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Brandenburg Kein Grippeschutz für Brandenburger
Brandenburg Kein Grippeschutz für Brandenburger
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11:06 22.10.2013
Quelle: dpa
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Potsdam

Warten auf den Piks: Viele Brandenburger müssen ungeschützt in die Grippesaison starten. Obwohl diese schon am 25. September begonnen hat, sind in einigen Regionen noch immer keine Impfstoffe eingetroffen, wie Ärzte und Apotheker berichten. „Wir haben noch keinen Wirkstoff bekommen“, sagt Cornelia Leonhardt, Hausärztin in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin). Zahlreiche Patienten hätten bereits nach der Impfung gegen die tückischen Influenza-Viren gefragt.

„Das Serum wurde uns bis zum 15. September zugesagt, doch bis jetzt ist nur eine Teillieferung eingetroffen“, bestätigt Katrin Schönherr von der Park-Apotheke in Potsdam. Vor allem der Impfstoff Fluad von Novartis, der speziell für Senioren eingesetzt wird, sei noch nicht geliefert worden. Auch der Hersteller Ratiopharm hat Lieferschwierigkeiten. Ein Produktionsausfall in Höhe von 25 Prozent sei Grund für den Engpass, teilt das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Ulm mit.

Dabei rechnen die Ärzte mit einem Ansturm auf die Impftermine. „In diesem Jahr wird die Spritze früher und stärker nachgefragt als im Vorjahr“, sagt Hans-Joachim Riechardt, Allgemeinmediziner in Brandenburg/Havel. „Nach dem Schweinegrippen-Desaster haben die Menschen wohl ihr Vertrauen in die Medizin zurückgewonnen“, vermutet er. 283 Millionen Euro hatten die Länder 2009/10 für das Spezialserum ausgegeben, aber nur jeder Zehnte ließ sich die Spritze gegen das Schweine-Virus geben, die wegen Nebenwirkungen in Verruf geraten war.

Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) appelliert, die Grippeimpfung, die in der Regel von den Krankenkassen übernommen wird, nicht zu versäumen. Die heutigen Wirkstoffe seien gut verträglich. „Ängste vor schweren Nebenwirkungen sind unbegründet“, so Tack. Besonders chronisch Kranke, Senioren über 60, Schwangere sowie Menschen, die oft mit anderen Personen in Kontakt kommen, sollten sich schützen.

Das Grippevirus wird durch Tröpfchen in der Atemluft übertragen. „Die echte Grippe wird dabei häufig mit einer Erkältung verwechselt, doch die Symptome sind weit ausgeprägter“, erklärt Ingrid Krause, Personalärztin bei der AOK Nordost. Hohes Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie schmerzhafter Husten gehen mit einer Influenza einher, die zu Komplikationen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung führen kann. In der vergangenen Saison erkrankten mehr als 3500 Brandenburger an Grippe, darunter viele Kinder unter fünf Jahren. Drei Menschen starben.

Die AOK ist trotz der Verzögerungen sicher, dass noch recht zeitig geimpft werden kann. „Die Auslieferung der Wirkstoffe wird fortlaufend fortgesetzt“, so Krankenkassensprecher Matthias Gabriel. Auch Apothekerin Katrin Schönherr warnt vor Panik. Der Höhepunkt der Grippewelle werde meist erst nach der Jahreswende erreicht. Der Impfschutz braucht maximal 14 Tage, um sich komplett aufzubauen.

Von Marion Kaufmann

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