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Kerstin Kaiser verlässt die politische Bühne

Abschied aus der Politik Kerstin Kaiser verlässt die politische Bühne

Sie war Linken-Fraktionschefin, Wahlkampf-Ikone ihrer Partei und Mit-Architektin der ersten rot-roten Koalition 2009 in Brandenburg. Doch dann verblasste ihr Stern und sie zog sich auf die Hinterbank im Landtag zurück. Jetzt plant die 55-Jährgie eine neue Karriere bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau.

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Symbolbild für Rot-Rot 2009: Kerstin Kaiser wird von Matthias Platzeck in der Sondierungsrunde für Koalitionsgespräche geherzt.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Es war zuletzt ruhig geworden um Kerstin Kaiser. Die 55-Jährige, die vor sechs Jahren die Linke zum ersten Mal in eine Koalition mit der SPD führte, kümmerte sich ausschließlich um Europathemen, die öffentlich nur wenig wahrgenommen wurden. 2012 hatte sie nach internem Machtkampf den Fraktionsvorsitz der Linken, den sie sieben Jahren inne hatte, an Christian Görke verloren. Enttäuscht von ihrer Partei zog sie sich zurück, wurde im Landtag Hinterbänklerin. Seit Sommer vorigen Jahres steht fest, dass sie sich außerhalb der Politik neu orientieren wird. Am Donnerstag absolvierte sie ihre letzte Landtagssitzung. Zum 1. März wird sie ihr Mandat, das sie 16 Jahre lang inne hatte, abgeben. Vier Mal in Folge gewann sie in Strausberg ihr Mandat direkt. Die Slawistin mit Studium in Leningrad wird für die parteieigene Rosa-Luxemburg-Stiftung Büroleiterin in Moskau. „Ich gehe damit dem Land nicht verloren“, sagte Kaiser und wies zugleich einen Vorwurf aus der Opposition zurück, sie habe zuletzt ihren Vorsitz im Europaausschuss nicht mehr ausreichend wahrgenommen. „Das stimmt nicht.“

Ihr größter Erfolg war mit der Spitzenkandidatur 2009 zur Landtagswahl verbunden. Kaiser holte ihrer Partei 27,2 Prozent. Der damalige SPD-Chef Matthias Platzeck entschied sich in den Sondierungsrunden für die Linke als Koalitionspartner. Doch kurz danach erhielt Kaiser einen ersten empfindlichen Dämpfer. Die SPD, öffentlich wegen der Regierungsbeteiligung der Linken unter Druck, beharrte darauf, dass ehemalige inoffizielle Stasi-Mitarbeiter nicht Minister werden dürfen. Kaiser hatte ein solches Amt ursprünglich im Auge und musste verzichten. Die Studentenjahre in Leningrad, wo sie als IM „Kathrin“ für die Stasi über Mitkommilitonen berichtete, verfolgt die Stralsunderin bis in die heutige Zeit, auch wenn ihr offener Umgang mit ihrer Vergangenheit ihr viel Respekt auch beim politischen Gegner eingebracht hatte.

Nachrücker wird Marco Büchel (32) aus Bad Freienwalde. Er saß bereits von 2009 bis 2014 im Landtag, war aber bei der vergangenen Landtagswahl gescheitert.

Von Igor Göldner

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