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Kein Ende im Seen-Streit: Angler fordern freien Zugang

Kommunen und Verbände planen Stiftung / Kritik an Naturschutzpolitik des Landes Kein Ende im Seen-Streit: Angler fordern freien Zugang

Der Streit um den Erwerb von Seen durch das Land geht in eine neue Runde. Während das Potsdamer Finanzministerium mit dem Bund bereits über den Kauf weiterer 36 märkischer Gewässer verhandelt, ist noch immer unklar, wer Zugriff auf das erste Seen-Paket erhält.

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Brandenburgs Angler wollen keine gesperrten Seen.

Quelle: dpa

POTSDAM. Kommunen, Angler und Fischer fordern, dass die 65 im Vorjahr erworbenen Seen mit einer Fläche von 3200 Hektar einer Stiftung übertragen werden. „Wir wollen Zugang für die touristische Nutzung und keine neuen Naturreservate“, sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher, gestern. Er will die Stiftung mit dem Angler- und dem Fischereiverband gründen.

Das Land, das die ehemals volkseigenen Seen für rund 3,7 Millionen Euro vom Bund gekauft hatte, will das Paket aufschnüren. 14 Seen sollen an den Brandenburger Naturschutzfonds gehen und sechs an die Landesforst, darunter der Groß Behnitzer See (Havelland), der Salchowsee (Oberhavel) und der Dranser See (Ostprignitz-Ruppin). Der Hauptgeschäftsführer des Landesanglerverbandes, Andreas Koppetzki, fürchtet, dass diese Seen für Angler und Fischer dann tabu sind. „Der Moloch an Grundbesitz bei den Naturschutzverbänden darf nicht noch größer werden“, so seine Kritik. Naturschützer hätten landesweit bereits 50 Gewässer im Besitz – laut Koppetzki oft mit negativen Auswirkungen für die Fischbestände. So sei im Görner See im Naturpark Westhavelland jüngst die Wiederansiedlung von Karpfen und Aalen untersagt worden. Vom Ufer aus dürfe nicht mehr geangelt werden.

Viele Seen in Naturschutzgebieten würden nicht reguliert, sondern sich selbst überlassen, so Koppetzki. „Seen müssen aber vernünftig bewirtschaftet werden.“ Der Verbandschef, der 77 000 Mitglieder vertritt, wehrt sich gegen den Vorwurf, Angler seien keine Naturschützer. „Unser Verband besitzt selber Seen. Die sind alle in Ordnung. “

Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) weist die Kritik am Umgang mit dem Seen-Paket zurück. Die Rechte von Anglern und Fischern würden in jedem Fall berücksichtigt, versichert er. Auch eine Stiftungsvariante werde man prüfen.

Aus Sicht von Gernot Schmidt, SPD-Landrat in Märkisch-Oderland und Präsident des Landesfischereiverbandes, darf sich der Naturschutz nicht die Rosinen aus dem Paket herauspicken. Er und Koppetzki hoffen, den Landtag für die Stiftung zu gewinnen. Sie haben die Fraktionschefs zum Gespräch eingeladen. „Ich unterstütze das Modell“, so CDU-Fraktions-chef Dieter Dombrowski. Bürger-Engagement verdiene Förderung. (Von Volkmar Krause)

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