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Brandenburg So lebt es sich als Jugendlicher in Brandenburg
Brandenburg So lebt es sich als Jugendlicher in Brandenburg
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20:01 11.06.2018
Jean Nikisch wollte schon als Kind Landwirt werden. In der Prignitz macht er nun seine Ausbildung – und wohnt in einer Azubi-WG. Quelle: MAZ-Grafik
Potsdam

Dort, wo Jean Nikisch wohnt, passiert nicht viel von dem, was Jugendliche in der Regel spannend finden. In Karstädt in der Prignitz gibt es keinen Club, keine Kneipen und keine Konzerte von Bands, deren Songs man bei Spotify finden würde. In der Gemeinde leben 6000 Seelen, verstreut auf über 250 Quadratkilometer weites Land. Jean Nikisch liebt es hier. „Ich wollte schon immer Landwirt werden“, sagt er. Jean macht eine Ausbildung bei der Agrargenossenschaft, lebt in einer Azubi-WG auf dem Hof und will im Anschluss in der Region bleiben.

Die Multimedia-Reportage zum Langzeitprojekt

Alle ausführlichen Porträts der Jugendlichen, Videos zu den Protagonisten und ein Interview mit Bildungsministerin Britta Ernst gibt es in der Multimedia-Reportage zum Projekt unter jugend.maz-online.de.

Doch seine Geschichte ist nur eine von vielen: 370 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wachsen aktuell in Brandenburg auf. Sie leben wie Jean auf dem Dorf in den Weiten der Mark, direkt in Potsdam oder im Speckgürtel Berlins. Sie gehen leidenschaftlich gern zum Bowling oder engagieren sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Was treibt sie an? Was beschäftigt sie?

Stanley Moewes aus Sachsenhause engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Um seinen Schulweg zu verkürzen, ist er vor zwei Jahren in einen Bungalow gezogen. Quelle: Friedrich Bungert

„Jugend in Brandenburg“ ist ein Langzeitprojekt

Um zu verstehen, wie es sich als junger Mensch in Brandenburg lebt, starten die MAZ-Volontäre das Langzeitprojekt „Jugend in Brandenburg“. Ab sofort und über die nächsten Jahre begleiten wir sieben Jugendliche aus dem ganzen Land. Sie heißen Jean und Luisa, Paul und Ireen, Florian, Friederike und Stanley – und ihre Geschichten sind Geschichten der Gegensätze.

Ireen Beyer ist 17 Jahre alt und schon ziemlich vernünftig. Um ihren Freund in Finsterwalde zu besuchen, sitzt sie 1,5 Stunden im Zug. Vor allem die hohen Ticketpreise nerven sie. Quelle: Friedrich Bungert

Ihre Biografien sollen einen Eindruck davon vermitteln, wie es sich zwischen der Prignitz und der Lausitz lebt. Die Jugendlichen erzählen davon, wie es ist, jeden Tag Stunden in Zügen und Bussen zu verbringen, nur um zur Schule zu kommen – oder warum sie von Potsdam aus in die weite Welt aufbrechen wollen. So wollen die MAZ-Volontäre eine Antwort darauf suchen, was es für junge Menschen bedeutet, im Bundesland mit der drittältesten Bevölkerung in Deutschland zu leben.

Von den MAZ-Volontären

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