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Brandenburg Jetzt jagt die Polizei den Wolfskiller
Brandenburg Jetzt jagt die Polizei den Wolfskiller
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19:06 14.08.2014
Quelle: Peter Geisler
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Potsdam

Die Jagd auf den Wolfskiller hat begonnen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus lässt seit Donnerstag im Fall des am Mittwoch bei Lieberose (Dahme-Spreewald) unter einem Naturschutzschild tot und kopflos aufgefundenen Wolfs ermitteln.

Die Polizei untersucht die im Zusammenhang mit der Tat gefundenen Geschossreste. Eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd bemühte sich am Donnerstag, allzu große Erwartungen an die Ermittler zu dämpfen – schließlich handele es sich nur um den Fall eines getöteten Tieres und nicht eines ermordeten Menschen.

Naturschützer und Gesetzgeber sehen das anders. Die Tötung eines unter Artenschutz stehenden Tieres kann mit Geld- und mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden. Der offenbar von einem Jagdprofi erschossene und enthauptete Wolf ist kein Einzelfall. Katharina Weinberg, Geschäftsführerin des Naturschutzbunds (Nabu) in Brandenburg, berichtet von geschossenen Störchen, Biebern und von Reihern, denen Tierhasser den Schnabel kupieren.

Weinberg, langjährige Wolfsexpertin und Chefin einer entsprechenden Nabu-Bundesarbeitsgemeinschaft, erneuerte am Donnerstag die Forderung, solche Straftaten strenger zu verfolgen. „Hier muss mehr passieren. Im Artenschutzbereich ist außerdem eine besondere Sachkunde erforderlich“, sagte Weinberg. Vorbild könnte der Freistaat Sachsen sein. Nach dem Abschuss eines Wolfs Ende März dieses Jahres unterstützte dort ein Spezialteam des Landeskriminalamts die örtlichen Ermittler.

Ein massakrierter Wolf im Naturschutzgebiet: Ökologen empfinden das als Provokation. Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamts, kann den mit der Tat zu Tage getretenen Hass nicht nachvollziehen: „Obwohl die Zahl der Wölfe beständig zunimmt, werden immer weniger Nutztiere gerissen.“ Wurden 2011 noch 87 Schafe von Wölfen getötet, halbierte sich die Zahl im vergangenen Jahr auf 42. 2014 starben bisher 37 Schafe nach Wolfsattacken.

Betroffene Nutztierhalter werden vom Land entschädigt. Fielen 2010 noch 20.000 Euro an, sind es im laufenden Jahr 2300 Euro. Das Land bezuschusst zudem Schutzzäune mit bis zu 75 Prozent. Freude: „Den Wolf muss man nicht unbedingt leiden können. Aber er hat seine Lebensberechtigung.“

Von Bastian Pauly

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