betonte die Ministerin.

Die Grüne-Landesvorsitzende Petra Budke nannte die hohen Risikoquoten für Alleinerziehende und Kinder „eine Schande in unserem reichen Land“. Nötig sei eine Unterstützung, die die Betroffenen auch wirklich erreiche, wie eine bundesweite Kindergrundsicherung oder ein kostenfreies Mittagessen in Kita und Schule. Kindergelderhöhungen für alle nach dem Gießkannenprinzip würden wenig helfen, so die Grünen-Politikerin.

In Berlin sind im bundesweiten Vergleich die meisten Menschen armutsgefährdet – fast 17 Prozent. Der Trend geht nach oben. 2016 waren es nur 14,1 Prozent.

Von Igor Göldner

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