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Karneval: Immer mehr belästigte Frauen melden sich

Polizei Berlin ermittelt Karneval: Immer mehr belästigte Frauen melden sich

Die Zahl der Frauen, die beim Karneval der Kulturen am Wochenende in Berlin Opfer sexueller Übergriffe wurden, ist inzwischen auf acht angestiegen. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck. Möglicherweise sind noch weitere Frauen betroffen. Sieben Haftbefehle liegen bereits vor gegen Männer, die den Antanz-Trick genutzt haben, um ihre Opfer zu bestehlen.

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Quelle: imago stock&people

Berlin. Die Zahl der sexuellen Übergriffe beim Karneval der Kulturen am Pfingstwochenende in Berlin-Kreuzberg ist deutlich höher als zunächst bekannt. Bisher hätten sich acht Frauen gemeldet, die Opfer von sexueller Nötigung durch Männergruppen geworden seien, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Dienstag. Einige hätten sich noch in den vergangenen Nächten an Polizisten gewandt und seien deutlich mitgenommen und verstört gewesen oder hätten geweint.

Junge Männer mit südländischem Aussehen

Alle Frauen hätten die Täter als junge Männer mit südländischem Aussehen beschrieben. Die Vorfälle hätten sich an allen Abenden von Freitag bis Montag ereignet. Mindestens vier verdächtige Männer seien bisher bekannt. Weitere Verdächtige wurden vor allem wegen Trickdiebstählen mit Antanzen ohne sexuelle Nötigung festgenommen.

Von Männergruppen eingekreist

Die bedrängten Frauen sind zwischen 16 und 48 Jahre alt. Einige hätten ausgesagt, sie seien mit mehreren Freundinnen unterwegs gewesen, denen das gleiche passiert sei. Die Frauen wurden demnach beim Tanzen vor Bühnen von einer Männergruppe eingekreist und im Intimbereich angefasst - an der Brust, am Po oder im Schritt. Körperliche Verletzungen habe keine Frau erlitten.

Vier Verdächtige bisher ermittelt

Die bekannten Verdächtigen sind zwei 17-jährige Jugendliche mit türkischer Nationalität und ein 14-jähriger Jugendlicher mit ausländischen Wurzeln. Vermutlich habe er eine deutsche Nationalität, so die Polizei. Diese drei mutmaßlichen Täter wurden schon am Samstagabend kurzzeitig festgenommen. Sie hatten eine 17-Jährige und eine 18-Jährige am Samstagabend bei dem Straßenfest in Kreuzberg sexuell belästigt und bestohlen. Die Polizei war schnell zur Stelle und nahm die drei Tatverdächtigen vorläufig fest.

Verdächtig ist außerdem ein 40-jähriger Türke. Ob gleiche Täter an verschiedenen Abenden immer wieder Frauen bedrängten, sei derzeit noch ungeklärt, hieß es.

Beobachter geht „resolut“ dazwischen

Eine 16-jährige Frau war bereits am Freitagabend von einer Männergruppe bedrängt worden. Ein Beobachter sei „sehr resolut“ dazwischen gegangen und habe das Mädchen befreit, sagte der Polizeisprecher. Die Mutter der 16-Jährigen habe den Vorfall am Samstag angezeigt, wie erst am Montag bekannt wurde.

Erinnerung an Kölner Silvesternacht

Die Taten erinnern an die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht. Dort waren über Stunden hinweg zahlreiche Frauen von Männern, die zumeist aus Nordafrika stammten, sexuell belästigt und bedrängt und auch bestohlen worden.

Der Polizeisprecher wies darauf hin, dass zwischen dem reinen sogenannten Antanztrick von Taschendieben und der sexuellen Belästigung unterschieden werden muss.

Unterschiede zwischen den Antanztricks

Am Samstag seien allein 13 Taschendiebe beim Karneval der Kulturen festgenommen worden. Zum Teil hätten diese Täter auch Antanztricks angewendet. Das geschehe aber ohne sexuelle Bedrängung und es gehe nur um den Diebstahl. Bei dieser Masche werden auch Männer angetanzt. Meist agieren dabei aber nur ein Täter im Vordergrund und ein oder zwei Helfer im Hintergrund.

In Köln wurden hingegen Frauen zum Teil massiv sexuell bedrängt, berührt und angefasst. Obwohl es dabei auch zu Diebstählen kam, ist das Muster ein deutlich anderes als der reine Taschendiebstahl-Trick.

Bei dem Vorfall am Samstag tanzten die beiden Opfer vor einer Bühne. Nach Polizeiangaben wurden sie „von etwa zehn jungen Männern umringt, angetanzt, bedrängt und angefasst“. Die Frauen versuchten, vor der Gruppe zu fliehen, wurden aber immer wieder zurückgezogen. Ein 27-jähriger Beobachter sah, wie einer der Täter eine der Frauen von hinten umarmte und die Frau sich anschließend verängstigt auf den Boden setzte. Der Mann filmte und griff ein, obwohl ihn die Täter aggressiv verscheuchen wollten. Kurz darauf traf die Polizei ein und nahm drei bereits polizeibekannte Verdächtige fest.

Haftbefehle gegen 7 Verdächtige wegen Trickdiebstahls

Gegen sieben Verdächtige sind Haftbefehle wegen Diebstahls erlassen worden. Das teilte eine Polizeisprecherin am Dienstagabend auf Anfrage mit. Die sieben Männer waren zuvor festgenommen worden, weil sie Frauen angetanzt haben sollen, um sie abzulenken und die Handtasche oder andere Wertgegenstände der Betroffenen zu stehlen. In diesen Fällen gab es keine sexuellen Übergriffe.

Von dpa

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