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Jobwunder dank Flüchtlingswelle

Öffentliche Verwaltungen stellen massiv ein Jobwunder dank Flüchtlingswelle

Um den Zustrom von Flüchtlingen zu bewältigen, müssen die öffentlichen Verwaltungen massiv neue Mitarbeiter einstellen. Meist sind die Stellen zwar befristet, aber zum Beispiel für Sozialarbeiter bricht kurzfristig eine Art goldenes Zeitalter an.

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Flüchtlinge kommen in Potsdam an.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Die Flüchtlingswelle sorgt in der Region für ein kleines Jobwunder. Weil bis Jahresende 36 000 Asylbewerber registriert, versorgt und beherbergt werden müssen, entstehen hunderte Jobs in den öffentlichen Verwaltungen, bei Sicherheitsunternehmen, Caterern und im Baugewerbe.

So hat allein der Landkreis Potsdam-Mittelmark 35 neue Stellen ausgeschrieben – besetzt werden konnten bislang nur acht Stellen. Die Stadt Potsdam sucht 30 Kräfte, der Landkreis Oberhavel ebenfalls 30 – im Jahr 2016 sind dort sogar 50 neue Jobs geplant. Bis zu 15 Millionen Euro muss allein der Kreis Oberhavel für zusätzliche Aufgaben – also neue Jobs – 2016 einplanen. „Es ist schwierig, jemanden zu finden“, sagt Landratsamts-Sprecher Ronny Wappler. Bei 14 Landkreisen und vier kreisfreien Städten müssten, so eine grobe Schätzung, rund 400 kommunale Stellen herausspringen – bezahlt nach Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Für die Arbeitsagentur Neuruppin stellt Sprecherin Melanie Speck fest: „Der öffentliche Dienst sucht!“ Sind die Asylbewerber anerkannt und ins soziale Fürsorgenetz integriert, dürften noch mehr Jobs nötig sein: Kita-Erzieher, Sprachlehrer und Job-Center-Mitarbeiter. „Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, sagt Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, geeignete Lehrer etwa seien kaum zu finden. „Deutsch als Fremdsprache hat in diesem Teil Deutschlands kaum jemand gelernt“, so Böttcher

Von etwa 11 000 neu zu besetzenden Stellen bundesweit geht das Sicherheitsgewerbe aus. Im Vergleich zu 2014 hat sich schon jetzt die Zahl der Objektschützer verdoppelt, sagt Silke Wollmann, Sprecherin des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft. In München, wo praktisch Vollbeschäftigung herrscht, etwa sei es kaum noch möglich, Personal zu finden, im Raum Berlin-Brandenburg seit der „Arbeitsmarkt noch nicht völlig abgegrast“, so Wollmann.

Zusätzliche Aufträge registriert die Handwerkskammer Potsdam. Weil ohnehin gute Auftragslage auf dem Bau herrsche, müssen laut Kammersprecherin Katja Wolf manche Firmen neue Aufträge ablehnen. Die Betriebe seien auf sieben Wochen ausgebucht, qualifizierte Handwerker seien schwer zu finden. „Die Handwerker fragen nach Flüchtlingen, die sie einstellen wollen. Das ist aber nicht so einfach“, sagt Wolf.

Von Ulrich Wangemann

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