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Kindesmissbrauch bei den Berliner Grünen

Partei dementiert Bericht von bis zu 1000 Opfern Kindesmissbrauch bei den Berliner Grünen

Zwei pädophile Parteimitglieder der Berliner Grünen haben sich in der Vergangenheit an zahlreichen Jungen vergangen. Der Kommissions-Bericht nennt keine konkreten Opferzahlen, einen Medienbericht über „bis zu 1000 Missbrauchsopfer“ sei jedoch nach Aussagen der Partei reine Spekulation.

Die Kommission legt am Mittwochmittag ihren Bericht zur Aufarbeitung des Umgangs der Berliner Grünen mit Pädosexualität vor.

Quelle: Patrick Pleul

Berlin. Die Berliner Grünen waren von den Aktivitäten Pädophiler in den 80er Jahren besonders betroffen: Die Vorgänge zogen sich in der dortigen Alternativen Liste bis Mitte der 90er Jahre hin. Die Partei hatte zwei verurteilte Straftäter in ihren Reihen, die sich an zahlreichen Jungen vergangen haben. Dies bestätigte der Landesvorsitzende Daniel Wesener am Mittwoch bei der Vorstellung eines Kommissionsbericht zu den Vorgängen. Wesener und die Ko-Vorsitzende Bettina Jarasch entschuldigten sich ausdrücklich bei den Opfern.

Wie viele Menschen Opfer des sexuellen Missbrauchs damaliger Grünen-Vertreter wurden, ist bislang unklar. Nach Angaben Weseners hat sich bislang ein Betroffener bei der Landespartei gemeldet.

Zahl von „bis zu 1000 Missbrauchsopfern“ reine Spekulation

Wesener und Jarasch dementierten jedoch einen Bericht des Berliner „Tagesspiegel“, in dem von „bis zu 1000 Missbrauchsopfern bei den Grünen“ die Rede gewesen war. Diese Zahl finde sich weder im Berliner Kommissionsbericht, noch entspreche sie deren Erkenntnisstand, hieß es in einer Mitteilung von Jarasch und Wesener. Es handele sich hingegen um eine „spekulative Aussage über mögliche Opfer, die es damals in Berlin und im Umfeld der Grünen gab“.

Laut der Erklärung der Partei sind zwei verurteilte pädosexuelle Straftäter in Berlin bekannt, die zum Zeitpunkt der Verurteilung Mitglied der Berliner Grünen waren. Einer der Männer sei 1995 einem geplanten Parteiausschluss durch Austritt zuvorgekommen. Beide Männer lebten nicht mehr.

„Aufgrund ihres Strafregisters und Hinweisen auf die von ihnen außerhalb der Partei betriebenen Netzwerke wissen wir, dass durch sie viele Jungen Opfer von sexualisierter Gewalt wurden“, heißt es weiter.

„Institutionelles Versagen“ des Grünen-Landesverbandes

„Der grüne Landesverband hat bis in die Mitte der 90er Jahre zugelassen, dass im Namen der Alternativen Liste pädosexuelle Positionen propagiert wurden“, heißt es in dem Kommissionsbericht. Dies habe dazu beigetragen, ein gesellschaftliches Umfeld zu schaffen, „in dem die Opferperspektive ausgeblendet wurde und pädosexuelle Täter sich als die vermeintlichen Opfer darstellen konnten“.

Jarasch sprach von einem „institutionellen Versagen“ des damaligen Grünen-Landesverbandes. Es habe lange Zeit ein „Minderheitendogma“ geherrscht, heißt es in dem Bericht. „Man verstand sich als Sprachrohr und Lobby gesellschaftlich diskriminierter Gruppen.“ Die Täter hätten sich erfolgreich als Opfer gesellschaftlicher Diskriminierung darstellen können, „für die wahren Opfer des Missbrauchs war man daher blind“.

Zu der Kommission gehörten Jarasch und Wesener sowie Parteimitglieder und externe Experten, auch von Opferorganisationen. Die Partei treibe die Aufklärung der Angelegenheit weiter voran, erklärten Parteichefin Simone Peter und Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. Bisher hätten sich insgesamt sieben Betroffene an die Partei gewandt. In fünf Fällen habe es keinen unmittelbaren Zusammenhang der Taten zur Partei gegeben. „In den beiden anderen Fällen sind wir mit den Betroffenen weiter im Gespräch.“

Von MAZonline

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