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KVBB: Facharzt-Terminvergabe „überflüssig“

Zentrale Terminvergabe KVBB: Facharzt-Terminvergabe „überflüssig“

Seit vier Wochen vermittelt die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) per Telefon Facharzttermine. 400-mal klingelte in der Zeit das Telefon. Die KVBB hält die gesetzlich vorgeschriebene zentrale Terminvergabe daher für „vollkommen überflüssig“. Vor allem, da fast jeder zweite Anrufer gar nicht die nötigen Voraussetzungen mitbrachte.

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Binnen vier Wochen soll man bei dem Termintelefon einen Facharzttermin erhalten.

Quelle: dpa

Potsdam. Vier Wochen nach dem Start hat die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) die zentrale Facharztvermittlung als „vollkommen überflüssig“ bezeichnet. „Die Auswertung der vorliegenden Anrufe bestätigt mit aller Deutlichkeit, dass es sich bei dieser gesetzlichen Vorgabe um reinen Populismus handelt“, sagte Peter Noack, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der KVBB.

Am 25. Januar war die vom Bund vorgeschriebene Servicestelle an den Start gegangen. Sie soll Patienten binnen vier Wochen zu einem Termin verhelfen – sofern diese eine als dringlich gekennzeichnete Überweisung haben. In den vier Wochen klingelte 404 mal das Telefon, wobei fast jeder zweite Anrufer die geforderte Spezialübeweisung nicht hatte und folglich nicht vermittelt werden konnte.

Nur 400 Anrufe bei 600 000 Fällen pro Monat

Für 184 Patienten wurde direkt ein Termin vermittelt. Bei acht Anrufern wurden die Daten aufgenommen, um ihnen binnen einer Woche zu einem Arzttermin zu verhelfen. Fünf Anrufer sagten den Termin wieder ab, 24 Anrufer wandten sich aus anderen Gründen an die Terminservicestelle.

Den 400 Anfragen stehen mehr als 600 000 fachärztliche Behandlungsfälle im Monat gegenüber, betonte die KVBB. „Dies zeigt, dass die Patienten problemlos selbstständig einen Facharzttermin erhalten – und das bei ihrem Wunscharzt, zu einer passenden Zeit und wohnortnah“, sagte Noack. Auch Testanrufe seien darunter gewesen.

„In medizinisch wirklich notwendigen Fällen nimmt ohnehin der behandelnde Arzt den Kontakt zu einer Facharztpraxis auf, um für eine schnelle Patientenübernahme zu sorgen“, erklärte Noack.

Von Anfang an Kritik am „Bürokratiemonster“

Die KVBB hatte die Terminvergabe schon vor der Einführung strikt abgelehnt und als „Bürokratiemonster“ bezeichnet. In Brandenburg gebe es zu wenig Fachärzte im ambulanten Bereich. „Die Gründe dafür liegen in erster Linie in politische Fehlentscheidungen des Gesetzgebers“, so Noack. „Da helfen Terminservicestellen genauso wenig, wie das Herbeibeten von Regen in der Sahara.“


Die Servicestelle vermittelt Facharzttermine für Patienten mit gekennzeichneten Überweisung, aber keine Wunschtermine unter: 0331 /98 22 99 89

Von Torsten Gellner

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