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Keine Entwarnung für Ludwigsfelde

Geplanter Jobabbau bei Siemens Keine Entwarnung für Ludwigsfelde

Die Siemens-Belegschaft geht gegen Kürzungspläne auf die Straße – doch vieles ist noch unklar. So steht noch nicht fest, ob die 200 Angestellten im Ludwigsfelder Ersatzteillager für Gasturbinen von dem Jobabbau betroffen sind. Brandenburgs Ministerpräsident kritisiert nun den Siemens-Chef.

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Teilnehmer der Berliner Demonstration am Freitag.

Quelle: imago/Markus Heine

Berlin. Die Pläne von Siemens, trotz zuletzt hoher Gewinne weltweit 6900 Stellen – davon 870 in Berlin – abzubauen, haben bei der Belegschaft Wut und Unverständnis ausgelöst. Rund 1300 Beschäftigte am Standort Berlin beteiligten sich nach Angaben der IG-Metall am Freitagmorgen an einer Kundgebung auf dem Firmengelände im Stadtteil Siemensstadt. Die Industriegewerkschaft kündigte weitere Protest-Aktionen in der kommenden Woche an. So soll es am Donnerstag vor einer Betriebsräte-Tagung in Berlin-Neukölln eine Kundgebung mit Autokorso geben. Die Gewerkschaft erwartet bis zu 3000 Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bezeichnete die Pläne als „Katastrophe für den Standort“ und sicherte der IG-Metall Unterstützung im Kampf um die Arbeitsplätze zu. „Neben der Air-Berlin-Pleite, bei der die meisten der rund 3300 hiesigen Beschäftigten vor dem beruflichen Aus stehen, ist der angekündigte Arbeitsplatzabbau bei Siemens eine weitere Hiobsbotschaft für die Region“, sagte Verdi-Chefin Susanne Stumpenhusen.

Brandenburgs Landesregierung kritisiert im Zusammenhang mit der angekündigten Kürzung die Siemens-Führung. „Ich fordere den Siemens-Vorstand auf, sich mit den betroffenen ostdeutschen Ministerpräsidenten und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin unverzüglich an einen Tisch zu setzen“, sagte Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). Dazu hätten er und seine Kollegen aus den Ländern den Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser bereits im Oktober in einem Brief gebeten. „Dieser Einladung ist Herr Kaeser bislang nicht nachgekommen“, so Woidke. Die Stellenkürzung bezeichnete der Ministerpräsident als „Schnitt ins industrielle Herz Ostdeutschlands“. Rund 1000 der 11 500 Siemens-Beschäftigten im Berliner Werk wohnen in Brandenburg.

Siemens-Chef Kaeser hatte auf den Brief der Ministerpräsidenten am 6. November geantwortet, er verstehe den „besonderen Blick“ auf die einzelnen Bundesländer. Aus deren Perspektive werde aber der weltweite energiepolitische Strukturwandel, der Ursache für das Bröckeln des Gasturbinen-Geschäfts ist, „verkürzt betrachtet“. Er sehe „leider wenig Spielraum“, so Kaeser.

Unklar ist, ob die Außenstelle in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) mit ihren 200 Stellen von den Kürzungen betroffen ist. Dort werden Ersatzteile für das Gasturbinenwerk gelagert und von dort in die Welt verschickt. In der offiziellen Liste der Standorte, die betroffen sind, taucht Ludwigsfelde nicht auf. Siemens-Sprecher Philipp Encz sagte der MAZ: „Darüber hinaus machen wir keine Angaben über einzelne Standorte.“ Bis endgültig Klarheit herrscht, bat der Sprecher noch um Geduld. „Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern haben ja noch nicht einmal begonnen.“

Von Ulrich Wangemann

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