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Brandenburg Kirchentag: Angespannte Sicherheitslage nach Anschlag
Brandenburg Kirchentag: Angespannte Sicherheitslage nach Anschlag
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17:38 23.05.2017
Auf der Straße des 17. Juni in Berlin. Quelle: Sophia Kembowski
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Potsdam/ Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat der vom Terror heimgesuchten Stadt Manchester die „Anteilnahme und das Mitgefühl“ der Berliner übermittelt“. Berlin habe im Dezember 2016 „selbst erfahren, welche Trauer und welches Leid ein solcher Anschlag auslöst“. Ebenso drückte der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sein Mitgefühl aller Brandenburger aus. „Terroristen werden unser Leben – weder in Großbritannien, noch in Europa und Deutschland - dominieren oder unser Lebensgefühl beeinträchtigen“, sagte der Regierungschef. „Die Demokratie und die Freiheit sind stärker als jeder Terrorismus.“

Obama kommt zum Kirchentag

Nach dem Selbstmordanschlag in Nordengland ist die Situation bei den Sicherheitskräften in Berlin und Brandenburg angespannt: Mehrere Großveranstaltungen in den kommenden Tagen stellen die Polizei vor eine „Woche der Herausforderung“, so der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Der Kirchentag mit seinen mehr als 100.000 Besuchern, der Besuch von Ex-US-Präsident Barack Obama, der am Himmelfahrtstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Brandenburger Tor diskutieren wird und das DFB-Pokalfinale (Dortmund gegen Frankfurt) am Samstag im Olympiastadion mit geschätzten 70.000 Schlachtenbummlern – die Berliner Polizei erhält Unterstützung von der Bundespolizei und Beamten aus anderen Ländern.

6000 Polizisten im Einsatz

Das Sicherheitskonzept für den Kirchentag sei nach dem Attentat in England nochmals überprüft worden, so Polizeisprecher Neuendorf. Konkret sollen zum Schutz der Veranstaltungen Betonpoller aufgestellt, Fahrzeuge als flexible Sperren eingesetzt sowie Taschenkontrollen und Videoüberwachung vorgenommen werden. Man werde versuchen, Schlangenbildung an Eingängen zu verhindern und Sperrkreise zu vergrößern. An einzelnen Tagen sollen bis zu 2000 Polizisten eingesetzt werden – insgesamt 6000.

Die Kirchentagsgeschäftsstelle sieht trotz des Anschlags von Manchester, der viele Kinder und Jugendliche traf, „keinen Grund, die Sicherheitslage neu zu bewerten“, so Sprecher Hans Wischmann. Es gebe keine Hinweis auf Anschlagspläne in Deutschland. Man werde gleichwohl zum Auftakt „für die Opfer von Manchester beten“. Das Nebeneinander von Fußballfans und Kirchentagsbesuchern am Wochenende sieht Wischmann gelassen: Kirchentagsbesucher und Fußballfans vertragen sich hervorragend – sie tragen beide Schals.“

Brandenburger Polizei hat beim Landespokalfinale zu tun

Für die Quartiermeister, die in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt Schulen, Kitas und Jugendherbergen als Unterkünfte bereithalten, gelten laut Wischmann ohnehin Sicherheitshinweise. So sind Türkontrollen vorgesehen. „Man muss sich das wie einen Portier im Hotel vorstellen“, so der Sprecher. Auf dem Kirchentag sind generell Taschenmesser verboten, Rucksäcke und Handtaschen sind nur bis zu einem Füllvolumen von 30 Litern zugelassen. Drohnen sind im Veranstaltungsgebiet untersagt.

Die Brandenburger Polizei kann den Berlinern diesmal nicht helfen. Sie muss neben den Durchreisenden zu den Berliner Großveranstaltungen und dem Abschlussgottesdienst in Wittenberg noch ein Auge auf dem Landespokalfinale der Fußballmannschaften von Cottbus und Luckenwalde am Donnerstag in Cottbus haben – besonders nach der Auflösung der gewaltgeneigten, rechtsextremen Fanvereinigung „Inferno 1999“. Beim Finale vor einem Jahr hatte es massive Randale gegeben. Laut dem Polizeipräsidium in Potsdam sind anderthalb Hundertschaften nur für dieses Fußballspiel gebunden.

Wegen des zusätzlich durch Brandenburg rollenden Reiseverkehrs zum Herrentags- und Brückenwochenende rechnet die Polizei mit Staus – insbesondere an den Baustellen auf A2, A9 und A10.

Attacke nach Konzert

Ein Attentäter hatte bei einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande am späten Montagabend eine selbstgebaute Bombe gezündet und mindestens 22 Menschen getötet. Darunter waren nach Polizeiangaben auch Kinder. Die Polizei behandelt den Fall als Terrorakt.

Von MAZonline

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