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Keine Beweise für Mischlinge aus Wolf und Hund

DNA-Analysen Keine Beweise für Mischlinge aus Wolf und Hund

Seitdem sich der Wolf in Brandenburg ausbreitet, wachsen nicht nur die Ängste, es schießen auch die Gerüchte ins Kraut. So soll es sich bei einigen Wölfen nicht mehr um normale Tiere handeln, sondern um Mischlinge aus Wolf und Hund. Nun hat sich das Umweltministerium mit der Frage befasst.

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Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburgs Umweltministerium ist Gerüchten entgegengetreten, wonach sich in märkischen Wäldern Wölfe mit Hunden gepaart haben und seither gefährliche Wolfs-Hund-Hybride ihr Unwesen treiben. Seit 2006 bis 10. September 2017 seien 1091 Genetikproben aus Brandenburg untersucht und dabei mehr als 300 verschiedene Wölfe identifiziert worden. „Dabei konnten bisher keinerlei Hinweise auf das Vorkommen von Hybriden im brandenburgischen Wolfsbestand festgestellt werden“, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Abgeordneten Thomas Domres (Linke).

Institut untersucht 2000 Proben jährlich

Die Analysen wurden im wildtiergenetischen Labor des Senckenberg Instituts Frankfurt (Main) durchgeführt, das die bundesweit größte Erfahrung in Sachen Wolfsgenetik habe. Jäger hatten verschiedentlich gemutmaßt, dass es sich bei einigen Wölfen tatsächlich um Wolf-Hund-Mischlinge handelte, da sie kaum mehr Scheu vor Menschen zeigten.

Das Labor nutzt für seine Analysen unter anderem Referenzproben von Tieren aus Estland, Polen, Rumänien, Bulgarien, Skandinavien, Italien und Kasachstan. Jährlich werden im Senckenberg Institut rund 2000 Wolfsproben untersucht.

Jäger lässt eigenes Gutachten anfertigen

Hintergrund der Anfrage war ein Medienbericht, wonach ein Jäger aus Märkisch Buchholz auf eigene Faust ein Büschel Wolfshaare untersuchen hat lassen. Ein Hamburger Institut sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Probe zu 50 Prozent Übereinstimmung mit der Gruppe der Hütehunde zeige. Wie dies zu bewerten ist, ist offen. Das Institut behauptet jedenfalls selbst nicht, dass damit ein Beweis für einen Hybrid erbracht wäre.

Die Untersuchungsmethode des fraglichen Hamburger Instituts – die sogenannte Assoziationsanalyse – lasse jedoch eine sichere Identifizierung von Wolf-Hund-Hybriden nicht zu, heißt es aus dem Umweltministerium. Der Ansatz sei auch noch nie für eine valide wissenschaftliche Untersuchung zur Unterscheidung von Wolf-Hund-Hybriden verwendet worden.

Vergangenes Jahr war in Niedersachsen der Problemwolf Kurti erschossen worden, der sich wiederholt Menschen genähert hatte. Die fehlende Scheu sorgte für das Gerücht, Kurti sei ein Hybridtier. Ein DNA-Test widerlegte diese These jedoch.

> Thema Wölfe

Von Torsten Gellner

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