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Jetzt online checken: Welche ist die richtige Klinik?

Medizinische Qualität Jetzt online checken: Welche ist die richtige Klinik?

36 Brandenburger Krankenhäuser stellen sich auf einem neuen Internetportal dem direkten Vergleich: Patienten können im „Krankenhausspiegel“ nachlesen, wo sie gut behandelt werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Online-Nachschlagewerk.

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Risiken und Nebenwirkungen – das neue Portal kann für viele Auskünfte herangezogen werden.

Quelle: foto: fotolia

Potsdam . Brandenburger können sich jetzt im Internet über die Qualität der medizinischen Behandlung in 36 Kliniken informieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist der Brandenburger Krankenhausspiegel ?

Im erstmals erschienenen Brandenburger Krankenhausspiegel haben 36 Kliniken ihre Qualitätsdaten zu 16 besonders häufigen oder komplizierten Krankheitsbildern und Behandlungen veröffentlicht. Wer sich in einem Brandenburger Krankenhaus behandeln lassen muss, kann auf www.krankenhausspiegel-brandenburg.de auf eigene Faust nach der besten Klinik suchen.

Wobei hilft die Internetseite?

Bevor man sich für ein Krankenhaus entscheidet, gibt es oft viele Fragen. Das Internetportal soll Patienten helfen, die Qualität einer Behandlung an verschiedenen Krankenhäusern richtig zu beurteilen, zum Beispiel bei Brustkrebsoperationen, beim Gelenkersatz an Hüfte und Knie, bei der Geburtshilfe, beim Einsatz von Herzschrittmachern oder bei Knieoperationen. Dabei können die Patienten beispielsweise Informationen darüber erhalten, wie häufig bestimmte Eingriffe an einer Klinik ausgeführt werden. Der Krankenhausspiegel gibt auch Auskunft über Behandlungsverlauf und -erfolge, listet aber auch Sterblichkeitsraten auf.

Welche Datengrundlage nutzt das Online-Nachschlagewerk?

Die im Krankenhausspiegel veröffentlichten Zahlen stammen aus einem bundesweit gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsvergleich, dem sich alle deutschen Kliniken unterziehen müssen. Basis für den diesjährigen Krankenhausspiegel sind Zahlen des Jahres 2015. Die Daten sollen jährlich aktualisiert werden. Das Projekt wird getragen von der Landeskrankenhausgesellschaft (LKB) und den teilnehmenden Kliniken. Diese stellen ihre Daten freiwillig zur Verfügung. Vergleichbare Krankenhausspiegel gibt es bislang in Thüringen, Hamburg, Bremen und der Region Hannover.

Wie ist die Seite aufgebaut?

Die Internetseite gliedert sich in drei Rubriken: Qualitätsergebnisse, Krankenhausporträts und medizinische Informationen. Die Ergebnisse werden in Schaubildern dargestellt, die von erklärenden Texten ergänzt werden. Der Nutzer bekommt mittels einer grünen oder roten Qualitäts-Ampel eine erste Orientierung. Maßstab sind die Durchschnittsresultate auf Landes- und Bundesebene. Nach Angaben der LKB werden Krankheitsbilder, Grafiken und Fachbegriffe für medizinische Laien in einer „einfachen, patientengerechten Sprache“ erläutert.

Was verspricht sich das Brandenburger Gesundheitsministerium von dem Vergleichsportal für Kliniken?

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) sieht die Internetseite als „Bereicherung“ für die märkische Krankenhauslandschaft, weil sich die Kliniken freiwillig einem Qualitätsvergleich stellen. Sie erhofft sich neben der Transparenz, einen „gesunden Wettbewerb“ zwischen den einzelnen Kliniken. „Die Häuser können voneinander lernen und auf Dauer noch besser werden.“

20 Prozent der 53 Brandenburger Kliniken machen ihre Daten nicht öffentlich. Müssen Patienten nun fürchten, dass sie in diesen Krankenhäusern nicht gut aufgehoben sind?

„Nein“, sagt LKB-Geschäftsführer Jens-Uwe Schreck. So gebe es etwa unter den nicht teilnehmenden Krankenhäusern sieben Kliniken, die sich auf Fachgebiete wie Rehabilitation oder Psychiatrie konzentrieren und die im direkten Vergleich nicht alle Behandlungen anbieten. Andere Krankenhäuser würden bereits an Qualitätsprojekten teilnehmen. Wieder andere hätten Bereitschaft signalisiert, ihre Daten künftig transparent machen zu wollen, so Schreck.

Warum stellen sich viele Krankenhäuser bewusst dem Vergleich mit anderen Häusern?

Steffen Grebner, Geschäftsführer der Klinikgruppe Ernst von Bergmann (Potsdam), sieht das Portal als „Ansporn“, Behandlungen zu optimieren. Und Karsten Bittgau, Geschäftsführer des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin sieht darin einen großen Schritt hin zu mehr Transparenz für Brandenburgs Krankenhäuser.

Weist eine rote Ampel automatisch auf die schlechte Behandlungsqualität einer Klinik hin?

Laut LKB bietet der Krankenhausspiegel eine erste Orientierung für Patienten. So müsse beispielsweise eine besonders hohe Rate an Komplikationen nach Operationen nicht automatisch auf eine schlechte Behandlungsqualität einer Klinik hinweisen. Grund für das schlechte Abschneiden könne auch eine überdurchschnittlich große Anzahl schwerkranker hochaltriger Patienten sein, bei denen Komplikationen häufiger vorkommen.

www.krankenhausspiegel-brandenburg.de

Von Diana Bade

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