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Brandenburg Köche und Stars feiern Sterne in Potsdam
Brandenburg Köche und Stars feiern Sterne in Potsdam
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12:53 15.11.2017
Jimi Blue Ochsenknecht kocht selbst gern. In Potsdam feierte er nicht nur die neuen Spitzenköche, sondern sah das Event auch als kulinarisches Erlebnis.   Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

 Essen ist Trend. Unbestritten. Das zeigen nicht zuletzt steigendes Bewusstsein für Zutaten, sondern auch zahlreiche Foodblogs oder tausendfach gelikte Bilder mit dem Hashtag #foodporn auf sozialen Netzwerken wie Instagram. Der „Guide Michelin“ greift den Trend nicht erst jetzt auf, sondern ist seit Jahrzehnten das Renommee in der Spitzengastronomie. In Potsdam ist am Dienstagabend der „Guide Michelin“ 2018 vorgestellt worden – und mit ihm alle Neulinge, die statt Köche künftig Sterneköche sind. Denn mit der Veröffentlichung der Bibel der Feinschmecker sind auch die heiß begehrten Sterne vergeben worden. In Brandenburg konnte Alexander Dressel, Chefkoch des Restaurants „Friedrich Wilhelm“ im Fünf-Sterne-Hotel Bayrisches Haus in Potsdam seinen Michelin-Stern verteidigen. Ein weiterer Stern ging nach Burg in den Spreewald an Chefkoch René Klages.

Rund 400 Gäste fanden sich bei der Gala zum „Guide Michelin“ ein. Quelle: Julian Stähle

 

Der betrat vor den Augen der rund 400 Gäste stolz die Bühne in der Metropolishalle in Babelsberg. An liebevoll dekorierten Tischen hatten sie vor der Bühne Platz genommen, während die Wände in eine Installation aus stimmungsvollem Licht in blau und rot getaucht waren. Laut durchdrang Applaus die Halle und würdigte nicht nur den gerade errungenen Stern, sondern vor allem auch die alltäglich Arbeit aller Chefköche, die sich in ihren weißen Roben herausgeputzt hatten. Denn Spitzenküche heißt neben hochwertigen Qualitätsprodukten vor allem: Kunst des Kochens. Perfekte Garpunkte, Harmonie der Aromen, eine Symbiose der Zutaten und letztlich, wie René Klages betonte, Teamarbeit. In der Küche muss das Zusammenspiel passen.

Erstmals wurde ein Service-Award verliehen

Eben dieses Zusammenspiel gab es in Perfektion auch hinter den Kulissen der Gala. Denn Spitzenköche wie Tim Raue, dem Christian Hümbs oder Ronny Pietzner reichten ein preisverdächtiges 6-Gänge-Menü. Das muss für 400 Gäste auf den Punkt an alle Gäste raus. Während die Teller bereits angerichtet waren, gab es zunächst jedoch noch Schwierigkeiten in der Koordination. Der Service, sicher, hätte besser abgestimmt sein können. Denn während die einen schon zum Frischeluftschnappen nach draußen spazierten, bekamen andere erst ihre Vorspeise.

Fabrice Kieffer (l.) erhielt den erstmals vergebenen Service-Award. Quelle: Julian Stähle

Zweifelsohne wäre das Fabrice Kiefer, dem Maître des „Les Deux“ in München, nicht passiert. Der Restaurantleiter erhielt den erstmals verliehenen Service-Award während der Michelin-Gala. Kieffer sei ein geborenen Gastgeber, bei dem der Gast immer im Mittelpunkt stehe“, hieß es auf der Bühne zur Begründung.

Jimi Blue Ochsenknecht schätzt gutes Essen – vor allem Steaks

Schauspieler und Sänger Jimi Blue Ochsenknecht bezeichnete den Abend gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung als „kulinarisches Ereignis“, das er sich nicht entgehen lassen wollte. Der Kinderstar aus dem Film „Die Wilden Kerle“ ist zu einem Mann herangewachsen. Weil er in Berlin lebt, war sein Weg nicht weit. Genossen hat er nicht nur das 6-Gänge-Menü, sondern auch die Atmosphäre der Veranstaltung. Ausgelassen wurde an den Tischen unter anderem über Foodtrends philosophiert. Seine Leibspeise sind übrigens Steaks. „Medium rare.“

Auf dem roten Teppich war Jimi Blue Ochsenknecht ein beliebter Interviewpartner. Quelle: Julian Stähle

Ochsenknecht war einer von vielen Stars, die über den roten Teppich in der Metropolishalle flanierten. In einer Kombination aus Rock und Spitzenoberteil nahm auch das Potsdamer Supermodel Franziska Knuppe vor einem Gedeck aus mehreren Gabeln, Messern und Löffeln Platz. „Essen muss man einfach genießen können“, sagte die schlanke, blonde Frau. Und während der Michelin-Gala müsse man es probieren. Denn so richtig konnte sie sich kaum einen Reim aus dem machen, was die Menükarte am Abend hergab. Gestockte Kuhmilch mit Kingfish und Tomatentee stand als Vorspeise darauf. Da gab es Klärungsbedarf in dem kleinen aufgebauten Showroom auf der Michelin-Bühne.

Marco Müller vom Restaurant Rutz und Weinbar erklärt Moderator Florian König (r.), was es mit dem Inhalt des Bügelglases auf sich hat. Quelle: Julian Stähle

Supermodel Franziska Knuppe kocht im Winter gern deftig

Moderator Florian König, der vor allem auf dem Privatsender RTL zu sehen ist, führte durch das Programm und stand nun vor einem großen Bügelglas mit braunem Inhalt. Was das ist, wollte er von Koch Marco Müller wissen. „Darin befindet sich die Fischsauce, die abgeschöpft wird“, erklärt Müller. Außerdem lagen Makrelen darin. Auf einem schwarzen, tiefen Teller wurde fangfrische Makrele mit gestockter Kuhmilch und vereisten Kügelchen an Tomatencreme gereicht.

Die Makrele wurde mit gestockter Kuhmilch gereicht. Quelle: Julian Stähle

„Lecker“, so lautete das Urteil von Model Knuppe. Sie kocht selbst leidenschaftlich zuhause. „Jetzt, wenn es kalt ist, koche ich vor allem Deftiges wie Gulasch oder Kohlroulade“, sagte sie der MAZ– wenn auch nicht jeden Tag, mindestens aber ein bis zweimal die Woche.

Model Franziska Knuppe aus Potsdam kocht selbst leidenschaftlich gern. Essen, meint sie, müsse man genießen können. Quelle: Julian Stähle

Später gab es Kompositionen aus Hummer und essbaren Blüten von Koch Christian Lohse, der sonst im Restaurant Fischers Fritz wirkt oder Kalb mit Topinambur und schwarzem Trüffel von Starkoch Tim Raue. Süßschnäbel ließen sich zum Beispiel das Mango-Passionsfrucht-Krusti von Ronny Pitzner schmecken.

Junge Starköche sind die neuen Sterne der Spitzengastronomie

Rainer Wiedmer vom Hotel und Restaurant „eckert“ war nicht nur begeistert vom kulinarischen Programm während der Gala, sondern auch von der Metropolishalle und den Menschen vor Ort. Kontakte könne er langfristig knüpfen. Viel von Potsdam konnte er seit der Anreise am Dienstagmorgen nicht mitnehmen. Dabei liebe er die Stadt – vor allem die Nikolaikirche und die Silhouette der Landeshauptstadt. Sein Sohn hat mit 25 Jahren ebenfalls einen der heiß begehrten Sterne für sich gewinnen können.

René Klages ist mit seinen 29 Jahren nur wenig älter und zählt damit ebenfalls zu den jüngsten Sterneköchen. Schon in den nächsten Tagen wird er wieder in der Küche des „17fuffzig“ in Burg stehen – hinter Töpfen und Pfannen – um seine französischen Gerichte mit japanischen Aromen auf den Teller zu bringen. Doch den Abend und seinen ersten Stern, den er in seinem neuen beruflichen Wirkungskreis Brandenburg bekam, wird er so schnell nicht vergessen.

Sehen Sie hier weitere Bilder vom Abend

In der Metropolishalle in Potsdam wurden am Dienstag die besten Köche Deutschlands ausgezeichnet. Es gab eine große Sause.

Von Christin Iffert

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