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Brandenburg Kleinen Gärtnereien blühen harte Zeiten
Brandenburg Kleinen Gärtnereien blühen harte Zeiten
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05:40 25.04.2017
Gärtnereien müssen sich gegen große Baumärkte und Lebensmittelhändler behaupten. Quelle: dpa
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Potsdam

Stiefmütterchen, Primeln und Narzissen – das frühlingshafte Wetter lässt die Frühblüher erwachen. Doch der kalte Frühlingsanfang verhagelt vielen kleinen Gärtnereien das Geschäft. Auch werden die Zeiten für kleine Gärtnereien härter, weil Lebensmittelhändler und Baumärkte ein immer größer werdendes Sortiment an Pflanzen anbieten.

„Der Druck der Ketten ist groß für kleine Gärtnereien“, sagt Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Die wachsende Konkurrenz bleibt nicht ohne Folgen: Etwa 50 märkische Betriebe mussten nach Angaben des Verbandes in den vergangenen fünf Jahren schließen. Rund hundert Einzelhandelsgärtnereien gibt es in Brandenburg noch. Zwei bis drei Prozent der Betriebe geben jährlich auf. „Auch weil sie keinen Nachfolger finden“, erklärt Jende. Dabei sei der Gartenbau nach wie vor ein wachsender Markt. „Aufgrund der geopolitischen Lage besinnen sich die Leute auf Heim und Hof zurück.“

Sorgen machten den kleinen Betrieben aber vor allem die zunehmende Konkurrenz. Mit Sonderangeboten würden Gartencenter und Supermärkte Kunden in ihre Geschäfte locken, bestätigt Jende. „Die Konkurrenz setzt auf das Image, dass Pflanzen im Baumarkt preiswerter sind. Das ist aber oft nicht der Fall“, so der Gartenexperte. Hinzu komme, dass Lebensmittelriesen eine große Marktmacht hätten und großflächiger werben könnten. „Die Kleinen können da nicht mithalten“, erklärt der Verbandschef.

Andreas Jende ist der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Quelle: Privat

Ein Betrieb, der sich erfolgreich auf die veränderte Marktsituation eingestellt hat, ist die Gärtnerei Gentz aus Werder, ein Familienbetrieb in Potsdam-Mittelmark mit 170 Jahren Tradition. Dort stammen die meisten Pflanzen aus eigener Produktion. Einen spürbaren Konkurrenzdruck nimmt Firmenchef Jürgen Gentz zwar seit Mitte der 90er- Jahre wahr, als die Discounter und industriellen Großbetriebe den Kleinen mit Rabattpreisen den Kampf ansagten. Doch Familie Gentz hält konstant dagegen mit „Qualität und Vielfalt“. Allein 80 Sorten Geranien stehen in der Gärtnerei zum Verkauf und werden regelmäßig gepflegt. „Eine solche Pflege ist in Baumärkten nicht möglich. Supermarktpflanzen werden in kürzester Zeit hochgezogen, sind nicht abgehärtet und sehen nach drei Tagen nicht mehr frisch aus“, kritisiert Gentz.

Auch die Zossener Gärtnerei Wosch hält sich nach eigenen Angaben am Markt, weil sie im Tagesgeschäft mit „einem breiten Sortiment und Qualität“ punktet. In vierter Generation führt Andreas Wosch mit seiner Schwester den Familienbetrieb in Teltow-Fläming. Stammkunden würden vor allem honorieren, dass die Gärtnerei die Blumen nach Hause liefert und es eine ausführliche Beratung zu den Gewächsen gibt. „Im Supermarkt erzählt einem doch keiner, dass die Pflanzen zurzeit noch vor Frost geschützt werden müssen.“ Wosch, dessen Sohn seinen Betrieb eines Tages übernehmen soll, blickt angesichts dieser Alleinstellungsmerkmale optimistisch in die Zukunft. „Ich bin überzeugt, dass wir auch als kleine Gärtnerei am Markt bleiben.“

Von Diana Bade

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