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Kindsmord nach 40 Jahren vor Gericht

Fall aus DDR-Zeit Kindsmord nach 40 Jahren vor Gericht

Vor mehr als 40 Jahren soll eine Frau ihren acht Jahre alten Sohn getötet haben. Das Landgericht in Neuruppin rollt den Fall nun neu auf und beschäftigt sich mit dem mutmaßlichen Kindsmord in der DDR. Dass der Fall überhaupt zur Anklage kommt, ist einem besonderen Paragrafen aus der Wendezeit zu verdanken.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Neuruppin, .
Einen mehr als 40 Jahre alten Mordfall rollt das Landgericht Neuruppin auf. Eine 74 Jahre alte Frau, die heute in Göttingen (Niedersachsen) wohnt, soll im November 1974 in Schwedt in der Uckermark ihren achtjährigen Sohn getötet haben. Dazu soll sie der Anklage zufolge Kohlenmonoxidgas benutzt haben.

Der ehemaligen DDR-Bürgerin wird vorgeworfen, ihr schlafendes Kind nachts in die Küche getragen und in der Nähe des Gasherds abgelegt zu haben. Danach soll sie das bewusstlose Kind zum Sterben in sein Bett gelegt und am nächsten Morgen einen Arzt geholt haben.

Strafanzeige wurde anonym gestellt

Das Verfahren geht auf eine anonyme Strafanzeige aus dem Jahr 2009 zurück, wie eine Sprecherin des Landgerichts am Freitag erklärte. Der Mordprozess gegen die Beschuldigte soll am 27. April beginnen. Weitere drei Verhandlungstage sind vorgesehen.

Die Tat wäre gemäß DDR-Recht eigentlich nach 25  Jahren, also im Jahr 1999, verjährt. Mit der Wiedervereinigung war allerdings in einem besonderen Paragrafen festgelegt worden, dass Morde aus der DDR-Zeit nicht mehr verjähren können. Deswegen konnte der Fall nun, nach mehr als 40 Jahren doch noch verhandelt werden.

Alte Beweise bringen neue Erkenntnisse

Der Fall dürfte einer der ältesten Kriminalfälle aus DDR-Zeiten sein, der Jahrzehnte später noch die Justiz beschäftigt. Experten des Landeskriminalamtes in Eberswalde (Barnim) arbeiten daran, mit modernen Mitteln alte Beweisstücke neu auszuwerten. So konnte 2003 ein sächsischer Kraftfahrer wegen der Vergewaltigung eines Mädchens im Jahr 1988 in Velten (Oberhavel) überführt werden. Spurensucher konnten Spermareste vom Rock des Opfers auswerten.

Von Christof Bock

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