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Kein Platz im Arrest für junge Straftäter

Jugendarrest Kein Platz im Arrest für junge Straftäter

Die Schließung der Jugendarrestanstalt Königs Wusterhausen bringt jungen Straftätern aus Brandenburg eine Schonfrist. Weil aber derzeit alles belegt ist, müssen sie zum Teil erst einige Monate später in den Arrest. Aber nicht im Land Brandenburg.

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Junge Straftäter aus Brandenburg sitzen ihren Arrest künftig in Berlin ab.

Quelle: dpa

Potsdam.  Nach der Schließung der Jugendarrestanstalt in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) wegen Personalmangels werden junge Straftäter ihren Arrest zum Teil einige Monate später antreten als geplant. Bei 54 Jugendlichen wurden Ladungen zum Arrest wieder rückgängig gemacht, teilte Justizminister Helmuth Markov (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. In 55 Fällen stehen Ladungen demnach noch aus. Bei diesen 109 Jugendlichen werde es teilweise zu einer Verzögerung des Arrestbeginns von voraussichtlich zwei bis drei Monaten kommen, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums.

In Brandenburg wurde der Vollzug am 1. Juli eingestellt. Ab dem 17. August sollen bestrafte Jugendliche aus Brandenburg ihren Arrest in Berlin antreten. Die Plätze in der gemeinsamen Anstalt in Lichtenrade sind allerdings begrenzt. Brandenburg kann künftig bis zu zehn Arrestanten in die Bundeshauptstadt schicken. Das Land soll dafür jährlich 350.000 Euro an Berlin zahlen.

Zuletzt waren vier Jugendliche in Königs Wusterhausen untergebracht. Einer von ihnen wurde vorzeitig entlassen. Bei den drei anderen Jugendlichen wurde der Strafvollzug unterbrochen. Sie waren wegen Diebstahls, besonders schweren Diebstahls und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden.

Grund für den Personalmangel in Brandenburg waren Krankheitsfälle. Die Anstalt in Königs Wusterhausen soll abgewickelt werden. „Es gibt keine Planungen, den Betrieb hier wieder aufzunehmen“, betonte er. Der gemeinsame Jugendarrest mit Berlin biete auf lange Sicht für beide Seiten große Vorteile, was die Auslastung und die effektive Betreuung der Arrestanten angehe.

Nach Angaben des Potsdamer Justizministeriums waren 2009 im Schnitt 15 junge Straftäter in der Kleinstadt Königs Wusterhausen untergebracht. Im vergangenen Jahr seien es nur noch sieben bis acht gewesen. In Lichtenrade gibt es 60 Plätze. Laut der Berliner Justizverwaltung sind derzeit 15 belegt, mit 13 Jungen und 2 Mädchen. Jugendarrest gilt als „Zuchtmittel“.

Grundlage ist das Jugendstrafrecht, in dem der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht. Derzeit kann ein Gericht Jugendarrest bis zu einer Dauer von vier Wochen verhängen. Auch ein Kurzarrest von einem Tag ist möglich. Ziel ist es, auf junge Straftäter, die sich leichterer Delikte schuldig gemacht haben, so einzuwirken, dass sie nicht in eine kriminelle Dauer-Karriere abrutschen. Jugendarrest wird nicht im Strafregister vermerkt und gilt als letzte  Sanktion vor einer Jugendstrafe.

Von Anja Sokolow und Torsten Gellner

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