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Köpper statt Kohle in der Lausitz

Lausitzer Seenland wird Europas größte künstliche Wasserlandschaft Köpper statt Kohle in der Lausitz

Dort wo einst riesige Bagger mit Schaufeln Braunkohle abtrugen, erstreckt sich heute in der Lausitz ein Seenland. Wenn die Kohlequellen erschlossen sind, werden die Gruben geflutet, die Landschaft renaturiert. Nun soll die Region um 19 Seen reicher werden. Schon bald wird das Lausitzer Seenland deshalb zu Europas größter künstlicher Wasserlandschaft.

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Blick auf den ehemaligen Braunkohletagebau in Großräschen (Brandenburg) am zukünftigen Ilsesee, auch Großräschener See genannt.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Wasser wohin man schaut: Mit mehr als 3000 Seen und 251 offiziellen Badestellen ist Brandenburg das gewässerreichste Bundesland. Wassertouristen schätzen das - und zunehmend auch die in den vergangenen 50 Jahren erst aus ehemaligen Kohle- oder Kiesgruben entstandenen neuen Seen.

„In der brandenburgischen Lausitz entstehen derzeit 19 Seen“, sagte Uwe Neumann vom Landesbergbauamt in Cottbus. Bis 2018 soll Deutschlands größte künstliche Wasserlandschaft - das Lausitzer Seenland - entstehen. Brandenburg teilt sich das mit Sachsen. Sieben Seen hätten bereits ihren endgültigen Wasserstand erreicht oder stünden kurz davor. Sie könnten für den Badebetrieb aber noch nicht freigegeben werden. Mögliche Gefahren aus dem früheren Bergbau müssten noch beseitigt werden.

6200 Hektar Seenlandschaft in Brandenburg

„Insgesamt zählen wir 25 neue Seen im Lausitzer Seenland, davon sind zehn Badeseen“, sagt Katja Wersch vom Tourismusverband Lausitzer Seenland im sächsischen Hoyerswerda. Am Ende hätten die Seen eine Fläche von fast 14 500 Hektar, davon rund 6200 Hektar in Brandenburg. Größter See im Lausitzer Seenland werde dann der Sedlitzer See, gefolgt vom Senftenberger und Bärwalder See, sein.

Der Senftenberger See ist der älteste dieser künstlichen Gewässer. Seit 1973 könne in dem gefluteten Braunkohletagebau gebadet werden. Die Region werde bei Urlaubern zunehmend beliebter, sagt Wersch.

Gerade Investitionen in die touristische Infrastruktur hätten sich ausgezahlt. 2013 seien der Stadthafen Senftenberg oder der Koschener Kanal als erste schiffbare Verbindung zwischen Senftenberger und Geierswalder See fertiggestellt worden. Der Fernradweg „Seenland-Route“ führe auf 186 Kilometern durch das gesamte Lausitzer Seenland an insgesamt 16 Seen entlang. Zudem gebe es neue Gästeunterkünfte, Campingplätze oder sogar schwimmende Ferienhäuser.

Innovationsreichtum im Tourismus

Auch locke eine innovative Gastronomie Touristen in die noch junge Urlaubsregion. 2014 wurden nach Angaben von Wersch fast 153 000 Gästeankünfte und über 500 000 Übernachtungen im Seenland gezählt. Durchschnittlich blieben die Gäste 3,3 Tage. Gerade am Senftenberger See hätten sich die jährlichen Übernachtungszahlen mit über 216 000 gegenüber 1996 mehr als verdoppelt.

Doch nicht nur die künstlichen Seen in der Lausitz sind bei Urlaubern und Tagesausflüglern beliebt. Auch der Helenesee bei Frankfurt (Oder) ist ein Anziehungspunkt. Die Anfang der 1960er geflutete und später zum Baden freigegebene Braunkohlegrube „Helene“ nimmt rund 250 Hektar ein. „Unsere Helene hat kilometerweite, feine Strände“, sagt der Geschäftsführer der Frankfurter Freizeit und Campingpark Helene-See, Uwe Grack. Aufgrund einer guten Sichtweite von über 56 Meter sei er bei Tauchern besonders beliebt.

Von MAZonline/dpa

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