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Asylunterkunft: Jugendherbergen bieten sich an

Flüchtlingspolitik Asylunterkunft: Jugendherbergen bieten sich an

Der Städte- und Gemeindebund warnt vor einer Unterschätzung der Flüchtlingszahlen in Brandenburg. Zeltunterkünfte hält der Vorsitzende für ein probates Mittel, um Flüchtlinge unterzubringen. Unterdessen bieten Brandenburgs Jugendherbergen an, Flüchtlinge aufzunehmen. Doch nicht alle Herbergen kommen in Frage.

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Jugendherbergen bieten sich als Flüchtlingsunterkünfte an.

Quelle: dpa

Potsdam. Vor einer Unterschätzung der Flüchtlingszahlen in Brandenburg hat der Städte- und Gemeindebund in Potsdam gewarnt. Die jüngst genannten 18.000 neuen Flüchtlinge in diesem Jahr seien der Realität näher als niedrigere Schätzungen, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Karl-Ludwig Böttcher, am Donnerstag im Inforadio des RBB. Ende 2014 war man noch von 9500 ausgegangen. Deshalb könne man auf absehbare Zeit auf Zelte nicht verzichten, weil die Unterbringungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien. Der Kreis Potsdam-Mittelmark ist der erste in Brandenburg, der Flüchtlinge in Zelten unterbringt. Da etwa die Hälfte der Flüchtlingen aus sogenannten sicheren Drittstaaten komme, müssten deren Verfahren auch schneller abgeschlossen werden.

600.000 Flüchtlinge bundesweit

Die Zahl der Flüchtlinge soll nach unbestätigten Medieninformationen bis zum Jahresende bundesweit auf etwa 600.000 anwachsen. Damit würden auch deutlich mehr Asylsuchende nach Brandenburg kommen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und das Potsdamer Innenministerium haben noch keine neue Prognose. Stand jetzt werden 2015 in der Mark 14.000 Flüchtlinge erwartet.

Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) richtet ein Bürgertelefon ein. In der Stadt befindet sich die Erstaufnahmestelle des Landes für Flüchtlinge. Ein Großteil der 1500 Menschen lebt in Zelten.

Jugendherbergen bieten sich, haben aber noch keine Anfrage erhalten

Angesichts fehlender Unterkünfte für Flüchtlinge in Brandenburg sind Jugendherbergen bereit, Menschen aufzunehmen. „Wir haben aber noch keine Anfragen bekommen“, sagte der Geschäftsführer des Jugendherbergs-Landesverbandes, Burkhard Helle, auf Anfrage. In Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg richten Einrichtungen Plätze ein. In Berlin sind bereits seit etwa zwei Wochen zwölf junge Leute in einer Jugendherberge untergebracht - mit 300 anderen jungen Gästen.

In der Erstaufnahmeeinrichtung der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt sind in den vergangenen Tagen bereits Zelte als Notquartiere aufgebaut worden. Einige hundert Menschen finden dort Obdach. Als erster Landkreis lässt nun auch Potsdam-Mittelmark Zelte aufstellen.

Kritik an Gutschein-Vorstoß

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) wird für seinen erneuten Vorstoß, Flüchtlingen Gutscheine statt Bargeld auszugeben, scharf kritisiert.

Auch SPD-Politiker kritisieren ihren Parteigenossen . Gutscheine seien diskriminierend. Die Linke bezeichnet Schröters Vorschlag als unanständig. Die Grünen sprechen von restriktiver Asylpolitik. Lob kommt hingegen von der CDU. Der Vorschlag sei vernünftig.

Einen MAZ-Kommentar finden Sie hier.

Im Herbst und Winter sind Jugendherbergen wenig gefragt

„Auch wir hätten Platz“, sagt Helle. Im Herbst und in den Wintermonaten seien die Häuser auf dem flachen Land wenig gefragt. Oft schließen sie dann, und die Mitarbeiter gehen selbst in Urlaub. In der Hochsaison wäre die Aufnahme von Flüchtlingen hingegen kaum möglich: alles ausgebucht.

Der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt hatte der Jugendherbergsverband nach eigenen Angaben im Vorjahr bereits zwei Einrichtungen angeboten. Buckow in der Märkischen Schweiz (Oder-Spree) und Prebelow (Ostprignitz-Ruppin) haben jeweils etwa 100 Betten. „Zu dem Zeitpunkt fehlte vielleicht der Bedarf“, erklärte Helle die Ablehnung.

Potsdamer Herberge kommt nicht in Frage, da es immer ausgebucht ist

Interesse sei hingegen an der Jugendherberge in Potsdam gezeigt worden. „Doch die steht nicht zur Debatte. Das beliebte Haus ist das ganze Jahr über voll“, sagte er.

Aus Sicht von Helle könnten die Häuser sofort Flüchtlinge aufnehmen. „Entsprechend der Satzung des Jugendherbergswerkes wollen wir aber Jugendliche oder Familien aufnehmen“, sagte er. Es gebe Zwei-, Vier- oder Sechs-Bett-Zimmer.

In Brandenburg gibt es 17 Jugendherbergen. Im Vorjahr übernachteten dort rund 75.500 Menschen - rund 1500 mehr als im Vorjahr.

Von MAZonline

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