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Brandenburg Kita-Kinder können besser sprechen
Brandenburg Kita-Kinder können besser sprechen
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08:41 23.09.2017
Das Lernen beginnt schon in der Kita Quelle: Arno Burgi/dpa
Potsdam

Bei Brandenburgs Kita-Kindern werden weniger Sprachdefizite beobachtet als noch vor einigen Jahren. 2010 wurden bei 19,7 Prozent der Mädchen und Jungen Sprachauffälligkeiten ein Jahr vor der Einschulung festgestellt. Im vergangenen Jahr sank der Anteil nach Angaben des Bildungsministeriums auf 14,1 Prozent. Das Land lege besonderes Augenmerk auf eine Anregung und Unterstützung der sprachlichen Entwicklung von Anfang an, betont der Ministeriumssprecher Ralph Kotsch bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Sprachförderung steht im Land auf mehreren Säulen. Seit 2010 gibt es die verbindliche sogenannte Sprachstandsfeststellung. Dabei werden nach Angaben des Ministeriums Auffälligkeiten gezielt durch besondere Angebote im Alltag der Kitas kompensiert. Daneben wird das Beobachtungsinstrument „Meilensteine der Sprachentwicklung“ eingesetzt. „Damit können Fachkräfte bereits ab dem 24. Lebensmonat auf Abweichungen von einer altersgemäßen Sprachentwicklung aufmerksam werden“, sagt Kotsch.

Millionenschweres Förderpaket

Mehrere Millionen Euro hat das Land demnach in den vergangenen Jahren in verschiedene Sprachförderprogramme investiert. So erhält das Landesprogramm Sprachberatung seit 2012 jährlich 1,6 Millionen Euro. Es sieht die Beratung von Fachkräften, aber auch den Aufbau regionaler Strukturen zur Verbesserung der sprachlichen Bildung in der Kita- Betreuung vor. Darüber hinaus nehme das Land an Bundesprogrammen wie „Schwerpunktkitas Sprache und Integration“ oder „Sprach-Kitas“ teil.

Der Bundesverband der Logopäden sieht die Bemühungen des Landes. Die Sprachfeststellungsverfahren ein Jahr vor der Einschulung seien jedoch viel zu spät, sagt Annett Dietzel vom Verbandsvorstand. Es gebe Auffälligkeit bei der Anzahl verordneter logopädischer Therapien: Kindern im Alter bis fünf Jahre hätten diese im vergangenen Jahr in 5749 Fällen erhalten, bei den Fünf- bis unter Zehnjährigen sei dies fast 21 400 Mal der Fall gewesen. „Hier besteht offenbar ein Zusammenhang mit den Schuleingangsuntersuchungen“, erklärt Dietzel die Steigerung.

Eltern dienen als sprachliches Vorbild

Es sei wichtig, sprachauffällige Kinder und auch eine beginnende Sprachstörung frühzeitig zu identifizieren, sagt sie. Maßnahmen könnten dann rechtzeitig vor der Einschulung eingeleitet werden. „Leider klappt dies offensichtlich nicht, so dass die Zahl der auffälligen Kinder unmittelbar vor dem Schuleintritt seit Jahren stabil hoch ist“, erklärt die Logopädin. Sie empfiehlt, bereits Kinder, die mit zwei Jahren noch keinen Wortschatz von 50 Wörtern besitzen, einem Logopäden vorzustellen. Das gelte auch für die, die mit vier Jahren noch nicht alle Laute sprechen könnten.

Frühzeitige Sprachförderung ist auch vielen Kitas wichtig. In den beiden Einrichtungen des privaten Trägers „Murmel“ in Bernau (Barnim) laufen Sprachtests für Kinder zwischen dreieinhalb und vier Jahren. „Das machen wir schon seit acht Jahren“, berichtet Vereinsvorstand Steffi Raupach. Erzieher könnten die Kinder weit vor der Schuleingangsuntersuchung gezielt sprachlich fördern, etwa mit lautlichen und mimischen Übungen.

Eine weitere Ursache sprachlicher Defizite bei Kindern liegt nach Auskunft des Landespädagogenverbands im Elternhaus. „Wenn zuhause nicht vernünftig und in richtiger Grammatik gesprochen wird, lernen das die Kinder auch falsch“, sagt Verbandspräsident Hartmut Stäker. Er rät Eltern davon ab, mit Rücksicht auf das Kind gezielt eine falsche Grammatik zu verwenden. Schließlich seien sie oft sprachliches Vorbild für die Kleinen.

Von dpa

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