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Brandenburg Kaum Interesse an Elektroautos in Brandenburg
Brandenburg Kaum Interesse an Elektroautos in Brandenburg
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19:04 02.08.2016
Zum Volltanken an die Steckdose: Elektroautos sind in Brandenburg nach wie vor ein seltener Anblick. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Mark fährt bei der Elektromobilität weiter hinterher: Vier Wochen nach der Einführung der Kaufprämie für E-Autos sind aus Brandenburg lediglich 28 Förderanträge bei dem zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingegangen. Aus dem gesamten Bundesgebiet gab es 1523 Anträge, die meisten kamen aus Bayern (402) und Baden-Württemberg (301). Die Bundesregierung erwartet, dass in den kommenden Jahren dank der Prämie 300.000 E-Autos verkauft werden.

„Die Nachfrage ist mäßig“, sagt Jörg Kirst, Leiter Technik und Umwelt beim ADAC Berlin-Brandenburg. Für den Experten bestätigt sich das Nord-Süd-Gefälle: Zu Jahresbeginn gab es die höchsten Bestände an reinen Elektroautos in Bayern (5760) und Baden-Württemberg (4769), was Kirst auf allgemein bessere Nutzungsbedingungen in Süddeutschland zurückführt. In Brandenburg zählte das Kraftfahrt-Bundesamt zu Jahresanfang 426 reine E-Autos.

Als entscheidend für die Marktdurchdringung gilt die Lade-Infrastruktur, also die Verfügbarkeit öffentlicher Stromtankstellen und die Möglichkeit, die Akkus zu Hause oder beim Arbeitgeber aufladen zu können. „In Brandenburg gibt es zu wenige öffentliche Ladepunkte“, kritisiert Julian Affeldt von der Interessengemeinschaft (IG) Elektromobilität Berlin-Brandenburg. „Die mangelhafte Ladeinfrastruktur hält die meisten Interessenten von einem Kauf ab.“ Dies gilt laut Affeldt auch für Berlin: Ladesäulen seien mitunter zugeparkt, zudem beklagt er „furchtbare Tarife“ in Höhe von bis zu vier Euro pro Ladestunde. „Das ergibt Fahrpreise vom Dreifachen eines Diesels“, rechnet Affeldt vor. Aus Berlin gab es bislang 32 Anträge auf die Kaufprämie, bei einem Bestand von 1445 reinen E-Autos Anfang 2016.

Experten sehen die Kaufprämie grundsätzlich mit Skepsis. Der ADAC fordert zusätzlich mehr Geld für Forschung, Pilotanwendungen und Feldversuche. Zudem müssten Ladetechnik und Schnittstellen standardisiert werden, etwa bei Bezahl- und Steckersystemen. „Wir können immer noch nicht mit einer Tankkarte von Hamburg bis München mit Elektrofahrzeugen durchfahren“, sagt ADAC-Experte Kirst.

Statt der Anschaffung müsste die Bundesregierung die Nutzung nach dem Kauf fördern, etwa durch die Subventionierung von Strom, meint Julian Affeldt von der IG Elektromobilität. „Das würde einen sehr starken Anreiz setzen. Da könnte man ganz kreativ sein. “ Die Technologie könne sich auch in einem Flächenland durchsetzen. „Die Reichweiten und die Alltagstauglichkeit sind nicht mehr das Problem.“ ADAC-Vertreter Kirst sieht dennoch praktische Nachteile. „Elektrofahrzeuge sind trotz Kaufprämie immer noch erheblich teurer als Diesel- und Benzinfahrzeuge.“

Von Bastian Pauly

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