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Brandenburg „Jetzt ziehen wir erst mal alles aus“
Brandenburg „Jetzt ziehen wir erst mal alles aus“
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07:27 18.07.2013
Das Playmate in ihrer Heimatstadt Werder (Havel). Quelle: Julian Stähle

MAZ: Ab heute ist der neue Playboy in den Zeitschriftenregalen. Sind Sie nervös?
Sarah Domke: Doch, ein bisschen. Aber weil wir die Foto-Strecke schon im Oktober aufgenommen haben, hatte ich Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen.

Wo hat denn das Shooting stattgefunden?
Domke: Auf Sifnos, das ist eine ganz kleine griechische Insel. Wir hatten dort eine riesengroße Villa, die über drei Etagen ging und in den Fels hineingebaut war. Wir haben Fotos in der Villa gemacht. Außerdem gab es ein altes Mercedes-Taxi aus den 1970er Jahren, mit dem Fotos entstanden sind. Und wir sind auf einem Motorboot gefahren. Ich bin selbst gefahren, denn ich habe einen Bootsführerschein.

Als Werderanin kommt man wahrscheinlich mit einem Bootsführerschein auf die Welt ...
Domke: Ja, wenn man am Wasser aufwächst, gehört das irgendwie dazu.

Wie funktioniert das eigentlich in dem Playboy? Wird man von einem Scout auf der Straße angesprochen: "Ey, du siehst so Hammer aus." Oder bewirbt man sich selber?
Domke: Man bewirbt sich.Ich kenne Juliane Raschke aus Groß Kreutz, die vor einigen Jahren "Playmate of the Year" war, und sie riet mir, es auch einmal zu versuchen. Ich habe mich bei ihrer Agentur beworben, die dann eine Sed-Card von mir gemacht hat. Drei Wochen, nachdem ich die Fotos dann an den Playboy geschickt hatte, kam die Zusage. Als erstes wurde ich letztes Jahr ich zum Cybergirl für den Monat Januar gewählt worden. Als Jahresgewinnerin unter den zwölf Cybergirls bin ich dann Playmate des Monats geworden.

Das neue Playmate kommt aus Brandenburg. Sarah Domke aus Werder (Havel) posiert als Miss August in dem Magazin "Playboy". Für die Bilder tauschte sie die Stadt an den Havelseen gegen die Küste Griechenlands. Die MAZ zeigt einige Bilder aus dem Magazin und hat die 25-Jährige auch in ihrer märkischen Heimatstadt fotografiert.

Wie war die Resonanz darauf, dass Sie im Playboy waren?
Domke: Ich denke recht gut. Ich hab's nicht an die große Glocke gehängt, aber irgendwann wurde es dann mehr bekannt.

Waren die Leute erstaunt?
Domke: Eher nicht. Als ich angefangen habe mit dem Modeln, haben mir schon viele gesagt, dass der Playboy etwas für mich wäre, weil ich anscheinend einen sexy Ausdruck habe und einen schönen Körper.

Angeblich soll es für sehr attraktive Frauen privat manchmal schwierig sein, weil sich Männer gar nicht so richtig rantrauen, um sie anzusprechen. Empfinden Sie das so?
Domke: Ich würde mich nicht als wahnsinnig schön betrachten. Bei mir ist es mehr die Aura. Die Ausstrahlung - wie ich laufe und gehe. Mir wird immer gesagt, dass ich schön laufe. Generell habe ich keine Probleme, dass Männer sich nicht trauen, mich anzusprechen. Aber ich bin seit sieben Jahren mit meinem Freund zusammen und alle anderen blitzen ab. Zwischen meinem Freund und mir passt es einfach, das ist immer noch wie am ersten Tag.

Hat er Sie bestärkt, die Fotos für den Playboy zu machen?
Domke: Anfangs war er nicht so begeistert. Es brauchte ein bisschen Überzeugungskraft, aber mittlerweile ist er stolz darauf.

Hatten Sie schon Erfahrung als Model?
Domke: Bin schon, seitdem ich 16 Jahre alt war, in Boutiquen gelaufen oder bei der "Lady's Fashion Night" im Potsdamer Kutschstall. Bei meiner Model-Agentur bin ich schon vier Jahre. Mein schönstes Foto-Shooting war auf einer Straußenfarm. Am Ende hatte ich einen blitzblauen Oberarm, weil die Straußen mich die ganze Zeit gebissen haben. Außerdem war es bitterkalt und es hat genieselt, aber es hat mir trotzdem super gefallen.

Würden Sie sich als zielstrebig bezeichnen?
Domke: Wenn man Model ist, muss man sich bewusst sein, dass man die Zähne zusammenbeißen muss. Beim Playboy-Shooting haben wir zum Beispiel acht Stunden am Stück geshootet. Da merkt man am Abend, wo man überall Muskeln hat.

Warum?
Domke: Weil man die Muskeln die meiste Zeit anspannen muss. Man macht bei so einem Foto-Shooting ja Bewegungen, die eigentlich unnatürlich sind. Normalerweise liegt man ja flach auf dem Boden und nicht mit durchgedrücktem Hohlkreuz. Das ist echt anstrengend. Und mit den High Heels, die ich für die Playboy-Fotos getragen habe, konnte man gar nicht laufen. Man musste darin wie eine Ballerina auf den Zehenspitzen stehen.

Wie haben Sie sich beim Foto-Shooting gefühlt?
Domke: Zuerst hat es schon ein wenig Überwindung gebraucht, als es hieß: "Jetzt ziehen wir erst mal alles aus." Es war ja auch nur ein kleiner Kreis von Menschen um mich herum: Eine Frau, die für Sachen wie die High Heels zuständig war. Jemand für die Haare. Außerdem der Videomann und natürlich der Fotograf. Es war supernett. Zuerst denkt man als Brandenburger ja, dass die Bayern vielleicht ein eigenes Volk sind, aber wir kamen richtigt gut klar. Der Fotograf Wilfried Wulff fotografiert sonst viel in Paris: High Fashion mit Magermodels. Ich hatte Angst vor unserer ersten Begegnung, dass er sich möglicherweise denkt: "Was will diese kleine Speckmade hier?"

Wie bitte? Sie sind doch beim besten Willen keine "kleine Speckmade" ...
Domke: Ich bin schlank, aber eben kein Magermodel, sondern das Mädchen von nebenan. Trotzdem lief alles super zwischen uns. Vielleicht auch, weil er so wie ich ein ehemaliger Waldorf-Schüler ist. Da habe ich dann beim Shooting meinen Namen getanzt - das war ein guter Einstieg.

Namen-Tanzen?
Domke: Ja, in den ersten Klassen lernen Waldorf-Schüler auch Eurythmie; eine Bewegungskunst, die von Rudolf Steiner entwickelt wurde.

Was hat Ihre Familie dazu gesagt, dass Sie sich für den Playboy haben ablichten lassen?
Domke: Meine Mutter wohnt weit weg. Sie freut sich für mich und googelt mich sogar manchmal. Mein Papa weiß es noch gar nicht.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Domke: Eigentlich habe ich in einem Labor Biologisch-technische Assistentin (BTA) gelernt. Jetzt habe ich mich aber gemeinsam mit einer Freundin entschieden, dass wir in Werder einen Laden für italienische Mode aufmachen. Wir sind gerade beim Renovieren.

Selber?
Domke: Ja, so was macht mir Spaß. Zusammen mit meinem Freund habe ich vor drei Jahren unser Familienhaus übernommen. Da haben wir auch viel selbst gemacht.

Apropos Haus. Würden Sie gern mal Hugh Hefners Playboy-Mansion besuchen?
Domke: Die Villa an sich würde ich schon gerne mal sehen. Aber ob ich ihn so kennenlernen möchte, weiß ich nicht. Wenn man mit Hugh Hefner in Verbindung gesetzt wird, hat man gleich einen Stempel auf der Stirn und das will ich nicht. Obwohl er eigentlich wie ein ganz sympathischer alter Mann wirkt.

Unter den Playmates wird auch das "Playmate des Jahres" gekürt. Wäre das Ihr Traum?
Domke: Klar! Zwei Jahre würde ich gerne noch modeln. Mit 28, wenn mich keiner mehr bucht, habe ich die Jahre dann voll ausgelebt. Später kann ich die Bilder dann mal meinen Kinder zeigen und sagen: "Guckt mal, so hat Mami früher ausgesehen!"

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