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Kita-Essen: Acht mal Fleisch sind genug!

Ernährungs-Empfehlungen Kita-Essen: Acht mal Fleisch sind genug!

Königsberger Klopse statt Möhrenschnitzel und Hülsenfruchttopf: In Brandenburgs Kitas bestimmen Fleischgerichte den Speiseplan. Was den Kindern schmeckt, stößt Ernährungsforschern übel auf. Denn die Gesellschaft für Ernährung fordert, dass Fleisch weniger als jeden zweiten Tag auf den Tisch kommt. Eine neue Studie zeigt, wie das in Brandenburg ankommt...

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Kita-Kinder beim Mittagsmahl. Ist die Kartoffelsuppe mit Speck?

Quelle: dpa

Potsdam. Königsberger Klopse statt Möhrenschnitzel und Hülsenfruchttopf: In den Brandenburger und Berliner Kitas ist die Essensversorgung besser geworden, aber die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine ausgewogene Kost werden zu selten beherzigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Speisepläne von 54 Brandenburger und 23 Berliner Kitas durch die Verbraucherzentralen der Länder.

Vegetarisches im Angebot, aber nicht gut gekennzeichnet

„Vegetarische Mahlzeiten scheinen auf den ersten Blick die Mittagstische in den Kitas beider Länder erobert zu haben“, erklärt Annett Reinke, Expertin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Allerdings seien die fleischlosen Speisen auf den Plänen nur selten eindeutig gekennzeichnet. „Wir haben festgestellt, dass in vielen Beschreibungen kein Fleisch erwähnt wurde, obwohl durchaus denkbar war, dass Fleisch beziehungsweise tierische Bestandteile enthalten sind“, so Reinke.

Für Eltern und Kinder gleicht die Lektüre des Kita-Speiseplan deswegen bisweilen einem Rätsel. Als Beispiel nennt Reinke Gemüseeintöpfe, bei denen unklar sei, ob sie mit Fleisch, Speck oder Würstchen gereicht werden. Auch bei Reibekuchen wird nicht ersichtlich, ob sie in pflanzlichem oder tierischem Fett ausgebacken werden. „Nur in wenigen Fällen waren Mahlzeiten mit dem Zusatz ,vegetarisch’ oder einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet“, so Reinke. „Wir fordern daher Caterer und Kitas auf, für eine eindeutige Kennzeichnung der Gerichte zu sorgen.“

Fisch gibt es zu selten

Fisch steht laut der Untersuchung nur selten auf dem Speiseplan der Brandenburger Kita-Kinder. In zwei Kitas gab es im 20-tägigen Untersuchungszeitraum gar keinen Fischtag, in zehn Kitas stand Fisch als Hauptgericht einmal pro Woche auf der Karte, wie es der Empfehlung der DGE entspricht.

Die Diät-Empfehlungen der Ernährungsgesellschaft sind unter eingefleischten Schnitzelfreunden umstritten. Denn demnach läuft eine ausgewogene Ernährung darauf hinaus, dass maximal an acht Tagen innerhalb von vier Wochen Fleisch als Hauptzutat kredenzt wird – also weniger als an jedem zweiten Tag. Im gleichen Zeitraum sollte mindestens viermal Seefisch verköstigt werden.

Laut Verbraucherzentrale gibt es erkennbare Unterschiede zwischen Kitas, die selbst kochen, und jenen, die sich von Caterern beliefern lassen. Die Speisepläne der Selbstversorger entsprechen eher den DGE-Empfehlungen. Dies liegt aber nicht zwangsläufig an den Zulieferern. Denn die Kitas können ankreuzen, welche Menüs sie sich kommen lassen. So wählte beispielsweise eine der untersuchten Kitas vier Fleischmahlzeiten aus dem Angebot des Caterers aus, eine andere Kita wählte hingegen beim gleichen Anbieter gleich zehn Fleischgerichte.

Von Torsten Gellner

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