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Jetzt steht’s fest: Tiemann will in den Bundestag

Bundestagswahl 2017 Jetzt steht’s fest: Tiemann will in den Bundestag

Alle Spekulationen sind beendet: Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann tritt für ein Bundestagsmandat an. Die Landespartei hofft auf ein Direktmandat – auch, weil der populäre SPD-Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der den Wahlkreis 2013 direkt gewann, dann wahrscheinlich längst Bundespräsident ist.

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Will in den Bundestag: Dietlind Tiemann, hier bei Protesten gegen die Kreisreform

Quelle: Patrick Pleul

Potsdam, . Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU), wird nun doch 2017 für den Bundestag kandidieren. Das bestätigte am Dienstag die Landes-CDU der MAZ. Schon länger war über eine Bewerbung spekuliert worden, doch die 61-Jährige hielt sich bislang alle Optionen offen. Sie hatte sich zuletzt landesweit als scharfe Kritikerin der von Rot-Rot geplanten Kreisreform einen Namen gemacht. Die Stadt Brandenburg an der Havel soll, wie zwei weitere kreisfreie Städte, die Kreisfreiheit verlieren. Das will eine Volksinitiative verhindern.

Intensiv über Kandidatur nachgedacht

Tiemann bewirbt sich im Wahlkreis 61 um ein Mandat, zu dem Brandenburg an der Havel sowie Teile von Havelland und Potsdam-Mittelmark gehören. Die Entscheidung zur Kandidatur fiel am Montag Abend nach einem Gespräch zwischen Tiemann und dem CDU-Landesvorsitzenden Ingo Senftleben. Der Landesverband habe sie gebeten, anzutreten und darüber habe sie intensiv nachgedacht, sagte Tiemann der MAZ. Sie sehe dies als Herausforderung und Chance, sich künftig auch in Berlin für die Menschen in ihrer Stadt und in Brandenburg einzusetzen, sagte sie.

Noch ist Steinmeier der Gegner

Tiemann tritt – bislang noch – gegen SPD-Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier an. Der ist zwar von seiner Partei nominiert worden, doch inzwischen ist er auch der gemeinsame Kandidat von SPD und CDU/CSU für das Amt des Bundespräsidenten. Im wahrscheinlichen Fall seiner Wahl zum Staatsoberhaupt im Februar wird die SPD einen anderen Kandidaten für den Wahlkreis bestimmen. Für die Linke tritt die parteilose Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg (48) an.

Ziel ist das Direktmandat

Tiemann ist seit 13 Jahren Oberbürgermeisterin der Havelstadt. 2011 war sie in direkter Wahl im Amt bestätigt worden. Ihre Amtszeit würde 2019 enden. Sollte sie im nächsten Jahr in den Bundestag einziehen, müsste ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Die Landes-CDU verspricht sich im Wahlkampf von ihrer populären Oberbürgermeistern viel. Sie soll das Direktmandat holen, das 2013 Steinmeier für die SPD gewann.

Auch ein Plan B existiert

Sollte sie den Wahlkreis nicht gewinnen, könnte sie noch über die Bundestagsliste ein Mandat bekommen. Es ist fest damit zu rechnen, dass die Landespartei ihr einen günstigen Listenplatz verschafft – unter den ersten vier. Die Wahl der Bundestagsliste der CDU ist am 20. Januar. In der Landespartei hatte sie allerdings nie einen leichten Stand. 2007 und 2011 wollte sie Vize-Landeschefin werden, verlor aber auf Parteitagen die Abstimmungen.

Bei SPD und Linke ist sie wegen der Kreisreform eine Reizfigur. Zuletzt hielten ihr nach eigenen Äußerungen über eine angebliche Streichliste für die kreisfreie Stadt Landesminister wie Karl-Heinz Schröter und Christian Görke „Panikmache“ sowie „Agitation und Propaganda“ vor.

Erfreut über ihre Kandidatur äußerte sich Havellands Kreischef, Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski. Frau Tiemann habe die Stadt unglaublich vorangebracht. Mit ihr werde die CDU den Wahlkreis direkt gewinnen. „Das ist unser Ziel“, so Dombrowski

Von Igor Göldner

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