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Brandenburg Kaum Interesse an Schüler-Meinungen
Brandenburg Kaum Interesse an Schüler-Meinungen
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15:22 09.11.2013
Quelle: dpa
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Potsdam

Nur wenige Lehrer aus Brandenburg lassen ihren Unterricht von Schülern bewerten. Im vergangenen Schuljahr haben nur zwei Prozent der Lehrer das Internet-Bewertungsportal des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ) für anonyme Befragungen genutzt. In den beiden Vorjahren waren es noch weniger, wie aus einer Antwort von Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen, Marie Luise von Halem, hervorgeht. Auch Schulleitungen nutzen die Möglichkeit kaum, ihre Arbeit von Lehrern einschätzen zu lassen.

„Die erschreckend schlechte Nutzung der Selbstevaluationsportale zeigt, dass hier in großem Umfang Chancen vertan werden”, kritisierte von Halem. Eine gute Feedback-Kultur verbessere nicht nur den Unterricht, sie trage auch zu besserem Schulklima bei und sei ein Baustein im Sinne demokratischer Beteiligung, von der letztlich alle profitierten. Ministerin Münch erklärte die geringe Nutzung der Schüler-Lehrer-Befragung damit, dass es „verständlicherweise Verunsicherungen” angesichts der erwarteten Rückmeldungen geben könne. Diese Befürchtungen seien aber unbegründet.

Lehrer können die Fragebögen für ihre Schüler selbst zusammenstellen. Dafür stehen laut Projektleiter für das Bewertungsportal, Holger Gärtner, etwa 130 Bausteine zur Verfügung.

Unter anderem gehe es um Fragen wie „Wie interessant ist der Unterricht gestaltet?”, „Ist er gut strukturiert?” oder „Ist der Lehrer didaktisch gut?”. Mit einem Zugangscode können die Schüler die Fragebögen jeweils im Internet abrufen und ausfüllen. Laut Gärtner beantworten auch die Lehrer die Fragen, um zu sehen, ob die Selbsteinschätzung der der Schüler entspricht.

„Etwa 90 Prozent der Lehrer besprechen die Ergebnisse auch mit ihrer Klasse”, berichtet Gärtner. Meistens seien die Rückmeldungen der Schüler sehr positiv und eine Bestärkung für die Lehrer. Das könne aber auch daran liegen, dass sich möglicherweise vor allem sehr engagierte Pädagogen an den Umfragen beteiligen.

Noch weniger Interesse gibt es bei Schulleitungen, die Lehrer um eine Einschätzung ihrer Arbeit zu bitten. Lehrer können unter anderem bewerten, ob es klare Verantwortungsbereiche in den Schulen gibt, wie gut die Schulleitung die Arbeit organisiert oder die Mitarbeiter motiviert. In den vergangenen beiden Schuljahren haben sich nur sechs Schulen beteiligt, berichtet Münch. An dieser Stelle wolle das ISQ jetzt in den Schulen noch mehr für die Nutzung werben, kündigte Projektleiter Gärtner an.

Von Halem sagte, sie unterstütze den Vorschlag des Landesschulbeirates, die Nutzung dieser Portale verbindlich zu machen. Im Potsdamer Bildungsministerium werde derzeit diskutiert, ob eine verpflichtende Regelung für die Schüler-Befragungen sinnvoll sei, erklärte Münch. Die Regelung in Berlin, wo die Teilnahme bereits verpflichtend sei, habe gezeigt, dass bisher nur ein Teil der Lehrer die Umfrage auch wirklich genutzt habe.

Von Anja Sokolow, dpa

» Zum Internet-Bewertungsportal

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