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Brandenburg Kennzeichen-Klau boomt in Brandenburg
Brandenburg Kennzeichen-Klau boomt in Brandenburg
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17:26 13.08.2016
Die TÜV-Plakette (oben) und das Zulassungssiegel. Quelle: Peter Geisler
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Potsdam

Kfz-Kennzeichen sind ein begehrtes Diebesgut in Brandenburg. Laut Landeskriminalamt (LKA) hat die Polizei im vergangenen Jahr 2930 Fälle erfasst, 2014 waren es 2719 Fälle. Bundesweit verschwinden jedes Jahr bis zu 160 000 Nummerntafeln. Betroffenen Fahrzeughaltern stehen Stress und Kosten in Haus, denn ohne gültige Kennzeichen darf das Fahrzeug nicht bewegt werden.

„Wird das hintere Kennzeichen gestohlen, geht es um die TÜV-Plakette“, sagt LKA-Sprecherin Karina Schulter. Langfinger betreiben mit Prüfmarken einen schwunghaften Handel. Wer die vorgeschriebene Hauptuntersuchung umgehen will, greift schon mal auf illegale Angebote zurück. Oder es werden gestohlene Auto damit bestückt. Vergangene Woche war in Potsdam ein Pkw Mercedes aufgefallen, der keine Original-TÜV-Plakette trug. Auch das Gemeindesiegel wies ihn nicht als Potsdamer Zulassung aus. Schließlich zeigte die 37-jährige Fahrzeughalterin auch noch eine gefälschte TÜV-Urkunde vor. Eine Golf-Fahrerin (31) wurde Ende Juli in Ferch (Potsdam-Mittelmark) gestoppt. An ihrem Wagen waren Lastwagen-Kennzeichen angeschraubt worden, das TÜV-Siegel war gefälscht. Gegen beide Frauen ermittelt die Kripo.

Geringe Aufklärungsquote

Im Falle von gestohlenen Kennzeichen führt der erste Weg zur Polizei. Mit der Anzeigebestätigung kann man zur Zulassungsstelle gehen, um sich neue Kennzeichen ausstellen zu lassen.

Die Neuzulassung ist nicht billig: Im Schnitt werden 30 bis 35 Euro Gebühren fällig, außerdem 20 bis 25 Euro für neue Schilder. Müssen die alten Fahrzeugpapiere getauscht werden, kostet das rund 35 Euro extra.

Viel Hoffnung, dass Kennzeichendiebe geschnappt werden, besteht nicht. Die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten lag im Vorjahr laut Polizei lediglich bei 7,5 Prozent (2014: 91, Prozent).

In der Uckermark gehen verstärkt Anzeigen ein, wonach Kennzeichen abmontiert, aber in der Nähe der Autos gefunden wurden. Allerdings waren die Zulassungsplaketten des Landkreises herausgestanzt worden. Fehlen beide Kennzeichen, werden sie laut Polizei zum Spritklau an Tankstellen verwendet. Die Bilder auf den Überwachungskameras führen dann zu einem Fahrzeughalter, der mit dem Diebstahl nichts zu tun hat. Knapp 80 000 Fälle von „Tankbetrug“ wurden 2015 bundesweit bekannt, viele davon mit entwendeten Kennzeichen. Schließlich nutzen Autoschieber die aus den Plastikhalterungen herausgerissenen Blechtafeln, um gestohlene Fahrzeuge über die Grenze zu bringen.

Mario Heinemann vom Potsdamer Polizeipräsidium empfiehlt die Kennzeichen – wenn möglich – fest mit der Karosserie zu verschrauben. „Das schreckt ab.“ Die Zulassungsstellen raten, den Verlust sofort der Polizei zu melden, denn der Ärger wird noch größer, wenn der Dieb mit den geklauten Nummern am Auto einen Unfall verursacht.

Von Volkmar Krause

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