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Brandenburg Junge Eltern sind immer öfter unverheiratet
Brandenburg Junge Eltern sind immer öfter unverheiratet
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13:45 09.11.2016
Die Ehe als Basis für eine Familiengründung spielt in Brandenburg an der Havel kaum eine Rolle. Quelle: Arno Burgi
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Brandenburg/H

Nirgendwo sonst in Deutschland kommen prozentual gesehen so viele uneheliche Kinder zur Welt wie in Brandenburg/ Havel. 70 Prozent der 2015 geborenen Babys dort stammen aus nicht ehelichen Partnerschaften. Das geht aus den jetzt vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Zahlen zur Bevölkerung hervor. In absoluten Zahlen heißt das: Bei 434 der 620 neugeborenen Kinder waren die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet. Landesweit liegt dieser Wert bei 61 Prozent. Im ganzen Land wurden im vorigen Jahr 11 672 nichteheliche Kinder geboren und 7440 eheliche.

Deutschlandweit jedes dritte Kind unehelich

Deutschlandweit kamen voriges Jahr 35 Prozent der Babys unehelich zur Welt. Damit liegt im Land Brandenburg der Anteil der unehelich geborenen Kinder fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. In Bayern stammen 27 Prozent der Babys aus unehelichen Beziehungen.

Der Sozialforscher Sebastian Klüsener vom Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung vertritt die These, eine hohe Quote unehelicher Kinder sei nicht nur Ausdruck prekärer Lebensumstände, sondern auch Ausweis der Gleichstellung der Frau. „Wenn die Frau finanziell unabhängig ist, ist sie auf die Ehe als Institution weniger angewiesen“, sagte er in einem Interview. Brandenburgs Sozial-Fachbereichsleiterin Kerstin Schöbe nahm Montag zu der Zahl Stellung: „Es ist eine persönliche Lebensentscheidung, ob Eltern vor der Geburt des Kindes heiraten. Die hohe Zahl an unehelichen Kindern lässt keinen Rückschluss zu, dass es diesen Kindern nicht gut geht.“ Sorge bereite aber die Lage Alleinerziehender.

Sachsen-Anhalt mit höchster Landesquote

Im Vergleich der Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg gibt es deutliche Unterschiede. Prozentual gesehen am wenigsten uneheliche Kinder kommen danach in Potsdam-Mittelmark zur Welt mit 54 Prozent. Nichtehelich erblickten in Teltow-Fläming 59 Prozent der Babys das Licht der Welt, 63 Prozent in der Prignitz und 64 Prozent in Spree-Neiße. Im Havelland lag die Quote bei 56 Prozent.

Bei den ostdeutschen Ländern führt mit 63 Prozent Sachsen-Anhalt in der Statistik der nichtehelichen Neugeborenen. Brandenburg rangiert auf Platz drei hinter Mecklenburg-Vorpommern, wo 62 Prozent der Babys aus sogenannten wilden Ehen stammen. Thüringen und Sachsen liegen bei 59. Jedes zweite Baby in Berlin wurde hingegen in eine Ehe hineingeboren.

Von Marion von Imhoff

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