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Brandenburg Kfz-Diebstahl steigt wieder an
Brandenburg Kfz-Diebstahl steigt wieder an
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02:15 11.03.2017
Nach einem Nachlassen der Kfz-Diebstähle im Vorjahr macht diese Deliktgruppe der Polizei aktuell wieder mehr sorgen. Quelle: Foto: Dpa
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Potsdam

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) kann sich über einen erneuten Rückgang der Straftaten in Brandenburg und eine leichte Verbesserung der Aufklärungsquote um 0,5 Prozent freuen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank, allerdings wurden mehr Autos gestohlen und es gab einen deutlichen Anstieg der Gewalttaten. Die Einzelheiten:

Mehr Gewalttaten

Ein Problem vor allem innerhalb der Asylunterkünfte: Die Fälle von Körperverletzung bis Totschlag haben nach Jahren des Rückgangs 2016 erstmals wieder angezogen: um 15,6 Prozent auf 4767 Taten. Nach Angaben von Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke ist der Anstieg im Wesentlichen auf gewalttätige Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern in Flüchtlingsunterkünften zurückzuführen. „Außerhalb der Heime wurden kaum derartige Fälle registriert“, sagte Mörke. Dies gelte auch für Sexualdelikte. Die Zahl nicht-deutscher Tatverdächtiger nahm um 1000 zu und verdoppelte sich beinahe. Innerhalb der Heime ist laut Mörke die Zahl der angezeigten Sexualstraftaten von 36 auf 90 hochgeschnellt. Als Konsequenz ist in der Landeseinrichtung in Frankfurt (Oder) eine Art Frauenhaus für Missbrauchsopfer entstanden. Nach Ministeriumsangaben sind dort 60 der 100 Plätze derzeit belegt. Besonders betroffen von Übergriffen sind Flüchtlingskinder.

Grenzkriminalität sinkt leicht

Die Grenzkriminalität ist hingegen in den 24 Gemeinden entlang Oder und Neiße leicht gesunken. Dort wurden im vergangenen Jahr 19 618 Straftaten registriert, 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings liegt die Häufigkeit von Delikten in diesen Gemeinden weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt. Im Speckgürtel um Berlin stieg die Kriminalität. In den 63 Gemeinden rund um Berlin stieg die Zahl der Straftaten leicht um 0,5 Prozent auf 82 651 Fälle.

Doppelt so viele Drogentote

Sorgen bereiten der Polizei die 21 Drogentoten in Brandenburg. Im Vorjahr waren es nur zehn gewesen. Laut Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke starben sieben an Opiaten, vor allem also Heroin. Ein Opfer erlag einer Überdosis Kokain, zwei hatten Amphetamine konsumiert, sieben Menschen erlagen den Langzeitschäden mehrerer Rauschmittel. Drei Menschen kamen bei Experimenten mit neuartigen Drogen ums Leben – unter anderem hatten zwei von Ihnen Wirkstoffe aus schmerzstillendem Verbandmaterial zu sich genommen. Das mittlere Alter der Drogentoten liegt bei nur 34,8 Jahren. 17 der Opfer waren Männer.

Insgesamt ist die Zahl der Drogendelikte im vergangenen Jahr um gut zehn Prozent auf 7386 Fälle geschrumpft. Diese Delikte werden allerdings vorwiegend bei Kontrollen entdeckt. Die Polizei habe schlichtweg zu wenig Personal, um den illegalen Drogen angemessen zu begegnen, kritisiert daher der innenpolitische Sprecher der oppositionellen CDU-Landtagsfraktion, Björn Lakenmacher. Das zeige die gegenläufige Entwicklung von Drogentoten und Gesamtfällen.

Viehdiebstahl: Bullen begehrt

In Brandenburg werden immer mehr Rinder gestohlen. So kletterte ihre Zahl von 88 im Jahr 2014 auf 180 zwei Jahre später. In diesem Jahr wurden bei fünf Taten bereits 310 Rinder entwendet. Das heißt, dass in den einzelnen Fällen immer größere Herden gestohlen werden. Nach ersten Ermittlungen einer Sonderkommission kommen die Täter aus Osteuropa. Laut Polizeipräsident Mörke hat die polnische Polizei eine Tätergruppe bei Stettin gefasst. In der Ukraine seien gestohlene Rinder zum Verkauf angeboten worden. Betrug der Schaden 2016 rund 253 000 Euro, waren es allein in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres 107 000. Besonders gefragt sollen Zuchtbullen sein. Auch 50 Schweine verschwanden 2016.

Erfolge gegen Planenschlitzer

Eine erstaunlich hohe Aufklärungsquote von zwei Dritteln meldet die Polizei auf der Jagd nach Planenschlitzern, die Ladung von parkenden Lastwagen stehlen. Diese Delikte würden von polnischen Banden in Zusammenarbeit mit deutschen Gruppen ausgeführt, so der Polizeipräsident, der die Zusammenarbeit mit der Polizei im Nachbarland lobte.

Autodiebstahl steigt wieder an

Die rückläufige Entwicklung von Diebstählen und Betrugshandlungen insgesamt war ausschlaggebend für den Tiefstand an Straftaten in Brandenburg. 75 556 Diebstahlsdelikte waren rund 3800 oder 4,8 Prozent weniger als 2015. Es gab mit 14 172 Fällen vor allem weniger Fahrraddiebstähle (minus 5,2 Prozent) und Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen mit einem Rückgang auf rund 9100 Fälle (minus 8,6 Prozent). Allerdings empfiehlt sich ein genauer Blick ins Zahlendickicht. Denn der Fahrzeugdiebstahl ist nach zuletzt sinkendem Anzeigenaufkommen wieder auf der Sorgenliste der Polizei: Kfz-Diebstähle nahmen um 11,2 Prozent zu. In Brandenburg wurden demnach 2861 Fahrzeuge entwendet.

Von Ulrich Wangemann

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