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KTG am Ende: Agrarkonzern wird abgewickelt

Wirtschaft KTG am Ende: Agrarkonzern wird abgewickelt

Der Agrarkonzern KTG Agrar hat einen atemberaubenden Sturzflug hingelegt. Nur drei Monate nach dem ersten Insolvenzantrag ist das Unternehmen, das auch viele Flächen in Brandenburg besitzt, praktisch aufgelöst und wird zu Grabe getragen.

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Ernte auf einer KTG-Fläche

Quelle: KTG

Hamburg. Der insolvente Agrarkonzern KTG Agrar wird abgewickelt und von der Börse genommen. Die Gläubigerversammlung in Hamburg habe dem Delisting der Aktie und der Anleihen zum Ende des Jahres und der Stilllegung des Unternehmens zugestimmt, teilte KTG Agrar am Donnerstag im Anschluss an die Versammlung mit. Damit dürften die Gläubiger weitgehend leer ausgehen.

KTG Agrar hatte Anfang Juli einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt; mittlerweile ist das Unternehmen im regulären Insolvenzverfahren. KTG Agrar war mit 800 Mitarbeitern und mehr als 46 000 Hektar bewirtschafteter Fläche, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, der größte deutsche Agrarkonzern. Zu den mehr als 10 0000 Gläubigern des Konzerns gehören vor allem die Zeichner von zwei Anleihen über insgesamt nominal 342 Millionen Euro. Die Gesamtschulden liegen bei 600 Millionen Euro.

Sah es nach dem Insolvenzantrag zunächst so aus, als könne die Gruppe umstrukturiert werden und erhalten bleiben, so überschlugen sich in der Folge die Ereignisse. Der Unternehmensgründer und langjährige Vorstandsvorsitzende Siegfried Hofreiter musste das Unternehmen verlassen. Die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft wurde abgesagt, die Wirtschaftsprüfer zogen ihren Bestätigungsvermerk für die Bilanz über das Geschäftsjahr 2015 zurück, mehrere Tochtergesellschaften des verschachtelten Agrarkonzerns gingen ebenfalls den Weg in die Insolvenz.

Mittlerweile sind die Agrar-Aktivitäten und die Mehrheit an der Energiesparte des Konzerns ebenso verkauft wie mehrere Standorte. Große Teile des einstigen KTG-Imperiums hat die Gustav Zech Stiftung aus Bremen übernommen. KTG Agrar hatte bereits zuvor eigene Agrarflächen verkauft und zurückgepachtet. Die Substanz des Konzerns ist damit weitgehend abgebaut.

Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus erklärte, er werde sich nun auf den Verkauf der verbliebenen Beteiligungen in Deutschland, Rumänien und Litauen und die Geltendmachung von Organhaftungsansprüchen und insolvenzrechtlichen Sonderaktiva konzentrieren. Damit kann zum Beispiel gemeint sein, Ansprüche gegen Versicherungen zu prüfen.

Von dpa

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