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Kein Facebook-Tabu

Soziale Netzwerke sind an Brandenburgs Schulen umstritten Kein Facebook-Tabu

In Brandenburg sind keine Regelungen für den Umgang mit Sozialen Netzwerken an Schulen vorgesehen. Vielen Lehrern ist nicht klar, wie und ob sie Facebook oder andere Netzwerke in den Schulalltag integrieren können. Auch in der Lehrerausbildung ist Facebook kein Thema.

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Vielen gefällt Facebook, an vielen Brandenburger Schulen ist man sich dagegen noch nicht so wirklich sicher, wie man zu dem sozialen Netzwerk steht.

Quelle: dpa

Potsdam. So viele Freunde haben nicht viele. 609 Anhängern gefällt das Wolkenberg-Gymnasium in Michendorf (Potsdam-Mittelmark). Zumindest bei „Facebook“ bekunden so viele Fans ihr Interesse an der Schule, die wie einige andere in Brandenburg im sozialen Netzwerk aktiv ist. Da werden Prüfungstermine und Fotos von Abschlussbällen ans digitale „Schwarze Brett“ gepostet oder der Hausmeister online in den Ruhestand verabschiedet.

Für Hendrik Reinkensmeier kein Problem. „Wir haben damit keine schlechten Erfahrungen gemacht“, sagt der Michendorfer Rektor. Ein Lehrer betreibe die Seite und auch sonst habe er nichts dagegen, wenn sich Pädagogen mit Schülern vernetzen. „Online gelten dieselben Umgangsregeln wie offline“, meint er. Auch wenn ein Lehrer einen Schüler beim Brötchenholen treffe, müsse er Abstand wahren und dürfe nicht zu persönlich werden.

Im Potsdamer Bildungsministerium sieht man das genauso. Anders als Baden-Württemberg, das seinen Lehrern aus Datenschutzgründen die Facebook-Kommunikation mit Schülern nun untersagt, hält Brandenburg ein Verbot für unnötig. Lehrer seien ohnehin gehalten, mit personenbezogenen Daten sensibel umzugehen, sagt die stellvertretende Ministeriumssprecherin Antje Grabley.

Wie weit sie online gehen dürfen, ist vielen Lehrer aber nicht klar. „Die Unsicherheit im Umgang mit sozialen Netzwerken ist groß“, sagt Kerstin Müller, die bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg Lehrer schult. „Teaching 2.0 – Medienkompetenz im Klassenzimmer“ heißt der stets übernachgefragte Kurs. „In der Lehramtsausbildung findet das Thema noch immer nicht statt“, erklärt die Medienpädagogin. Unter den 15 Teilnehmern ihres aktuellen Kurses gehen die Meinungen über ein Facebook-Verbot auseinander. Manche fänden eine Regel gut, andere fühlten sich dann bevormundet. Insgesamt, meint Müller, sei Facebook bei verantwortungsvollem Einsatz eine Chance: „Lehrer müssen die Schüler in ihrer Lebenswelt abholen.“

Facebookregeln

Mehrere Bundesländerhaben Facebook-Regeln für Lehrer. In Schleswig-Holstein, Bayern und nun auch Baden-Württemberg ist der Einsatz sozialer Netzwerke an Schulen weitgehend verboten. Rheinland-Pfalz und Sachsen arbeiten daran.

In Bayernwurde 2012 ein Lehrer einer kirchlichen Schule suspendiert, weil er außerschulische Facebook-Kontakte zu Schülerinnen pflegte.

Der Deutsche Philologenverband fordert bundesweit einheitliche Regeln.

Nach Einschätzung von Frank Spaeing und seinen Kollegen vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) sind zumindest die jungen Lehrer „recht vollständig bei Facebook vertreten“. Spaeing klärt auch in Brandenburger Schulen über die Gefahren des World-Wide-Webs auf. Von dienstlichen Netzaktivitäten von Lehrern hält er nichts. „Niemand kann verbindlich sagen, was mit Daten bei Facebook passiert“, warnt er. Die Schule dürfe Schülerdaten nicht in „unsichere Hände“ geben. Lediglich Seiten, bei denen alle Kommentar- und Mitwirkungsfunktionen abgestellt seien, seien akzeptabel. Und wenn sich ein Lehrer als Privatperson mit einem Schüler online „befreunde“, sei das zumindest aus Datenschutzsicht sein Ding.

Rektor Hendrik Reinkensmeier hingegen ist selbst gar nicht bei Facebook – weder dienstlich noch privat. „Dafür bin ich wohl zu alt“, meint der 54-Jährige.

Von Marion Kaufmann

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Der Austausch von Lehrern und Schülern über Facebook ist einigen Kultusministern ein Dorn im Auge. Einige Länder haben bereits, wie Baden-Württemberg, den Einsatz von Sozialen Netzwerken für Lehrer eingeschränkt. Brandenburg sieht für derlei Maßnahmen keinen Grund.

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