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Brandenburg Kein Personal: Märkische Kitas schließen früher
Brandenburg Kein Personal: Märkische Kitas schließen früher
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00:18 19.06.2017
Einige Kitas in Brandenburg mussten ihr Angebot reduzieren, weil sei nicht genügend Personal finden. Quelle: dpa
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Potsdam

Immer mehr Kitas im Land müssen ihre Angebote wegen fehlender Erzieher zurückschrauben. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Umfrage der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg hervor. So gaben rund 15 Prozent aller befragten Einrichtungen im Land an, dass sie aufgrund des Fachkräftemangels Kita-Plätze unbesetzt lassen mussten. 16 Prozent – also etwa jede sechste Kita – mussten ihre Öffnungszeiten reduzieren, um mit dem verfügbaren Personal „noch eine vertretbare Fachkraft-Kind-Relation zu gewährleisten“, heißt es. Die vollständige Umfrage soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Engpässe inzwischen weit verbreitet

„Früher gab es nur punktuelle Engpässe“, erklärte Liga-Vertreter Martin Matz am Donnerstag bei einer Anhörung im Landtag. „Aber inzwischen sind wir an einem Punkt, wo es tatsächlich überall im Land eng wird.“ Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Kitas im Berliner Speckgürtel oder auf dem Land befinden, wie es aus dem Landkreis Märkisch-Oderland hieß. „Die Träger haben Schwierigkeiten, geeignetes Fachpersonal zu finden und zu halten“, erklärte der Sozialbeigeordnete Friedemann Hanke.

Land will 500 Erzieher zusätzlich

Nun soll sich die Situation entspannen. Die rot-rote Landesregierung will den Personalschlüssel bei den Drei- bis Sechsjährigen. Momentan ist – theoretisch – eine Erzieherin für zwölf Kinder zuständig. Bis August 2018 soll sie sich um elf Kinder kümmern. Nach Berechnungen des Landes müssen dafür in zwei Schritten 492 neue Fachkräfte eingestellt werden. Außerdem sollen Kita-Leiterinnen mehr Zeit für die organisatorischen Aufgaben erhalten, da sie immer mehr – nicht zuletzt durch die Personalsuche – zu bewältigen haben. Dafür stell das Land acht Millionen Euro zusätzlich bereit.

Gemeinden: Lage ist „dramatisch“

Bianka Petereit vom Städte- und Gemeindebund beschrieb die momentane Personalsituation als „dramatisch“. „Das hat sich seit Jahren abgezeichnet“, erklärte sie. Verschärft werde die Lage durch die Inklusion und die Betreuung von Flüchtlingskindern. Hinzu kommt: Nur 60 bis 70 Prozent der Personalkosten, die der Staat finanziert, kommen tatsächlich bei den Kommunen, wo die Kita-Träger sitzen, an. Der Grund: Ein Teil des Geldes versickert bei den Landkreisen, weil die teilweise mit anderen Personalkosten rechnen.

Sie forderte eine umfassende Gesetzesreform, da die bisherige Regelung einem Pferd gleiche, das totgeritten sei. Insbesondere müsse der Landtag endlich auch für Klarheit in Sachen Kita-Verpflegung sorgen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat im vergangenen Jahr die Praxis der Verpflegungspauschale in Prenzlau (Uckermark) gekippt. Seither klagen die Eltern reihenweise im ganzen Land gegen willkürlich erhobene Essensbeiträge.

Extrem komplizierte Kita-Finanzierung

Die Landkreise wiederum verweisen auf die „extrem komplizierte Kita-Finanzierung aus zehn unterschiedlichen Töpfen“, wie Jutta Schlüter vom Landkreistag erklärte. Sie mahnte eine grundlegende Veränderung an.

Wie prekär die Situation ist, zeigte sich am Donnerstag im Landtag bei der Fachanhörung zum neuen Personalschlüssel: Eigentlich hätte Gerty Nast, Leiterin der Kita „Friedrich Fröbel“ aus Oranienburg (Oberhavel) die Lage der Kitas schildern sollen. Sie musste kurzfristig absagen – wegen Personalmangels.

Von Torsten Gellner

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